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Fussball

Kriens knackt das Beton-Bollwerk

Der SC Kriens hat die Tabellenspitze fest im Griff. Lausanne U21 mauert zwar wie auf der Baustelle, doch der SCK findet dreimal die Lücke.

Der SC Kriens sicherte sich mit einem souveränen Auftritt und einem 3:0 (2:0)-Sieg drei weitere Punkte im Kampf um den Aufstieg in die Challenge League. Das Aufstiegsrennen ist mittlerweile nur noch ein Zweikampf mit dem zweitplatzierten SC Brühl. Bavois hat offenbar gar keine Spiellizenz für die zweithöchste Liga beantragt.

Célien Wicht (weisses Trikot) brachte Kriens mit einem Kopfball in Führung.
Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 7. 3. 2026)

Die Lausanne-Talente hatten vor einer Woche ihr Heimspiel gegen Cham 0:2 verloren. Dass sie nun aber nicht einfach zu einem gediegenen Ausflug in die sonnige Innerschweiz gereist waren, bewies am Samstagabend in Kriens beispielsweise Innenverteidiger Dricssi Ngonzo, der in der Startviertelstunde den Krienser Offensivspielern Rrezart Hoxha und Célien Wicht (für den verletzten Nando Toggenburger in die Startelf gerückt) mit grenzwertig hartem Einsatz den Tarif durchgab. Tja, so wird es dann im wunderbaren Fall eines Aufstiegs in der Challenge League öfters sein. Ansonsten lautete die Taktik der Westschweizer: Beton mischen, mauern und gelegentlich kontern.

Und Kriens? Hatte zu Beginn seine liebe Mühe damit. Der SCK war zwar dauerdominant, drückend überlegen und presste vehement, aber die Tür zum Tor, die blieb vorerst versperrt. Es brauchte Geduld statt Bohrmaschinen.

Beruhigende 2:0-Führung bis zur Pause

Immerhin: Innert 27 Minuten hatten sich die Krienser fünf Eckbälle erarbeitet, und eben dieser fünfte brachte dann die Führung: Hoxha flankte, Wicht köpfelte in der Mitte einen auf der Torlinie stehenden Lausanne-Spieler an, worauf der Ball hinter die Linie kullerte. In der 37. Minute hätte Kriens im Gästestrafraum gleich mehrfach das 2:0 erzielen können, ja müssen. Es gab «nur» den sechsten Eckball, diesmal von Luka Sliskovic getreten - worauf Hoxha mit seinem Schuss aus 14 Metern tatsächlich auf 2:0 erhöhte. Der 27-jährige Hoxha befindet sich derzeit in beeindruckender Form, und eigentlich darf man das ruhig auf das ganze SCK-Team beziehen. Allerdings hatte es kurz vor dem Pausenpfiff Glück, dass Lausannes Adrian Dalliard nach einem weiten Einwurf den Ball nur an den Pfosten lenkte.

Der SC Kriens feiert das 2:0 durch Rrezart Hoxha.
Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 7. 3. 2026)

Definitive Siegsicherung durch Sliskovic

Lausanne gab seine extreme Defensivtaktik auch nach der Pause nicht auf. Mitverantwortlich dafür war aber der Tabellenleader, der nicht locker liess und selbstbewusst das 3:0 suchte. Die Gäste aus der Romandie hatten in der 61. Minute zwar eine grosse Chance zum Anschlusstreffer, doch dann war die Lausanne-Luft draussen. Zu anstrengend war das Betonmischen gewesen. Der Krienser Sliskovic hätte in der 77. Minute das 3:0 markieren müssen. Das holte der Flügel mit dem feinen Ballgefühl in der 82. Minute nach, und zwar nach einem unverzeihlichen Ballverlust von Aukan Moraga. Der schnelle Esey Gebreyesus hatte in der Nachspielzeit sogar noch das 4:0 auf dem Fuss.

In der Kabine wird nicht über den Aufstieg geredet

Kriens-Captain Alejandro Willimann sagte nach dem 3:0-Sieg: «Eigentlich hatten wir Lausanne anders erwartet, mehr spielerisch und weniger mit langen Bällen. Aber nach einer Weile haben wir zu unserem Spiel gefunden und waren dominant. Und auch nach dem 2:0 blieben wir konzentriert.» Trainer Michael Winsauer meinte: «Ja, es brauchte Geduld. Aber wir haben unsere offensiven Qualitäten.» Wird jetzt in der Kriens-Kabine bereits vom Aufstieg gesprochen? «Null!», antwortet Winsauer. Und Willimann bestätigt: «Definitiv nicht.» Winsauer weiter: «Ich muss jetzt halt eine Floskel raushauen: Wir gehen von Spiel zu Spiel, ich glaube, wir sind damit gut beraten.»

Am letzten Mittwoch hatte Kriens-Verfolger Brühl übrigens daheim gegen die U21 der Young Boys nur 2:2 gespielt. Am Sonntag folgte dann die Brühler 0:1-Niederlage in Biel. Das bedeutet: Kriens hat jetzt fünf Punkte Vorsprung, mit +12 die bessere Tordifferenz und erst noch ein Spiel weniger ausgetragen. Dieses folgt sogleich: Der SC Kriens muss am Mittwoch zum schwierigen Duell nach Bavois fahren. Allerdings: mit sehr viel Selbstvertrauen.

Tristan Diaz Negrone (Lausanne, links) im Duell mit 3:0-Torschütze Luka Sliskovic.
Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 7. 3. 2026)

Kriens - Lausanne U21 3:0 (2:0)
Kleinfeld. - 953 Zuschauer. - SR Lehmann.
Tore: 27. Wicht 1:0. 38. Hoxha 2:0. 82. Sliskovic 3:0.
Kriens: Zajac; Hermann, Willimann, Heiniger, Touré; Siegrist (78. Riedmann), Romano (78. Rüedi), François; Hoxha (69. Facal); Wicht (69. Gebreyesus), Sliskovic (86. Caserta).
Lausanne: Grosso; Diaz, Moreno Vinas, Ngonzo, Gaxheri; Ahuissou (81. Milovanovic), Mandaka (46. Moraga); Dalliard (59. Boughanem), Bruchez (46. Despotovic), Lachhab; Renovales (75. Lötscher).
Bemerkungen: Kriens ohne Toggenburger, Fäh, Wälti, Aversa und Jetzer (alle verletzt). 44. Pfostenschuss Dalliard. 47. Tor von Wicht wegen Abseits aberkannt. 71. Tor von Facal wegen Handspiel aberkannt. Verwarnungen: 42. Moreno Vinas (Foul), 66. Romano (Foul), 79. Diaz (Reklamieren). Hermann für 100. Spiel im SCK-Dress geehrt.

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