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Tennis

Ein grosser Kampf des Stan Wawrinka bleibt unbelohnt – dann öffnet der 40-Jährige auf dem Platz ein Bier

Stan Wawrinka hat 2014 die Australian Open gewonnen. Heuer trat er ein letztes Mal beim Turnier an. Er scheitert mit erhobenen Hauptes am Top-Ten-Spieler Taylor Fritz.

Immer wieder lässt er sich feiern, immer wieder huscht auch in den entscheidenden Momenten ein Lachen über sein Gesicht. Die Menge tobt und huldigt Stan Wawrinka. Er fordert Taylor Fritz (ATP 9) bis zum letzten Punkt, unterliegt dann aber dennoch mit 6:7, 6:2, 4:6 und 4:6. Damit sind die letzten Australian Open seiner Karriere nach der 3. Runde vorbei. Er hat sein Karriereende für dieses Jahr angekündigt.

Das Publikum hat Stan Wawrinka stets auf seiner Seite.
Bild: Keystone

Wawrinka spielt einen unglaublichen ersten Satz, gewinnt beispielsweise 95 Prozent der Punkte nach 1. Aufschlag. Sein Gegner Taylor Fritz hat im Startsatz keine einzige Breakchance – und gewinnt ihn dennoch.

Der Romand lässt sich davon aber nicht beeindrucken und nimmt der us-amerikanischen Weltnummer 9 gleich zu Beginn des zweiten Satzes den Aufschlag ab. Bei 4:2 für Wawrinka erspielt sich Fritz dank eines Doppelfehlers doch mal eine Breakchance. Der Schweizer wehrt diese und eine weitere Möglichkeit aber ab. Mit einem weiteren Break holt er sich den zweiten Durchgang mit 6:2. Das Publikum in der zweitgrössten Arena der Australian Open tobt und johlt.

Der Aufschlag von Fritz wird wieder stärker

Im dritten Satz schleicht Taylor Fritz phasenweise über den Platz und hält sich zwischen den Punkten immer wieder oberhalb der rechten Hüfte. Probleme hat er während des Spiels aber keine. Der US-Amerikaner wird laufend besser und knöpft Wawrinka beim Stand von 3:3 den Aufschlag ab.

Stan Wawrinka streckt sich, am Ende muss er sich Taylor Fritz aber geschlagen geben.
Bild: EPA

Und das reicht in der Folge, um sich den Satz zu sichern, weil der Kalifornier sehr stark serviert und seinem Gegner keine Chance lässt, wenn er aufschlägt. Ausser just in jenem Moment, als er drei Satzbälle hat, alle vergibt und Wawrinka sogar nochmals eine Breakchance zugesteht, die dieser aber nicht nutzen kann. Schliesslich verwertet Fritz den fünften Satzball und geht mit 2:1 in Führung.

Taylor Fritz zieht in den Achtelfinal ein.
Bild: Keystone

Nach dem verlorenen dritten Satz nimmt der Schweizer Routinier, der das Turnier im Jahr 2014 gewann, ein Medical Timeout. Ein körperliches Problem ist aber weder vor noch nach der kurzen Auszeit auszumachen. Gleichwohl startet Wawrinka nicht gut in den vierten Satz, gibt bereits sein zweites Aufschlagsspiel ab.

Doch der Romand gibt nicht auf. Er kämpft und wehrt sich nach Kräften – immer mit dem Publikum im Rücken. Die Fans benehmen sich teilweise wie bei einem Darts-Turnier und feiern jeden Punkt des Schweizers frenetisch. Zwischen den Ballwechseln trällern sie Fanlieder.

Am Ende helfen alle Zurufe, all das Daumendrücken und das Klatschen nichts mehr. Das Break zum 1:2 ist das eine zu viel. Fritz ist in der Folge zu stark, zu souverän (über 30 Asse) und setzt sich gegen einen bis zum letzten Punkt grandios kämpfenden Stan Wawrinka in vier Sätzen durch. Im Achtelfinal trifft er auf den Italiener Lorenzo Musetti (ATP 5).

Dann sprintet er zum Bier

Normalerweise wird nur der Sieger auf dem Platz interviewt. Doch heute wird auch Wawrinka noch das Wort erteilt. Sogar Turnierdirektor Craig Tiley ist da und bedankt sich beim Schweizer. Es wird auch ein Video mit den Highlights des Champions von 2014 gezeigt. Das Publikum steht, alles ist sehr emotional. Auch Wawrinkas Vater ist da, hält auf der Tribüne mit seinem Smartphone alles auf Video fest.

Dann sagt er: «Es war so emotional hier die letzten 20 Jahre, weil ich so viel Support von den Fans gespürt habe. Ich bin traurig zu gehen, aber es war grossartig.» Dann sprintet er zur Kühlbox, holt ein Bier und stösst mit dem Turnierdirektor an.

Zum Wohl: Stan Wawrinka verabschiedet sich auf seine Art aus Melbourne.
Bild: AP

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