Eishockey-WM

Roman Josi mit dem schnellsten Hattrick der WM-Geschichte: «Da war viel Glück dabei»

Roman Josi wird beim 9:0-Kantersieg gegen Ungarn als «Hattrick-Hero» gefeiert - und zeigt sich nach dem Spiel bescheiden. Wie die Schweiz am Dienstag den Test gegen Finnland bestehen will.
Roman Josi überzeugte als Hattricktorschütze.
Bild: CLAUDIO THOMA

Als Roman Josi gegen Ungarn zu Beginn des Mitteldrittels seinen Hattrick komplettierte, da flogen einige Hüte aus dem Publikum aufs Eis. Eine Tradition aus der NHL, in der einem dreifachen Torschützen Respekt für seine herausragende Leistung gezollt wird. Mehr noch: Im Anschluss wurde er vom Stadionunterhalter und der Kulisse als «Hattrick-Hero» gefeiert, seinen Namen wurde mehrmals durch die Arena skandiert. Roman Josi, der dabei auf dem übergrossen Videowürfel in Nahaufnahme gezeigt wurde, schien das Heroische fast ein wenig unangenehm zu sein.

Josi, kein Mann der Prahlerei, erfuhr nach dem Spiel von seinem erreichten Weltrekord, dem schnellsten je erzielten Hattrick an einer Eishockey-Weltmeisterschaft. Vier Minuten und 45 Sekunden hatte er dafür gebraucht, womit er den bisherigen Rekord des Kanadiers Shane Doan, der dafür 6:35 Minuten gebraucht hatte, um fast zwei Minuten verbesserte. «Das ist sicher cool, aber als Verteidiger braucht man immer auch etwas Glück, dass die Scheiben ins Tor fallen. Und vor allem auch Mitspieler, die dir dabei helfen. Stürmer, die vor dem Tor stehen und dir auch die Scheibe im idealen Moment zuspielen», sagt er nach dem Spiel. «Viel Glück» sei bei seinen ersten zwei Toren dabei gewesen, fügt Josi in aller Bescheidenheit an. «Den ersten treffe ich nicht richtig, den zweiten will ich auch anders schiessen, doch er geht trotzdem rein.»

Einen Schritt schneller als der Gegner: Roman Josi brillierte gegen Ungarn als Hattricktorschütze
Bild: CLAUDIO THOMA

Seine drei Treffer zum 3:0 waren nach einem durchschnittlichen Startdrittel der Dosenöffner für ein weiteres Schützenfest der laufenden Heim-WM: 9:0 fegte die Schweiz Ungarn vom Eis, was ihr resultatmässig bereits gegen Österreich gelang. Kamen die Schweizer jedoch gegen die Österreicher kaum von ihrem Gameplan ab, liess die Truppe von Trainer Jan Cadieux gegen Ungarn phasenweise ein bisschen die Gradlinigkeit vermissen und versuchte das eine oder andere Husarenstück umzusetzen.

Es ist Mäkeln auf hohem Niveau. Josi: «Als Mannschaft ist es wichtig, dass wir unsere guten Gewohnheiten beibehalten, dass wir gradlinig und direkt spielen und so auftreten, wie wir das wollen. Aber ja, manchmal wird das Spiel nicht einfacher, obwohl es 5:0 oder 6:0 steht. Man muss versuchen, die Konzentration hochzuhalten. Es ist wichtig, dass jeder Einzelne sich auf seine Leistung konzentriert und wir als Mannschaft unser Spiel spielen.»

Gänsehautmomente in der Swiss Life Arena mit der Schweizer Eishockeynationalmannschaft.
Bild: Thomas Oswald/freshfocus

Moser: «Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann können wir gegen alle gewinnen.»

Das wird vor allem auch für den weiteren Verlauf der WM von grosser Bedeutung sein. Nach sechs von sieben Vorrundenspielen steht die Schweiz mit dem Punktemaximum und einem Torverhältnis von 35:5 an der Spitze da. Doch erst das letzte Gruppenspiel der Schweiz wird am Dienstagabend, 20.20 Uhr, gegen Finnland über den Gruppensieg entscheiden. «Wir wissen, wie stark Finnland immer wieder spielt. Das ist für uns ein wichtiger Test, auch um zu sehen, wo wir mit unserem Spiel stehen», sagt Josi.

Das sieht auch Janis Moser so: «Es wird ein hartes, umkämpftes Spiel um den Gruppensieg - alle weiteren Spiele werden nun nicht mehr viel anders sein. Von dem her ist die Partie gegen Finnland sehr wichtig für uns», bestätigt Janis Moser. Man beginne nun schon etwas häufiger auch auf die Gruppe B zu schauen, wo der Viertelfinalgegner ausgemacht wird. Doch von taktischer Spielerei will niemand etwas wissen: «Wichtig ist, dass wir uns auf unser Spiel fokussieren. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann können wir gegen alle gewinnen», so Moser.

Hockeyfreier Tag am Sonntag: Batterien aufladen bei Sommerwetter

Am Sonntag geniesst die Nationalmannschaft einen hockeyfreien Tag mit Familie und Freunden, bevor am Montag die Vorbereitungen für die Partie am Dienstag gegen Finnland beginnen. Batterien aufladen bei sommerlichem Wetter wird dabei am Sonntag bei den Spielern auf dem Programm stehen. Sven Andrighetto, der mit einem Tor und vier Assists fast ein wenig beiläufig zum Schweizer Spieler der Partie gewählt wurde, meinte mit Blick auf die kommenden Tage bloss: «Wir wollen gewinnen. Jetzt wollen wir nur noch den Gruppensieg!»

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