Alle Jahre wieder erliegen Manager, Sportchefs, Bandengeneräle und Fans einer kollektiven Selbsttäuschung: Ach, es ist ja erst September. Es gibt noch mehr als 40 Spiele. Noch genügend Zeit. Als wären die Punkte des Septembers aus einem anderen Material als jene im Februar.
Dabei lehrt uns die Geschichte, dass ein Wetterleuchten im September sehr oft in ein Gewitter, ein September-Blues in Katzenjammer übergehen kann. Und umgekehrt die Dynamik aus dem September ein Team bis ins nächste Frühjahr tragen kann.
Kahlschlag in Ambri
Acht Niederlagen im September 2025 lösen in Ambri das grösste Drama seiner Geschichte aus: Präsident, Geschäftsführer, Sportchef und Trainer verlieren Amt und Job.
Tapola auf dem Schleudersitz
Ein schmähliches 0:4 in der Ajoie ist am 20. September der Anfang einer Entwicklung, die Jussi Tapola schon im Oktober in Bern den Job kosten wird.

Beginn der Zuger Talfahrt
Eine Verlängerungs-Pleite (3:4) gegen Langnau und ein 0:6 gegen die Lakers sind im September ein Wetterleuchten, das in Zug ein reinigendes Gewitter ankündigt, das Manager, Sportchef und Trainer aus dem Amt fegen wird.
Ausverkauf in Biel
Biel kommt nach drei Niederlagen in den vier ersten Spielen bis zum Saisonende nicht mehr aus dem Tabellenkeller und am Ende haben der talentierteste Schweizer Verteidiger (Dionicio), vier Ausländer und der Cheftrainer den Job verloren.

Davos ging erst im letzten Spiel die Puste aus
Mit neun Siegen im September nimmt Davos Fahrt auf und braust bis ins siebte Finalspiel.
Erfolgreicher September als Auftakt zur Unsterblichkeit
Ebenfalls mit acht Siegen im September beginnt Gottéron seine erste Meistersaison.

Verblüffende Rosenstädter
Die Lakers werden mit der Dynamik aus sieben Siegen im September das Überraschungsteam der Saison.
Was also lernen wir aus der ersten Qualifikationswoche im September 2026?
Ajoie hat dreimal hintereinander gegen Ambri (2:3 n.P), in Genf (4:3 n.P.) und gegen Kloten (4:3 n.V) gepunktet. Der beste Saisonstart der Geschichte. Wenn es jetzt nicht gelingt, zum ersten Mal den letzten Platz loszuwerden, wann dann?

Bern ist bereits warmgeschossen
Der SC Bern, erstmals seit mehr als zehn Jahren von einem ernst zu nehmenden Kanadier gecoacht, stürmt in den ersten beiden Partien gegen Titanen (3:5 in Zürich, 5:2 gegen Davos) zu acht Treffern. Letzte Saison schablonierten sich die Berner im Schnitt zu 2,2 Toren pro Partie. Ein offensives SCB-Wetterleuchten im September, das Spektakel auf und nicht neben dem Eis ankündigt und direkt in die Playoffs führen kann.
Zug wieder obenauf?
Zug kommt mit einem 4:0 beim Finalisten von 2024 und 2025 (Lausanne) und einem 6:2 beim Finalisten von 2026 (Davos) aus den Startlöchern. Das müsste eigentlich die Initialzündung zu einer Rückkehr in die Spitzengruppe sein.
Mit Reto Berra ist in Kloten vieles möglich
Trainer Michael Liniger hat Reto Berra nach zwei Startsiegen in Rapperswil-Jona (4:3 n.V) und gegen Lugano (3.2) bereits eine Ruhepause gegönnt und in der Ajoie Davide Fadani (Fangquote 82,35 %) eine Chance gegeben und verloren (3:4 n.V). Das ist die Warnung des Septembers: Kloten kommt ohne Reto Berra nicht aus dem Tabellenkeller.

Wieder nichts für Biel?
Harri Säteri ist 35 Jahre alt und hat in den ersten beiden Partien mit Biel gegen Gottéron (4:2) und Langnau (3:4 n.P) bereits vier nicht unhaltbare Treffer zugelassen und eine Penalty-Entscheidung verloren. Aus einem Goalie-Blues im September kann unverhofft ein Katzenjammer im Dezember werden.
Meisterblues? Die ZSC Lions haben im Frühjahr 2025 den Titel verteidigt. Damit haben sie früh mit sieben Siegen aus acht Partien im September 2024 angefangen. Ein Jahr später haben sie im September 2025 nur noch vier von acht Partien gewonnen. Gottéron hat bereits eine Niederlage eingefahren und sollte also im September die nächsten fünf Spiele (Davos, Servette, Langnau, Bern, Kloten) gewinnen…



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