
Nach einem dramatischen Fünf-Gänge-Krimi verwies Steve Guerdat den Belgier Thibeau Spits auf Impress und den Briten Harry Charles mit Freda auf die weiteren Plätze.
Der 44-jährige Schweizer ist nun Olympiasieger, Weltmeister, Europameister und Weltcup-Sieger. Das hat vor ihm noch keiner geschafft.
Mit WM-Gold baut Guerdat seine ohnehin legendäre Erfolgsbilanz in echten Championats-Formaten weiter aus. Während seine Olympiamedaillen - Gold 2012 in London (mit Nino) und Silber 2024 in Paris (mit Dynamix) - in eintägigen Prüfungen entschieden wurden, glänzt der Schweizer besonders bei Mehrtages-Turnieren. Im Sattel von Dynamix krönte er sich bereits 2023 zum Europameister. Zudem verbuchte er in seiner Karriere bereits WM-Bronze (2018) sowie drei Gesamtsiege beim Weltcupfinal, der inoffiziellen Hallenweltmeisterschaft.
Das WM-Championat in der Aachener Soers verlangte vor 40'000 Zuschauern Mensch und Tier alles ab. Bereits am Freitagabend hatte Guerdat die Schweizer Equipe auf den sechsten Rang und damit vorzeitig zum Olympia-Ticket für Los Angeles 2028 geführt. Gleichzeitig übernahm er sich vor den beiden finalen Umgängen am Sonntag punktgleich mit dem Deutschen Daniel Deusser an die Spitze des Klassements.
Triumph auch dank Pferd Dynamix
Am Sonntag setzte sich Guerdat nach dem vierten Umgang mit seinem vierten Blankoritt ab. Co-Leader Deusser fiel auf Otello nach einem Fehler auf Platz 4 zurück. Damit befanden sich noch vier Paare innerhalb eines Abwurfs. Im letzten Parcours, der den Top 12 vorbehalten war, behielt der Jurassier einmal mehr die Nerven. Wieder null. So hatte er letztlich mehr als vier Punkte Vorsprung auf die Konkurrenten auf dem Podest und hätte sich sogar einen Abwurf leisten können.
Der neuerliche Triumph ist das Resultat jahrelanger, akribischer Arbeit. Die Stute Dynamix kam bereits 2018 im Alter von fünf Jahren in Guerdats Stall nach Elgg. Der Jurassier baute das Pferd über Jahre hinweg behutsam auf, bevor ab 2023 die grossen internationalen Erfolge folgten. Wie breit Guerdat sportlich aufgestellt ist, bewies er zudem unmittelbar vor der WM: Im Sattel von Iashin Sitte sicherte er sich vor Aachen den prestigeträchtigen und hochdotierten Million-Grand-Prix von Dublin. (sda)


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.