
Die Hoffnung war zurückgekehrt. Ende Juli trainierte Samuel Giger erstmals seit längerer Zeit wieder im Sägemehl. Die Genesung verlaufe besser als erwartet, sagte der 28-Jährige damals gegenüber SRF. Im Optimalfall könne er am Schwägalp-Schwinget vom 16. August antreten. Nun ist klar: Dieser Optimalfall tritt nicht ein. Auf der aktuellen Teilnehmerliste wird der Rekordsieger nicht mehr geführt.
Damit setzt sich eine Zwangspause fort, die bereits fast drei Monate dauert. Seinen letzten Wettkampf bestritt Giger am 25. Mai am Luzerner Kantonalschwingfest in Ruswil. Anfang Juni zog er sich im Training eine Verletzung an der Schulter zu. Am 10. Juni gab er bekannt, mehrere Schwingfeste absagen zu müssen. Seither verpasste er unter anderem den Stoos-Schwinget vom 14. Juni, das Nordostschweizer Schwingfest in Güttingen vom 28. Juni, das Bernisch-Kantonale im Wankdorf vom 5. Juli und den Brünig-Schwinget vom 26. Juli.
Als erster möglicher Termin für die Rückkehr galt danach das Schaffhauser Kantonalschwingfest vom 9. August. Giger war dort zunächst auf der Startliste aufgeführt, musste sein Comeback jedoch wenige Tage vor dem Anlass verschieben. Die Verletzung sei noch nicht vollständig ausgeheilt und lasse einen Einsatz nicht zu, hiess es. Nun fällt auch der nächste Belastungstest auf der Schwägalp weg.
Warum Giger nichts überstürzt
Öffentlich bekannt ist lediglich, dass Giger an einer Zerrung der Schultermuskulatur leidet. Welche Strukturen betroffen sind und wie schwer die Verletzung ist, wurde nicht kommuniziert. Giger selbst war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht verfügbar, wie sein Management auf Anfrage mitteilte.
Gerade im Schwingsport wird die Schulter beim Greifen, Ziehen und Abfangen stark beansprucht. Beschwerdefreies Training allein bedeutet deshalb noch nicht, dass die Schulter bereits sechs Wettkampfgängen standhält. Eine zu frühe Rückkehr könnte dazu führen, dass die Beschwerden erneut auftreten – oder sich verschlimmern.
Dass Giger nichts erzwingt, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig wird die Ausgangslage mit Blick auf den Kilchberger Schwinget vom 5. September heikler. Giger hat diesen Anlass schon bei Bekanntgabe seiner Verletzung als grosses Saisonziel bezeichnet. Ohne Schwägalp bleibt ihm vor Kilchberg allerdings kein Wettkampf mehr, um seine Schulter unter Ernstkampfbedingungen zu testen. Ob Giger dort tatsächlich antreten kann, bleibt offen. Sicher ist vorerst nur: Sein Comeback wird erneut vertagt.
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