Höchststrafe für die zwei neuen Übungsleiter in der Super League. Der Deutsche Olaf Janssen mit den Grasshoppers und der Serbe Slavisa Jokanovic mit dem FC Basel mussten bei ihrem Einstand in den Vereinen, die zusammen 48 Schweizer Meistertitel auf sich vereinen, zwei von A bis Z verdiente Niederlagen hinnehmen. Selbst ein eigener Torjubel blieb ihnen beim 0:2 von GC gegen YB und beim 0:3 des FCB in Vaduz versagt. Neue Besen kehren offensichtlich nicht zwingend gut.
Jokanovic erlebte nach der 3:7-Klatsche im Testspiel gegen das zweitklassige Winterthur im Ländle einen weiteren Tiefschlag. Der uninspirierte Auftritt in Vaduz endete mit der höchsten Saisonniederlage. Auf zwingende FCB-Torchancen warteten die mitgereisten Fans vergeblich. Auf dem Platz erhielten die Gäste vom Aufsteiger Anschauungsunterricht, wie sich eine Mannschaft von elf Einzelspielern unterscheidet. Slavisa Jokanovic erwartet eine Herkulesaufgabe, dieses Ensemble zurück auf Kurs zu bringen und eine verloren gegangene Siegermentalität wieder zu finden.
Auch Olaf Janssen war eher vor als nach seinem Einstand als GC-Trainer in Feierlaune. Am Donnerstag feierte der Deutsche seinen 60. Geburtstag. Nachträgliche Geschenke machten ihm seine Spieler gegen das in dieser Saison noch ungeschlagene YB dann aber nur bedingt. Zwar bemühte sich die Mannschaft, Janssens Spielphilosophie ohne ausgeprägtes Pressing, dafür mit massierter Gegenwehr im Zentrum umzusetzen. Und trotz gegnerischem Dauerdruck war der Versuch bei GC offensichtlich, im Spielaufbau Sorge zum Ball zu tragen.
Diese Ansätze animierten Janssen dazu, trotz 0:2-Niederlage die positiven Punkte herauszustreichen. Er habe das Gefühl bestätigt erhalten, die Mannschaft sei bereit, die nötigen Schritte gemeinsam mit ihm zu gehen. «Alles andere bleibt eine Sache von Zeit und Entwicklung. Aber ich bin glücklich, dass die Einstellung mitbringen.»
Nennenswerte GC-Offensivaktionen blieben gegen das formstarke YB, das nun saisonübergreifend in 13 Spielen ungeschlagen ist, aber eine absolute Seltenheit. Umgekehrt wurden die Berner im Verlauf der ersten Halbzeit in ihren Offensivaktionen zwingender. In der Nachspielzeit traf man innerhalb weniger Sekunden Pfosten und Latte.
Dass Olaf Janssen in der Pause bei den Zürchern gleich zwei personelle Wechsel vornahm, wurde kurz darauf zum Thema, weil YB nach Wiederanpfiff die Partie innerhalb von vier Minuten mit zwei Toren von Essende und Fassnacht entschied und bei den Zürchern die zuvor gezeigte Defensivorganisation kurzerhand verloren ging. Eine Reaktion von GC auf den Doppelschlag blieb aus. Die stärkste Energie strahlte der 60-jährige Janssen durch sein beherztes Mitfiebern an der Seitenlinie aus.


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