Tennis

Wie Carlos Alcaraz mit einem Schläger ohne Saiten und halbem Rahmen um die Rückkehr kämpft

Carlos Alcaraz hat dem Wimbledon-Final aus der Ferne verfolgt. Der Spanier kämpft sich nach empfindlicher Verletzung langsam zurück. Auch für die US Open könnte es eng werden.
Macht schwierige Zeiten durch: Carlos Alcaraz.
Bild: EPA / John G. Mabangalo

Carlos Alcaraz holt ganz vorsichtig zu seiner sonst so mächtigen Vorhand aus. Kein Ball wird fliegen - der Schläger des Tennis-Topstars ist unbesaitet und auch ein Stück des Rahmens fehlt.

Es sind kleine, mühsame Schritte, die der siebenmalige Grand-Slam-Sieger in seiner Reha macht. Alcaraz darf das empfindlich verletzte Handgelenk seines rechten Schlagarms noch immer nicht voll belasten – seit drei Monaten geht das nun schon so. Und auch mit Blick auf die US Open Ende August könnte es eng werden.

«Wenn er Mitte Juli noch nicht mal einen Ball sachte schlagen kann - ob das mit Cincinnati und den US Open was wird? Ich bezweifle es», sagte Boris Becker in seinem jüngsten Podcast mit Andrea Petkovic. «Wir hoffen, dass Carlos zurückkehrt, das Tennis braucht ihn», hatte zuvor sein grösster Widersacher Jannik Sinner nach dem Finaltriumph in Wimbledon betont.

Seit Mitte April ohne Turnier

Alcaraz, der 2023 und 2024 an der Church Road gewann und bei voller Gesundheit so spektakulär auftrumpfen kann wie kein anderer Profi, blieb wieder nur die undankbare Rolle des TV-Zuschauers. Der 23 Jahre alte Ausnahmespieler ist seit Mitte April ohne Tourauftritt, bei seinem Heimspiel in Barcelona zog er aufgrund von Schmerzen im Handgelenk raus.

Schnell war klar, dass der Rückschlag gravierend ist. Schon zu seiner Titelverteidigung in Paris konnte Alcaraz nicht antreten und musste verfolgen, wie Alexander Zverev erstmals den entscheidenden Schritt ging. Durch die Finalteilnahme des deutschen Topspielers auch in Wimbledon ist Alcaraz nun nur noch die Nummer drei der Welt.

Fragezeichen hinter US Open

Doch das ist für ihn aktuell sicher nicht entscheidend. Viel wichtiger ist, dass die Blessur vollumfänglich heilt und er sein Comeback nicht überstürzt. «Auf dem richtigen Weg» untertitelte er zuletzt das Video, das ihn bei den Trockenübungen mit dem Schläger zeigte. Zugleich wurde bekannt, dass das Mastersturnier in Montreal ab dem 2. August für ihn noch zu früh kommt. Läuft alles weiter positiv, wären die Cincinnati Open Mitte des kommenden Monats wohl ein neues Ziel, dann wäre auch New York noch drin. Doch das Fragezeichen hinter der Teilnahme ist gross.

Alcaraz hatte bei den US Open 2022 seinen ersten Majortitel gefeiert. Die Jahre darauf entwickelte sich die grosse «Sincaraz»-Rivalität mit Sinner, die dem Tennis viel Aufmerksamkeit sicherte. Nun könnte sich die Situation mit dem Erstarken von Zverev noch einmal verändern und weiter an Spannung gewinnen.

Fans, Experten und sogar die Konkurrenten sehnen jedenfalls die Rückkehr des früheren Weltranglistenersten herbei. Die Hoffnung ist gross, dass Alcaraz' Schläger bald wieder eine Saite hat. Und er seine mächtige Vorhand fliegen lässt.

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