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48. Luzerner Stadtlauf

Wie Zurufe Menschen mit Beeinträchtigung beflügeln

Die Behindertensportgruppe Horw ist seit vielen Jahren am Stadtlauf vertreten. Auch wenn die Teilnahme einiges an Organisation erfordert, bleibt der Anlass von besonderem Wert.
Die glücklichen Stadtlauf-Finisherinnen und -Finisher der BSG Horw im Jahr 2025.
Bild: zvg

In diesem Jahr bekommt der Stadtlauf als Jahreshighlight der Behindertensportgruppe (BSG) Horw Konkurrenz. Anlässlich seines 50-jährigen Bestehens wird der Verein im Juli am PluSport-Tag in Magglingen teilnehmen. Gut, dass dazwischen ein paar Monate liegen, denn Anlässe dieser Dimension sind für den Horwer Verein stets eine gewisse Herausforderung. «Der Stadtlauf ist grösser geworden, unsere Mitglieder älter – da braucht es eine engere Begleitung », sagt Präsidentin Monika Koch. Auch erstmalige Teilnehmende oder Menschen mit Autismus oder Sehbehinderung bräuchten mehr Unterstützung. Am kommenden Samstag wird deshalb im Schnitt mit einer 2:1-Betreuung gelaufen – zwei Teilnehmende pro Betreuerin oder Betreuer. Die Lunchsäckli und T-Shirts werden vorgängig vom Betreuerteam eingesammelt, um den Tagesablauf für die Läuferinnen und Läufer zu vereinfachen.

«Der wichtigste Anlass direkt vor der Haustüre»

Auch finanziell ist der Stadtlauf für die Behindertensportgruppe Horw ein beträchtlicher Posten – ein grosser Teil des Jahresbeitrages der Mitglieder wird dafür aufgewendet. Zwar wären die Startplätze gegen Ende des Vorjahres noch günstiger, doch Monika Koch erklärt: «Für einige ist es sehr schwierig, sich im Dezember schon vorzustellen, was im April stattfindet. » Für eine finanzielle Entlastung sorgt die Stiftung Breitensport mit ihrer Rabattaktion. Seit 22 Jahren hat die BSG Horw keinen Stadtlauf ausgelassen. «Da die 1,48 Kilometer lange Strecke des Altstadt-Plauschrennens für fast alle unsere Mitglieder machbar ist, ist es für uns der wichtigste Anlass – und das direkt vor der Haustüre», schwärmt Monika Koch. Ziel ist, mit 50 der rund 100 Vereinsmitglieder zu starten. Unterwegs spielt das Publikum eine wichtige Rolle: «Zurufe tragen unsere Läuferinnen und Läufer unglaublich. Wenn sie erschöpft sind und ihren Namen rufen hören, geht ihnen das Herz auf, und die Energie ist plötzlich wieder da.»

Von links: Corsin Zemp, Michaela Bieri und Antony Müller sind auchin diesem Jahr wieder am Start.
Bild: zvg

Ein breites Angebot für Bewegung

Auch Läuferin Michaela Bieri freut sich auf die Unterstützung am Strassenrand: «Beim Nölliturm wartet immer mein Vater und macht coole Fotos», erzählt sie. Die 38-Jährige aus Root ist bereits seit Dezember angemeldet und trainiert seither fleissig. Das Laufen ist für sie aber nur eine von vielen sportlichen Betätigungen. «In erster Linie bin ich eine Wasserratte », hält sie fest. Vor 29 Jahren begann sie im Kinderschwimmen des Vereins. Seit zwei Jahren ist sie Teil des Vorstands. Neben Schwimmen besteht das Sportangebot des Vereins aus Nordic Walking, Fussball und Sport- Mix. In den letzten Jahren hat der Zulauf ein wenig abgenommen. Wie die Präsidentin erklärt, hat das jedoch positive Gründe: «Es gibt heute generell deutlich mehr Freizeitmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen.» Die BSG Horw trainiert in den Räumlichkeiten der Stiftung Brändi in Horw, zu der sie eine enge Beziehung pflegt. Unter dem Jahr stehen zudem diverse Turniere an sowie alle paar Jahre ein Sportweekend in Tenero.

Rabatt dank Stiftung Breitensport Soziale Institutionen aus der Zentralschweiz profitieren am Luzerner Stadtlauf von 20 Prozent Rabatt auf die Startgebühren in den Kategorien Altstadt-Plauschrennen und Altstadt-Plauschrennen kurz. Jährlich profitieren über 300 Teilnehmende von diesem Angebot.

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