Die Fussball-Nati ist aufs Velo gekommen! Als Xhaka und Co. vor zwei Jahren in Stuttgart ihre Unterkunft während der Euro 2024 bezogen, warteten neben den Hotelangestellten auch zahlreiche Fahrräder auf die Schweizer. Auf diesen absolvierten Spieler und Staff jeweils die 500 Meter bis zum Trainingsplatz. Aber nur, weil die Uefa ein Auge zudrückte: Offiziell durften sich die EM-Teilnehmer aus Sicherheitsgründen ausserhalb ihres Hotels nur im Bus fortbewegen.

Frische Luft und pedalen als Warm-Up fürs Training: So wollte Nati-Trainer Murat Yakin seine Stars auch an der WM in den Tag starten lassen. Fünf Kilometer idyllischer Veloweg durch die Natur liegen zwischen dem Teamhotel und dem Trainingsplatz. Anders als die Uefa hatte die Fifa nichts dagegen, aufs Velo steigt die Nati aber trotzdem nicht.
Denn die Hügel nördlich von San Diego locken nicht nur Naturliebhaber, sondern auch giftige Klapperschlangen an. Mehr noch: Die Grenzstadt zu Mexiko gilt als der Klapperschlangen-Hotspot der USA. Und in diesem Jahr sind die Tiere wegen des sehr warmen Frühlings besonders zahlreich unterwegs.

In den letzten Tagen und Stunden ging die Schweizer Nationalmannschaft viral wegen eines Instagram-Posts. Darin machte der Schweizerische Fussballverband darauf aufmerksam, dass ausserhalb des Trainingsgeländes der Jewish Academy wilde Schlangen leben. Genauer gesagt: Klapperschlangen, die stark giftig sind. In gewissen nordamerikanischen Medien wurde schon spekuliert, ob das Schweizer Team sich vielleicht eine andere Basis sucht. Verbands-Mediensprecher Sergio Affuso meldet hingegen: «Wir fühlen uns auf dem Gelände der Jewish Academy sehr sicher.»
Zwar gelten Klapperschlangen nicht per se als aggressiv, den Schweizern wurde von den lokalen Behörden aber eindringlich vom Velofahren abgeraten. Die Tiere könnten von den vorbeiradelnden Fussballern erschreckt werden und dann zubeissen.
Auch auf dem Hotelgelände, das die Schweizer wegen der vielen Aussenbereiche ausgewählt haben, müssen die Spieler beim Chillen auf der Hut sein. Das gilt noch viel mehr für die passionierten Nati-Golfer Gregor Kobel, Michel Aebischer, Ruben Vargas, Silvan Widmer und allen voran Trainer Murat Yakin: Direkt neben dem «Fairmont Grand Del Mar» lockt eine prächtige Anlage, auf die sich aber halt auch viele Schlangen verirren.

Der Biss einer Klapperschlange gilt in der Regel zwar nicht als lebensgefährlich, hätte für das Opfer aber auf jeden Fall einen Spitalbesuch und damit ziemlich sicher das WM-Out zur Folge. Stellen Sie sich die Schlagzeile vor einem allfälligen Achtelfinal vor: Schlange beisst Schweizer Nati-Captain Xhaka!
Also steigen die Spieler nun jeden Morgen in den Bus, der sie zum Trainingsplatz auf der «Jewish Academy» bringt. Eine Tagesschule für die Kinder wohlhabender jüdischer Familien mit moderner Sportinfrastruktur. Auch dort sind die Klapperschlangen Thema, kriechen sie doch durchs hügelige Gebüsch rund um den Trainingsplatz. Doch in diesem Fall ist das, solange niemand einen vorbeigeschossenen Ball holen muss, sogar ein Vorteil: Mögliche Spione, entsandt von den Trainern der Schweizer WM-Gegner, werden sich kaum in die Büsche zu den giftigen Schlangen wagen.

Spionagegefahr herrschte übrigens auch vor zwei Jahren an der EM, wegen der Aussichtsplattform auf dem 200 Meter hohen Fernsehturm direkt neben dem Schweizer Trainingsplatz. Während der Einheiten patrouillierten Sicherheitsleute und hielten Ausschau nach verdächtigen Personen mit Feldstechern. Diese Kosten kann sich der Verband an der WM sparen, den Klapperschlangen sei Dank.



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.