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Motorsport

Weil Autos zu teuer waren, machte er auf zwei Rädern Karriere: Jacques Cornu ist verstorben

Der Schweizer Motorsport trauert: Einer seiner berühmtesten Vertreter, der Neuenburger Motorradfahrer Jacques Cornu, ist am Montag nach langer Krankheit verstorben. Seine Familie bestätigt den Tod des 72-Jährigen gegenüber der Westschweizer Tageszeitung ArcInfo.

Cornu machte sich in den Achtzigerjahren einen Namen, als er zunächst als Privatfahrer mit geringen Mitteln in den WM-Tross einstieg. Trotz wenig konkurrenzfähiger Ausrüstung machte er auf sich aufmerksam und belegte insbesondere 1984 beim GP der Niederlande in Assen einen starken 2.Rang in der 250-ccm-Klasse. Danach machte er Karriere und wurde ab 1985 Werksfahrer im Rahmen des «Parisienne»-Projekts und des Teams, das damals von Michel Métraux geleitet wurde, dem Grossvater der Golfspielerinnen Kim und Morgane Métraux.

Jacques Cornu, auf Honda in der 250ccm-Klasse, am 24. April 1988 beim GP von Spanien.
Bild: Keystone

Als Anekdote sei erwähnt, dass der «grosse Jacques», wie er genannt wurde, mit dem Motorradfahren begonnen hatte, weil er sich mit seinem Gehalt als Mechaniker kein Auto leisten konnte. Auf zwei Rädern fand er seinen Weg. Der Neuenburger glänzte zunächst, indem er Ende der Siebzigerjahre mehrfach Schweizer Meister wurde, bevor er in die höhere Liga aufstieg.

Drei Grand-Prix-Siege

Cornu hat sich eine beachtliche Erfolgsbilanz aufgebaut: Er gewann drei Grand Prix in der 250-ccm-Klasse (Österreich und Frankreich 1988, Belgien 1989) und belegte in diesen beiden Jahren Platz 3 in der WM-Wertung. Insgesamt stand er 21 Mal bei Grand-Prix-Rennen auf dem Podium.

Jacques Cornu im Jahr 2019 in seinem Haus in Hauterive. Mit seiner 250cc Lucky Strike-Honda gewann er 1989 seinen letzten Grand Prix.
Bild: Laurent Gillieron/Keystone

Als vielseitiger Fahrer glänzte er auch im Langstrecken-Rennsport und gewann insbesondere 1982 den Weltmeistertitel sowie im Jahr darauf die 24 Stunden von Le Mans. Die im Langstrecken-Rennsport erzielten Gewinne ermöglichten es ihm, einen Teil seiner Anfänge im Grand-Prix-Sport zu finanzieren.

Wieder aufstehen und zurückkommen

Seine Karriere verlief nicht immer reibungslos. Verletzungen bremsten ihn oft aus, doch er fand stets die Kraft, wieder aufzustehen und zurückzukommen. Als fröhlicher und offener Mensch, der den Medien gegenüber sehr zugänglich war, hat Cornu seine Zeit geprägt.

Er beendete seine Karriere 1990. Danach blieb das Motorrad weiterhin ein fester Bestandteil seines Lebens. Über die Cornu Master School gab er seine Erfahrung an mehrere Generationen von Motorradfahrern weiter. Deren vorrangiges Ziel war es, den Fahrerinnen und Fahrern beizubringen, ihre Maschine zu beherrschen, um Unfälle zu vermeiden.

In seinen letzten Jahren machte Cornu die Gesundheit zu schaffen. Doch wie schon damals, als er auf den Rennstrecken fuhr, stellte sich der Neuenburger der Herausforderung und hielt durch, solange er die Kraft dazu hatte. (sda)

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