
Die Neuauflage des WM-Finals beschert der Schweiz in Helsinki erneut eine Niederlage: In Zürich hatten die Schweizer in der Verlängerung 0:1 verloren. Nun hatten sie keine echte Siegeschance und unterlagen dem Weltmeister 1:3 (0:1, 1:1, 01). Für solche Partien gibt es die boshafte Bezeichnung «Operetten-Länderspiele.»
Und doch gibt es für Nationaltrainer Jan Cadieux interessante Erkenntnisse. In erster Linie geht es darum, neue Kandidaten für das WM-Team zu entdecken. Gestern hat sich einer für die WM empfohlen, der vor ein paar Monaten dem vorzeitigen Karriere-Knick näher stand als einem Aufgebot für ein Operetten-Länderspiel: Rodwin Dionicio (22).
Biels Sportchef Martin Steinegger und Trainer Christian Dubé hatten die Geduld verloren und den «Schillerfalter» aus einem weiterlaufenden Vertrag ohne Gegenleistung zum SC Bern transferiert. Anaheim hatte seinen NHL-Draft schon lange vorher «abgeschrieben» und alle vertragliche Verbindungen aufgelöst.
Nati-Neulinge mehrheitlich ohne Einfluss
Der amerikanisch-schweizerische Doppelbürger ist halt nicht pflegeleicht und lässt sich als hochtalentierter «Schillerfalter» schwer in eine taktische Schablone pressen. Aber es sind nie die schlechtesten Früchte, woran die Wespen nagen. In Bern ist er in kürzester Zeit zum spielerisch einflussreichsten Schweizer Verteidiger gereift und am Donnerstag hat sich in Helsinki gezeigt, warum er kein einfacher Spieler ist und warum er trotzdem so viel zur Bereicherung des Spiels beitragen kann: Er erzielt den Anschlusstreffer zum 1:2 und bringt die Schweizer in der 34. Minute ins Spiel zurück.
Nach der letzten Werbepause 2:33 Minuten vor Schluss ersetzt Jan Cadieux Torhüter Sandro Aeschlimann durch einen sechsten Feldspieler. Die Schweizer drücken auf den Ausgleich und dann beendet eine Regelwidrigkeit von Rodwin Dionicio das helvetische Schlussfeuerwerk: Die Finnen nützen seinen Ausschluss in der letzten Minute zum 3:1. Das ist die wichtigste Erkenntis aus dieser Partie: Rodwin Dionicio kann auch auf internationalem Niveau rocken.

Gottérons Maximilian Streule und Jamiro Reber, Langnaus Dario Allenspach, Klotens Keanu Derungs und Berns Mats Alge kamen zu ihrem Länderspiel-Debüt und blieben ohne jeden Einfluss aufs Spiel. Jan Cadieux setzte gestern acht WM-Finalisten ein (Egli, Kukan, Marti, Jung, Andrighetto, Bertschy, Malgin und Jäger). Bei den Finnen waren es vier. Was bei der WM die NHL-Stars, das sind während der Saison die Leitwölfe aus unserer National League. Neun NL-Ausländer sind bei Finnland zum Zuge gekommen. Ambris Liga-Topskorer Roby Jörventie traf zum wegweisenden 1:0 (13. Min.) und das alles entscheidende 3:1.
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