Die Meldung verbreitete sich gestern im Internet wie ein Lauffeuer: An der Fussball-Weltmeisterschaft sollen Roboterhunde zum Einsatz kommen, die über eine Gesichtserkennungssoftware verfügen. Eine biometrische Datenerfassung von dystopischem Ausmass, die an eine Folge der TV-Serie «Black Mirror» erinnert? Ganz so extrem ist es dann doch nicht.
Die Roboterhunde stehen an der WM in den USA, insbesondere in Dallas, tatsächlich im Einsatz. «Sie haben allerdings nicht die Fähigkeit, irgendwelche Gesichter zu scannen oder zu erkennen», sagt ein Sprecher von Boston Dynamics, dem Hersteller der Technologie. Die Hunde kämen an der WM zum Einsatz, um das Gelände rund um die Stadien zu überwachen. «Die Spot-Roboter werden die Sicherheitskräfte vor Ort unterstützen, indem sie verdächtige Pakete oder Substanzen analysieren», heisst es weiter. Sie kämen schon regelmässig bei Polizeieinsätzen zum Einsatz und seien unter anderem auch in der Lage, Strahlung oder Sprengstoffe zu erkennen.
Auch in Mexiko kommen teilweise Roboterhunde zum Einsatz, wenn auch nicht von Boston Dynamics wie in den USA. In Monterrey werden Go2-Roboter vom chinesischen Hersteller Unitree im Stadion und dessen umliegenden Bereich patrouillieren. Ihre Aufgabe ist es, mögliche illegale Aktivitäten frühzeitig zu entdecken und zuständige Behörden sofort zu alarmieren. Ob auch für die Spiele in Kanada Roboterhunde zum Einsatz kommen, ist nicht bekannt.
FIFA-Präsident Gianni Infantino durfte die Roboterhunde auch schon kennenlernen. Boston Dynamics wurde 2021 vom südkoreanischen Automobilhersteller Hyundai übernommen, der offizieller Werbepartner des Weltfussballverbands ist. (watson.ch/abu)
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