Weltmeisterschaft

Riola Xhemaili darf nicht mit nach Neuseeland: Der überraschende Verzicht auf die Nati-Spielerin der Zukunft

Riola Xhemaili gilt als riesiges Talent und wechselt zum Champions-League-Finalisten. Im WM-Kader fehlt sie aber. Das wirft Fragen auf.
Wird an der WM in Neuseeland nicht jubeln: Riola Xhemaili. 
Bild: Bild: Laurent Gillieron/Keystone

Es ist eine Überraschung in Zürich, als Nationaltrainerin Inka Grings ihr 23 Spielerinnen umfassendes Kader bekannt gibt. Ein prominenter Name fehlt: Riola Xhemaili. Die 20-jährige Solothurnerin spielt seit zwei Jahren beim SC Freiburg und zählt seit ihrem Debüt im Herbst 2020 zum Kreis des Nationalteams. Sie kam auch an der EM 2022 in England zum Einsatz.

Grings ist nicht zufrieden mit dem Formstand der Fussballerin, die beim Bundesligisten nicht immer spielte. «Bei der Auswahl berücksichtige ich auch den Saisonverlauf», sagt Grings. «Riola ist jung und talentiert, doch wer im Verein wenig oder fast gar nicht spielt, gehört nicht in das Nationalteam.» Tatsächlich zählte die Mittelfeldspielerin bei Freiburg in der abgelaufenen Saison nicht zur Stammformation, doch so wenig, wie die Nationaltrainerin erzählt, spielte Xhemaili nicht. Sie spielte immerhin 28 Pflichtspiele. Dabei gewann sie zwar selten, den letzten Sieg holte Freiburg in der Liga Mitte Februar.

Grings hofft, dass Xhemaili physisch besser wird

Dennoch erstaunt die Ausbootung der Spielerin, die mit viel Vorschusslorbeeren 2021 von Basel in die Bundesliga gewechselt war und unter Nils Nielsen viel Spielzeit im Nationalteam erhielt. Auf die neue Saison hin wechselt Xhemaili zum Champions-League-Finalisten VfL Wolfsburg. Dort wird sie noch mehr um einen Stammplatz kämpfen müssen, die Aussichten auf viel Spielzeit werden kaum grösser. «Ich erhoffe mir, dass sie durch das Training mit Topspielerinnen an Physis zulegen kann», so Grings.

Riola Xhemaili hat sich drei Wochen intensiv auf die WM vorbereitet.
Bild: Bild: Claudio De Capitani / freshfocus

Xhemaili war nun schon drei Wochen mit dabei in der Vorbereitung auf die WM in Neuseeland und Australien, laut Grings hat sie in dieser Zeit gut trainiert. «Aber drei gute Wochen reichen nicht, es zählen zwölf Monate. Riola ist in einer Form, die nicht bei hundert Prozent ist», findet die Nationaltrainerin. «Da ist es egal, wie toll sie grundsätzlich als Spielerin ist.» Die Nicht-Nominierung des grossen Talents überrascht derweil auch im Hinblick auf die Heim-Euro 2025. Xhemaili gilt als Zukunft des Schweizer Nationalteams, Turniererfahrungen könnten helfen. Doch stattdessen gab es am Donnerstag Abend Tränen bei Riola Xhemaili, als ihr die Nationaltrainerin Inka Grings den Entscheid mitgeteilt hat.

Grings setzt stattdessen auf ihre ehemaligen Spielerinnen im Klub

Mit der Ausbootung Xhemailis fehlt im Kader erneut ein prominenter Name. An der EM in England vor einem Jahr hatte Alisha Lehmann gefehlt, weil sie auf eine Nomination verzichtet hatte. Diesmal ist Lehmann dabei, aber ihre gute Freundin Xhemaili nicht. Lehmann ist bei der Kaderbekanntgabe anwesend und sagt: «Es stimmt, dass ich mit Riola befreundet bin, aber wir Spielerinnen können wenig zum Kader sagen. Die Nationaltrainerin entscheidet.»

Riola Xhemaili (links) und Alisha Lehmann sind gut befreundet.
Bild: Bild: Anthony Anex / KEYSTONE

Neben Xhemaili wurde auch Amira Arfaoui von Bayer Leverkusen noch gestrichen. Sie bestritt in dieser Saison immerhin 22 Einsätze in der Bundesliga.

Stattdessen setzt Grings, die vormalige Trainerin des FC Zürich, auf viele Akteurinnen aus der Frauen-Super-League. Insgesamt fahren acht Spielerinnen aus der Schweizer Liga an die WM, darunter fünf Akteurinnen des FCZ. Dazu zählt auch die 36-jährige Fabienne Humm. Sie hat in der WM-Vorbereitung eine Woche verpasst, weil sie berufstätig ist. Ebenfalls nominiert ist die 16-jährige Iman Beney. Die Spielerin der YB-Frauen hat sich mit guten Trainingsleistungen und einem starken Einsatz bei ihrem Länderspieldebüt am Freitag gegen Sambia (3:3) das Aufgebot verdient.

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