Am Donnerstag ging für den Beachvolleyballer Leo Dillier die Beachvolleyball-EM in Polen zu Ende. Kurz nach dem Aus hat er in einer offiziellen Medienmitteilung seine Homosexualität öffentlich gemacht.

In einem Video erklärt der 25-Jährige: «Im Spitzensport gibt es einen gewissen Stereotypen: So muss ein Athlet sein, damit er performen kann. Das hat mir sehr zu schaffen gemacht, weil ich nicht ganz reinpasste, weil ich ein bisschen anders war.» Ausserdem stellt Dillier klar, dass im Spitzensport – vor allem bei den Männern – noch immer abwertend über Homosexualität gesprochen wird: «Schwulsein wird oft mit einer Schwäche gleichgesetzt. Es gibt extrem wenige Athleten, die über dieses Thema reden.»
Schweizer Männer, welche sich während ihrer Karriere outen, sind noch immer sehr selten. Das wohl berühmteste Beispiel ist der Schwinger Curdin Orlik.
Auf der Beachvolleyball-Tour gibt es einige Länder, in denen Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird und sogar zur Todesstrafe führen kann. «Ich muss mich informieren, wo Homosexualität wirklich gefährlich ist», sagt Dillier in seinem Video. Zudem sei es schon zu Reibungspunkten mit Trainerinnen und Trainern aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten gekommen.
Dillier will als Vorbild auftreten
Weiter sagt der Schweizer Meister aus dem Jahr 2022: «Ich brauchte lange, bis ich akzeptierte, dass ich anders bin und dass ich so lieben darf, wie ich möchte.» Dillier möchte mit seinem Coming-out auch als Vorbild auftreten. «Als ich 15 Jahre alt war und extrem gehadert habe, hätte ich mir gerne ein Vorbild im Spitzensport gewünscht, welches gleich ist und mit dem ich mich hätte identifizieren können. Ich hoffe, dass ich damit Leute inspirieren kann.»

Dillier spielt seit 2025 zusammen mit Marco Krattiger und das grosse Ziel des Duos ist es, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren. (watson/riz)
Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.