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Tour de France: Pogacar lässt die Muskeln spielen

In der ersten grossen Bergetappe der Frankreich-Rundfahrt, deklassiert der slowenische Radstar die komplette Konkurrenz
Tadej Pogacar verneigt sich vor seiner eigenen Leistung.
Bild: Mosa'ab Elshamy

Nach seinem famosen Solo-Sieg und den Denkzetteln für die Konkurrenz dachte Rad-Superstar Tadej Pogacar an seinen Vorgänger im Gelben Trikot. «Ich habe gehört, dass Torstein gestürzt ist. Ich hoffe, dass es ihm gut geht. Mir wäre es lieber gewesen, er hätte das Trikot behalten», sagte er.

So gönnerhaft gibt sich der langjährige Tour-Dominator freilich nur am Mikrofon. Auf dem Rad nahm Pogacar bei seiner atemberaubenden Pyrenäen-Show nicht nur dem Überraschungs-Führenden Torstein Traeen das gelbe Leibchen wieder ab. Er demoralisierte auch seine direkten Rivalen. Als diese noch haderten, wurde Pogacar bei der Siegerehrung vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron beklatscht. Die beiden Männer hielten einen kleinen Plausch. Pogacar ist wieder der klare Spitzenreiter der 113. Tour de France - und das schon nach der sechsten Etappe. Der Weltmeister siegte bei der Bergankunft nach der ersten Hochgebirgsetappe und samt souveräner Überquerung des ikonischen Col du Tourmalet nach 186,2 Kilometern zwischen Pau und Gavarnie-Gédre mit 2:38 Minuten Vorsprung auf seinen Dauerrivalen Jonas Vingegaard. Teamkollege Isaac del Toro wurde Dritter.

Nachdem Pogacar mit Blick auf das spektakuläre Bergpanorama den Schlussanstieg hochgeprescht war, riss er im Zielbereich beide Arme in die Höhe und verneigte sich. Der überraschend zwei Tage in Gelb fahrende Traeen konnte schon viel früher nicht mehr folgen. Zu allem Übel stürzte der Norweger bei einer Abfahrt und musste behandelt werden. Er konnte aber weiterfahren. «Ein unglaublicher Sieg, einer der süssesten», sagte Pogacar nach dem Rennen. Er gehöre zu den Top fünf bei seinen Auftritten an der Frankreich-Rundfahrt. «Es ging mir nicht um Sekunden in den Gedanken», sagte er hinsichtlich des vergrösserten Abstands. «Ich wollte einfach voll durchfahren.» (dpa)

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