
Die Worte sind wie immer, wenn ein neuer Klubbesitzer zur ersten Medienkonferenz lädt, gesalbt. «Es ist mir eine grosse Ehre. GC ist Rekordmeister und Zürich seit mehreren Jahren meine Heimatstadt. Ich bin sehr stolz, hier zu sein», sagt Ludovic Deléchat, der CEO der Bridge Football Group, dem neuen Mehrheitsbesitzer der Grasshoppers, am Mittwochnachmittag am GC-Hauptsitz an der Zürcher Schifflände. «GC steht für Tradition, Eleganz, Ambition. Das wollen wir so weiterführen.»
Aber für einmal bleibt es bei der Vorstellung nicht bei Worten. «Alain Sutter arbeitet nicht mehr als Sportchef», bestätigt Deléchat. Die offizielle Kommunikation sei noch nicht erfolgt, weil derzeit noch Verhandlungen über die Vertragsauflösung liefen, so der mit französischem Akzent wahlweise Deutsch, wahlweise Englisch sprechende Wahl-Zürcher Deléchat, der sich bei seiner Vorstellung als «GC-Fan seit meiner Kindheit» anpreist. Sportliche Entscheide sollen künftig innerhalb der Bridge Football Group zentral gefällt werden, ohne Sportchef, dafür auch mit Einbindung von Trainer Peter Zeidler.
GC als Flaggschiff
Man wolle nicht die gleichen Fehler wie frühere Besitzer machen, betont Deléchat: «Keine Versprechen - nur Taten! Was ich sagen kann: Wir werden sehr, sehr hart und mit dem gebührenden Respekt gegenüber diesem Klub arbeiten.» Das erste Ziel sei es, besser abzuschneiden als in der vergangenen Saison. Mittelfristig soll der Rekordmeister Schritt für Schritt wieder stabiler und wettbewerbsfähiger werden.

Für die Bridge Football Group ist GC nach Den Bosch (Niederlande/2. Liga), Pro Vercelli (Italien/Serie C) und Shaanxi Union (China/2. Liga) der vierte Klub. «GC ist für uns das Flaggschiff», betonte der in Zürich wohnhafte Deléchat. Das GC-Verwaltungsratsmitglied Andras Gurovits sprach von konstruktiven, unkomplizierten Verhandlungen und von einem «neuen Kapitel». Ein solches sei immer auch «eine neue Chance».
Der Captain bleibt, weitere Transfers geplant
Dass die Stadionfrage und das strukturelle Defizit den Klub vor Herausforderungen stellen, sei ihnen bewusst, sagt Deléchat. Vielleicht auch deshalb setzt GC im Kader auf Kontinuität: Captain Amir Abrashi wird nach positiven ersten Gesprächen mit den neuen Besitzern eine weitere Saison anhängen. Er habe viel Energie gespürt und einen «sehr, sehr guten ersten Eindruck» gewonnen, sagt Abrashi. «Man merkt, es kommen gute Leute», so Abrashi.
Die Einbindung von Nachwuchsspielern wie jene des 18-jährigen Mittelfeldakteurs Dominik Papic, der einen Vierjahresvertrag erhielt, stehe nach wie vor im Fokus, erklärte Deléchat. Gleichwohl kündigte der neue GC-Präsident an, dass der Klub auf dem Transfermarkt noch aktiv werden wolle und auch über «etwas Budget» dafür verfüge. (riz/watson/sda)
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