
Die 113. Tour de France beginnt am 4. Juli mit einem Teamzeitfahren in Barcelona, erstmals seit 1971. Zu bewältigen sind 3333 Kilometer und 54'500 Hlhenmeter, das sind 3000 Meter mehr als im vergangenen Jahr. Am Montag der zweiten und der dritten Woche gibt es einen Ruhetag.
Die ersten drei Etappen starten in Spanien, ehe die Fahrer auf dem dritten Teilstück die Grenze zu Frankreich überqueren. Bereits am Montag findet die erste Bergetappe in den Pyrenäen statt, so früh wie selten zuvor. Die Rundfahrt endet am 26. Juli traditionell auf den Pariser Champs-Élysées
Welche Schweizer sind dabei?
Neben Mauro Schmid (Jayco Alula) stehen mit Debütant Yannis Voisard und Marc Hirschi (beide Team Tudor) und Silvan Dillier (Alpecin Premier Tech) vier Schweizer am Start. Dillier spielt im Team von Classique-Spezialist Mathieu van der Poel und Sprinter Jasper Philipsen als Helfer eine wichtige Rolle, Voisard dürfte sich in den Bergen austoben dürfen, während Schmid und Hirschi auf Etappensiege fahren. Nicht dabei sind Stefan Küng (Tudor) nach seinem Oberschenkelbruch im Frühling sowie Stefan Bissegger, der vom Team Decathlon um Paul Seixas kein Aufgebot erhalten hat.

Wer kann Tadej Pogacar bezwingen?
Der Slowene dominiert den Radsport nach Belieben und strebt seinen dritten Tour-de-France-Sieg in Folge an. Mit seinem fünften Erfolg würde der Slowene mit den Rekordsiegern um Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleichziehen. Chancen rechnet sich auch der Däne Jonas Vingegaard aus. Der Sieger von 2022 und 2023 muss allerdings auf seinen Edelhelfer Wout van Aert verzichten. Mit der Vuelta a Espana im vergangen Jahr und dem Giro d'Italia im Frühling hat der 30-Jährige seine Sammlung an Grand-Tour-Gesamtsiegen komplettiert.

Obwohl er mit Abstand der jüngste im Feld ist und ersten Mal eine grosse Landesrundfahrt bestreitet, gilt der Franzose Paul Seixas als Anwärter auf den Gesamtsieg. Das Wunderkind gewann in diesem Jahr unter anderem die Baskenland-Rundfahrt und Flèche Wallonne und wurde bei Lüttich-Bastogne-Lüttich Zweiter. Seine Vorbereitung wurde allerdings durch einen Sturz bei Tour Auvergne-Rhône-Alpes bei 70 Kilometern in der Stunde überschattet, die den 19-Jährigen tags darauf zur Aufgabe zwang.

Red Bull Bora-hansgrohe schickt mit dem Belgier Remco Evenepoel (26) und dem Vorjahresdritten Florian Lipowitz (25) eine Doppelspitze an den Start. Der 25-jährige Deutsche konnte Pogacar bei der Tour de Romandie Paroli bieten und bewies seine blendende Verfassung mit einem Sieg bei der Slowenien-Rundfahrt, während Pogacar die Tour de Suisse gewann.
Was sind die Höhepunkte?
Erstmals seit 2019 gibt es wieder ein Teamzeitfahren. Dabei zählt nicht die Zeit des fünften Fahrers einer Equipe, sondern jede Zeit einzeln. Bereits am sechsten Tag dürfte es zum ersten grossen Kräftemessen der Sieganwärter kommen, wenn der Col du Tourmalet in den Pyrenäen passiert wird. Es folgen Etappen im Zentralmassiv, in den Vogesen und im Jura, bevor es in der dritten Woche in die Alpen geht. Insgesamt sieben Etappen enden mit einer Bergankunft. In der Schlusswoche führt die Strecke an zwei Tagen hintereinander die 21 Haarnadelkurven hinauf zur Alpe d’Huez.

Das Dach der Tour liegt auf dem Col du Galibier (2642 Meter über Meer). Der Fahrer, der diesen Alpenpass als Erster überquert, wird mit dem Souvenir Henri Desgranges ausgezeichnet und kassiert 5000 Euro.
Wie meist endet die Tour de France auf den Pariser Champs-Élysées. Wie im vergangenen Jahr müssen die Fahrer auf der letzten Etappe dreimal den steilen Montmartre bewältigen. Im vergangenen Jahr distanzierte Wout van Aert den Gesamtsieger Tadej Pogacar nach einem packenden Duell.
Kommt die Tour de France in die Schweiz?
Seit Genf und Lausanne 1950 Etappenziele waren, macht die Tour de France immer wieder Abstecher in die Schweiz, letztmals 2019, als ein Teilstück in Lausanne endete und ein anderes in Aigle startete. Diesmal muss ins nahe Ausland, wer die Rennen mitverfolgen will. Am 18. Juli geht es von Mulhouse in die Vogesen nach Le Markstein, das in etwa einer Stunde von Basel aus erreichbar ist. Am 21. Juli führt ein Einzelzeitfahren von Évian-les-Bains nach Thonon-les-Bains entlang dem Genfersee.
Anfang August schlägt das Herz des Frauenradsports in der Schweiz, wenn der Grand Départ der Tour de France Femmes 2026 hier stattfindet. Am Nationalferiertag führt eine Schleife rund um Lausanne (ca. 137 km), tags darauf geht es von Aigle nach Genf (ca. 149 km), ehe die Rundfahrt am dritten Tag von Genf über die Granze nach Poligny in Frankreich führt.

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