Fussball

«Keine leichte Entscheidung»: Silvan Widmer sagt der Nati Adieu

Wochenlang hat Silvan Widmer über seine Zukunft nachgedacht und Gespräche geführt. Nun zieht sich der 33-Jährige aus der Nationalmannschaft zurück – auch mit Blick auf seinen Körper.

Der Entscheid, das Nati-Trikot an den Nagel zu hängen, sei nicht von heute auf morgen gefallen, wie der Aargauer an einer Medienkonferenz erklärt. «Nach dem letzten Spiel an der WM habe ich mir viele Gedanken gemacht», sagt Silvan Widmer.

Nach zahlreichen Überlegungen und Gesprächen in den vergangenen Wochen – unter anderem mit Nati-Trainer Murat Yakin und Urs Fischer, seinem Trainer beim FSV Mainz 05 – sei er zum Schluss gekommen, dass nun der richtige Zeitpunkt für den Rücktritt gekommen sei. «Auch wenn es keine leichte Entscheidung war, weil mir die Nati nach wie vor unheimlich viel bedeutet.»

Mit dem Rücktritt will er seinem Körper künftig mehr Erholung ermöglichen. «Ich will so lange wie möglich auf höchstem Niveau spielen», erklärt Widmer. Wie lange das noch sein wird und ob zum Karriereende eine Rückkehr in die Schweiz infrage kommt, lässt er offen. Sein Fokus liegt nun voll und ganz auf der Bundesliga-Saison. Das Ziel sei in erster Linie, genügend Punkte zu sammeln, «damit wir nichts mit dem Abstieg zu tun haben».

Seit 2021 an jedem grossen Turnier dabei

Seine Karriere in der A-Nationalmannschaft begann vor fast zwölf Jahren. Am 14. Oktober 2014 gab Widmer unter dem damaligen Nationaltrainer Vladimir Petkovic sein Debüt. Seinen Stammplatz musste sich der Verteidiger allerdings hart erarbeiten. Bis 2019 spielte mit Stephan Lichtsteiner ein Konkurrent auf seiner Position, der den Anspruch hatte, immer zu spielen. «Richtig Fuss fassen konnte ich in der Nati erst etwa ab 2020», sagt Widmer.

Ab 2021 stand Widmer an jeder Welt- oder Europameisterschaft im Schweizer Aufgebot. Damit gehört er zu einem Kreis von 23 Akteuren, die an mindestens vier Endrunden teilgenommen haben. Ein ganz besonderer Moment sei der Sieg im Elfmeterschiessen an der EM 2021 gegen Frankreich gewesen. «Das war das emotionalste Spiel meiner ganzen Karriere.»

An der WM in Nordamerika wurde Widmer als nominell einziger Rechtsverteidiger aufgeboten. Er kam in fünf der sechs Partien der Schweizer Nati zum Einsatz, stand jedoch nur einmal in der Startaufstellung. Stattdessen erhielten Dennis Zakaria und einmal auch Luca Jaquez das Vertrauen auf seiner Position. Diese Umstände hätten seine Gedanken rund um den Rücktritt jedoch nicht beeinflusst, betont der 33-Jährige.

«Wir haben einen wundervollen zusammenhalt»

Seinen letzten Einsatz absolvierte Widmer beim schmerzhaften Viertelfinal-Aus gegen Argentinien. Das 1:3 nach Verlängerung bedeutete im Nachhinein auch das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere.

Vermissen wird Widmer vor allem das Miteinander mit den Nati-Teamkollegen: «Wir haben einen wundervollen Zusammenhalt.» Einen einzelnen Höhepunkt seiner Nati-Zeit herauszugreifen, fällt ihm entsprechend schwer: «Jedes Turnier hat seine eigene Geschichte, die ich nie vergessen werde.»

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