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Ski alpin

Robinson lässt Rekorde purzeln, Rast verpasst das Podest knapp und die US-Amerikanerinnen enttäuschen beim Heimrennen

Zweimal Laufbestzeit: Alice Robinson fährt im Riesenslalom in Copper Mountain in einer eigenen Liga. Camille Rast feiert derweil das zweitbeste Riesen-Ergebnis ihrer Karriere.
Camille Rast verbesserte sich im zweiten Lauf des Riesenslaloms in Copper Mountain um fünf Plätze.
Bild: Robert F. Bukaty

In Abwesenheit der verletzten Riesenslalom-Teamleaderin Lara Gut-Behrami sorgte Camille Rast für das Schweizer Highlight in Copper Mountain. Nach ihrem ersten Lauf und Zwischenrang 10 sagte die Walliserin gegenüber dem SRF noch: «Ich hatte zu viel Respekt – es liegt noch viel drin.» Diesen Respekt konnte die Walliserin im zweiten Durchgang komplett ablegen. Befreit fuhr sie die Piste in Colorado herunter und kam mit Bestzeit ins Ziel, was letztendlich zu Rang 5 reichte, 33 Hundertstelsekunden hinter dem Podest. Für die 26-Jährige ist es das zweitbeste Riesenslalom-Ergebnis ihrer Karriere nach dem 3. Rang in Killington vor einem Jahr.

«Seit Sölden hatten wir nur zwei Riesenslalom-Trainings. Ich glaube dafür war meine Leistung heute nicht so schlecht», sagte Rast lachend im Ziel. Mit einem starken Ergebnis in der Tasche kann die Walliserin am Sonntag in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, an den Start gehen.

Alice Robinson mit einem Sieg für die Geschichtsbücher

Zweimal Laufbestzeit, fast eine Sekunde Vorsprung auf ihre erste Verfolgerin: Alice Robinson fuhr an diesem Samstag in einer eigenen Liga. Zwei Tage vor ihrem 24. Geburtstag gewinnt die Neuseeländerin auf der energieraubenden Piste in Copper Mountain überlegen. Die zweitplatzierte Julia Scheib – beim Weltcup-Auftakt in Sölden ihrerseits mit grossem Vorsprung erfolgreich – distanzierte Robinson um 0,96 Sekunden. Thea Louise Stjernesund auf Rang 3 verlor 1,08 Sekunden auf die Neuseeländerin.

Alice Robinson feiert den fünften Weltcupsieg ihrer Karriere mit ihrem Team.
Bild: Robert F. Bukaty

«Es war ein fantastischer Tag. Es fühlte sich an, als würde mir alles gelingen», sagte die strahlende Siegerin nach dem Rennen. Mit ihrem fünften Weltcupsieg schrieb die Neuseeländerin Geschichte. Keine Athletin ausserhalb Europas oder Nordamerikas hat jemals mehr Siege auf höchster Stufe eingefahren.

Enttäuschende US-Amerikanerinnen rund um Shiffrin

In Sölden hatten die US-Frauen noch geglänzt – drei Athletinnen in den Top 6 und historische sechs Fahrerinnen im zweiten Lauf. Beim Heimrennen in den USA jedoch halbierte sich die Zahl derer, die überhaupt in die Entscheidung kamen. Und auch dort lief es nicht nach Wunsch: Nina O’Brien und die zweifache Saisonsiegerin Mikaela Shiffrin mussten sich mit den Rängen 11 und 14 zufriedengeben, während Paula Moltzan bereits kurz nach der ersten Zwischenzeit – als einzige Fahrerin im zweiten Durchgang – ausschied. Dabei hatte das Trio zum Saisonstart noch die Plätze 2, 4 und 6 belegt.

Gemischte Gefühle bei Mikaela Shiffrin nach dem Riesenslalom in Copper Mountain.
Bild: Robert F. Bukaty

Trost kann Shiffrin darin finden, dass sie auch nach dem Riesenslalom Gesamtweltcup-Führende bleibt und ihre Paradedisziplin am Sonntag noch bevorsteht. Im dritten Slalom der Saison könnte die 30-Jährige den dritten Sieg in Serie einfahren. «Ich bin sehr aufgeregt. Es wird aber eine Herausforderung. Wir sind in einer grossen Höhe und es wird ein langer Slalom», sagte Shiffrin zum Slalom vom Sonntag. Die Rennen in Copper Mountain finden knapp 3000 Meter über Meer statt, was vielen Athletinnen Probleme bereitet. Diverse Athletinnen kamen ausser Atem im Ziel an.

Vanessa Kasper mit Achtungserfolg

Wendy Holdener startete angriffig in den zweiten Lauf, jedoch schlichen sich danach einige Fehler ein. Mit ihrem 18. Platz durfte die Slalom-Spezialistin dennoch zufrieden sein. Für Vanessa Kasper war schon die Qualifikation für den zweiten Durchgang als 17. ein kleiner Erfolg. In der Entscheidung zeigte sie eine kämpferische, aber oft zu weite Linie um die Tore, was ihr am Ende Rang 26 einbrachte. Nur viermal zuvor war sie im Weltcup besser klassiert. Sue Piller verpasste als 31. den zweiten Lauf nur haarscharf, Simone Wild war als 50. deutlich weiter entfernt.

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