Handball

Keine Punkte zum Start: Der RTV Basel verpasst das erste Teilziel und verliert auch den Heimauftakt

Nach dem Auftakt in Thun ist der RTV auch in der zweiten Runde der neuen NLA-Saison gegen GC chancenlos. Vor allem die Defensive funktioniert noch nicht wie gewünscht.

Nach der klaren Niederlage in Thun zum Saisonauftakt unter der Woche empfing der RTV Basel am Samstag im ersten Heimspiel GC Amicitia Zürich. Der Gegner verfügt zwar nicht über Spieler mit jener individuellen Klasse wie die Berner Oberländer, dennoch herrscht bei den Zürchern so etwas wie Aufbruchstimmung. Seit Sportchef Andrija Pendic am Ruder ist, weht ein frischer Wind, im Kader stehen mehrere Nachwuchs-Internationale mit grossem Potenzial und das Startspiel gegen Stäfa konnte souverän gewonnen werden, sodass die Zürcher mit breiter Brust die Rankhofhalle betreten konnten.

Von Beginn an entwickelte sich ein munteres Spiel, bei dem sich der RTV das drei Tage zurückliegende Negativerlebnis nicht anmerken liess. Selbst eine Zeitstrafe nach 28 Sekunden (!) gegen Renato Vögtli hatte keine negativen Auswirkungen. Die Basler kamen in die Gänge und fanden offensiv zumeist Lösungen. Der Zeitspiel-Arm der Schiedsrichter kam nur selten zur Anwendung.

Ein Doppelschlag von Captain Basil Berger nach acht Minuten brachte den Schwarzweissen erstmals eine Zwei-Tore-Führung (5:3) und als Ante Babic zwei Zeigerumdrehungen später auf 7:4 erhöhte, versuchte Gästetrainer Werner Bösch dem RTV-Flow ein Timeout entgegenzusetzen.

Die unmittelbare Wirkung war ein Überzahlspiel, das die Basler nicht zu ihren Gunsten nutzen konnten. Marc Guardia verhinderte mit einer Glanzparade gegen Yann Thümena (12.) das 7:5. Der Katalane im Basler Tor packte auch in der Folge regelmässig starke Reflexe aus, konnte aber nichs daran ändern, dass die Gäste den Abstand zu verkürzen begannen. Während den Realturnern verstärkt Geduld und Coolness bei ihren Angriffen fehlten, profitierte GC bei seinen schnörkellos vorgetragenen Gegenstössen davon und drehte die Parte. Zur Pause stand es 15:16 – sehr zum Ärger von Thomas Haegeli. Der RTV-Trainer fand: «Eigentlich hatten wir den Sieg bereits in der Tasche.»

Es wird turbulenter und GC profitiert

Nach dem Seitenwechsel wurde der Match etwas wilder: Die Zürcher bauten erst den Vorsprung auf drei Längen aus (32.), ehe die Schwarzweissen innert kürzester Zeit den Ausgleich schafften (35.). Insgesamt machten aber die jungen GC-Spieler vor dem Tor den abgezockteren Eindruck und holten sich bald wieder ihr Drei-Tore-Polster zurück.

Während sich bei den Gästen die Tore auf viele Schultern verteilten, lebte die RTV-Offensive an diesem Abend vor allem von Babic und Berger. Topskorer Aleksander Spende glänzte zwar als Vorbereiter mehrerer Treffer, hatte aber im Abschluss nicht die gewohnte Réussite. Trainer Haegeli sah das Problem aber anderswo: «Handball ist nicht nur Offensive, Handball ist auch Defensive.» Mit der Abwehrleistung war der Franzose überhaupt nicht zufrieden. «Die Zürcher kamen im Eins-gegen-Eins sehr einfach vorbei.»

Der gute Goalie hält den RTV im Spiel

Weil Guardia zwischen den Pfosten weiterhin hexte, hatte die Basler Hoffnung auf einen Punktgewinn bis in die Schlussphase bestand. Doch als dann auch noch Babic und Berger ihre freien Würfe nicht mehr im gegnerischen Netz unterbrachten, machten die Gäste den Sack zu und holten sich mit 35:29 den zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Während die Zürcher im Mannschaftskreis auf und ab hüpften, blickte man bei den Schwarzweissen in lauter finstere Mienen. «Das war nicht der Saisonstart, den wir wollten – heute haben wir gegen ein Nachwuchsteam verloren», sagte Haegeli zähneknirschend. Bei der Ursachenforschung landete er bei der Diskrepanz zwischen den Trainings- und Matchleistungen. «Meine Mannschaft ist im Training eine andere als im Spiel.» Überhaupt hat das Team seiner Ansicht nach noch nicht auf dem Platz so zusammengefunden, wie er sich das wünscht. «Ich habe 16 gute Spieler, aber noch keine Mannschaft.» Eine funktionierende Equipe erkenne man am besten an der kollektiven Abwehrarbeit, so Haegeli. Und diese müsse dringend besser werden. «Wenn du jedes Mal 35 Treffer oder mehr kassierst, holst du in der NLA nicht viele Punkte.»

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