
Realp ist als Austragungsort von Swisscup-Rennen im Langlauf ein Begriff. Zuletzt fanden im Jahr 2024 sogar die Schweizer Meisterschaften im Urserental statt. Der Skiclub Büren-Oberdorf als Swisscup-Organisator erlebte jedoch seine Feuertaufe. «Die jahrelange Erfahrung bei der Durchführung des Bürer-Langlaufs hat unserem Verein geholfen, trotz herausfordernden Bedingungen auch diese Aufgabe zu meistern», blickt OK-Präsident Beat Waser auf den vergangenen Samstag zurück.
Dass ein aussergewöhnlicher Sprint-Wettkampf auf sie wartet, hat die C-Kaderathletin Ramona Schöpfer bereits bei der Anreise in der Schöllenenschlucht festgestellt. «Der anhaltende Schneefall und die entsprechenden Strassenverhältnisse waren eine erste kleine Herausforderung», erzählt die Marbacherin. Auch die Loipe hatte es entsprechend in sich. Wobei Ramon Schöpfer anerkennend festhält: «Das OK hat alles getan, um bestmögliche Bedingungen bieten zu können.» Es hat sich bewährt, dass auf Wunsch von Swiss-Ski der Sprint der Frauen und der Männer getrennt durchgeführt wurden. Dies, um Wartezeiten zwischen den Sprint-Läufen zu reduzieren. «Das Aufteilen auf zwei Rennen ist für uns mit etwas Mehraufwand verbunden. Wir konnten dafür vor dem Frauen-Sprint die Strecke noch einmal maschinell präparieren», hält Wettkampfleiter René Zumbühl fest. Beim morgendlichen Rennen der Männer belegte Silvan Lauber vom Skiclub Horw als bester Zentralschweizer den 8. Schlussrang.
Befreiungsschlag an den Schweizer Meisterschaften
Auf dem fünften Schlussrang beendete Ramona Schöpfer den Sprint bei den Frauen. «Im Finallauf habe ich den Start etwas verschlafen. Beim vielen Neuschnee auf der Strecke war es dann fast nicht mehr möglich, sich nach vorne zu arbeiten.» Dennoch trat Schöpfer die Heimreise mit einem guten Gefühl an. Der letzte wettkampfmässige Belastungstest vor den U23-Weltmeisterschaften vom 2. bis 8. März in Lillehammer hat funktioniert. Auf die Wettkämpfe in Norwegen freut sich Ramona Schöpfer besonders. Die Selektion dazu hat sich die Absolventin der Spitzensport-RS mit der Goldmedaille an den Schweizer Meisterschaften über 10 Kilometer in der klassischen Technik erarbeitet. Der erste Rang in Les Diablerets darf als Befreiungsschlag bezeichnet werden. «Ich kam bei den ebenfalls zu den Selektionen zählenden Continentalcup-Rennen in Slowenien, Österreich und Deutschland einfach nicht auf Touren. Ich habe mich selber zu stark unter Druck gesetzt», sagt Schöpfer selbstkritisch.
Begonnen hatte die Saison hervorragend, konnte die 21-Jährige doch das erste Swisscup-Distanzrennen in St. Moritz Ende November gewinnen. Danach ging phasenweise fast nichts mehr, Geduld war gefragt. «Rund eine Stunde vor dem Schweizer Meisterschaftsrennen kehrte das unbeschwerte Gefühl zurück und somit auch die Möglichkeit, mein Leistungspotenzial abzurufen», sagt Schöpfer und verrät, dass sie für das Mentale auf Unterstützung zählen kann.
Mit dem SM-Titel belohnte sich Schöpfer gleich doppelt. Nebst dem Ticket für die U23-WM sicherte sie sich auch den Start beim Heim-Weltcup im Goms. Aus ihrem Weltcup-Debüt wurde jedoch nichts. Krankheitsbedingt musste sie Stunden vor dem Rennen Forfait geben. «Ich wäre sehr gerne gestartet, aber es war ein Akt der Vernunft, meinen Körper dieser anspruchsvollen Strecke nicht auszuliefern.» Mittlerweile fühlt sie sich wieder vollständig fit. Und mit welchen Ambitionen reist sie nun nach Lillehammer? Eine klare Zielsetzung ist ihr nicht zu entlocken. Ramona Schöpfer meint nur: «Ich muss einfach wieder in diesen Flow kommen wie an den Schweizer Meisterschaften.»



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