Super League

Vier-Tore-Spektakel im Spitzenspiel, Sion distanziert St. Gallen und der Meister schwächelt weiter

Im Spitzenspiel der 8. Super-League-Runde hält sich Lugano die Berner vom Leib. Der FC Thun kommt weiterhin nicht in Fahrt und Sion lässt St. Gallen in der Ostschweiz keine Chance.

Die Young Boys verpassen im Spitzenkampf beim FC Lugano den Auswärtssieg knapp. In einer ereignisreichen Partie in der mit 8029 Zuschauern ausverkauften AIL Arena trennen sich die beiden Teams 2:2. YB drehte dabei einen frühen Rückstand, musste in der Schlussphase aber den Ausgleich hinnehmen.

Der Start ins Spiel misslang den Bernern komplett. Bereits in der zweiten Minute nutzte Daniel dos Santos die Unsicherheiten in der YB-Defensive. Nach einem Eckball brachten Edimilson Fernandes, Alan Virginius und Isaac Schmidt den Ball nacheinander nicht aus der Gefahrenzone, Dos Santos schlenzte aus der Distanz zur Führung.

Die Berner fingen sich in der Folge und übernahmen das Spieldiktat. In der 28. Minute flankte Bukinac in den Strafraum. Christian Fassnacht legte per Kopf ab auf Samuel Essende, der zum 1:1 einschob. Kurz vor der Pause erhöhte YB den Druck - und belohnte sich. Nach einem spektakulären Fallrückzieher von Alvyn Sanches verwertete Fassnacht den Abpraller zum 1:2 (45.). Es war bereits das vierte Saisontor des Zürchers.

In der zweiten Halbzeit kam bei Lugano der neu von Regensburg verpflichtete Felix Gebhardt zu seinem Debüt, weil von Ballmoos verletzungsbedingt in der Kabine bleiben musste. Gefordert wurde aber je länger je mehr sowieso sein Gegenüber Marvin Keller. Und in der 80. Minute konnte sich auch der YB-Goalie nicht mehr erfolgreich wehren, als Albian Ajeti, die Neuverpflichtung aus Basel, schon zum zweiten Mal mit einem späten Tor für Gefühlseruptionen sorgte.

Damit hält Lugano die Young Boys auf Abstand, und YB verpasst den ersten Sieg im Tessin seit 2022.

Sion düpiert St. Gallen in der Ostschweiz

Sion festigt in der 8. Runde der Super League seinen Platz in den Top 3. Beim 3:0 in St. Gallen machen die Walliser den Ostschweizern in Abwesenheit von deren Captain Lukas Görtler klare Sache.

Sion legte die Basis zum Erfolg in der ersten Halbzeit mit Toren von Ilyas Chouaref und Franck Surdez (37./45. Minute). Den frühen Schlusspunkt setzte Ali Kabacalman mit dem 3:0 nach einer Stunde nach Vorlage von Chouaref. Bei den ersten beiden Toren glänzte jeweils Sions Juwel Winsley Boteli als Vorbereiter.

St. Gallen stand ohne seinen verletzten Captain Lukas Görtler auf verlorenem Posten. Die Absenz des Aggressivleaders, mit dem der FCSG durchschnittlich 0,25 Punkte mehr pro Spiel und zehn Prozent mehr Punkte holte als ohne ihn, liess sich nicht kaschieren, wenngleich mit Carlo Boukhalfa ein anderer Leistungsträger in die Startelf zurückkehrte.

Sion festigte damit seinen 3. Tabellenplatz und schuf sich eine Differenz von fünf Punkten auf die fünftplatzierten St. Galler.

GC sticht gegen den Meister

Meister Thun tritt in der Super League auf der Stelle. Die Berner Oberländer unterliegen den Grasshoppers zuhause 0:1. Eine frühe Rote Karte gegen Captain Marco Bürki trägt zum nächsten Rückschlag bei.

Bürki wurde in der 38. Minute wegen eines Ellbogenschlags gegen Nikolas Muci vom Feld geschickt. Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gastgeber indes schon im Hintertreffen. Samuele Bengondo, Sohn des ehemaligen Winterthur-Stürmers Patrick Bengondo, erzielte in der 23. Minute seinen zweiten Saisontreffer.

Nach sieben Runden steht Thun damit bei zwei Siegen, einem Unentschieden und vier Niederlagen. Der Zauber der Vorsaison, als die Mannschaft unter Trainer Mauro Lustrinelli zum sensationellen Meistertitel flog, ist nach dem personelles Aderlass und dem mässigen Saisonstart endgültig verflogen.

Ein schwacher Saisonstart muss allerdings noch kein schlechtes Omen sein für einen Meister: Die Young Boys hatten 2024/25 nach sieben Spielen bloss sechs Punkte auf dem Konto und schlossen die Saison noch im 3. Rang ab, der FC Zürich gewann 2022/23 keines der ersten sieben Spiele und schaffte den Ligaerhalt letztlich ungefährdet.

GC setzte seinen Aufwärtstrend derweil fort. Der Barrage-Teilnehmer der letzten Saison feierte den zweiten Saisonsieg und blieb zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. (sda)

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