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Paris-Roubaix

Tadej Pogacar kann in der «Hölle des Nordens» wieder nicht gewinnen

Der Weltmeister aus Slowenien wird bei Paris-Roubaix wie im Vorjahr Zweiter. Geschlagen wurde er im Sprint vom Belgier Wout van Aert. Auch ein Schweizer fuhr lange um den Sieg mit.

Tadej Pogacar trat auf der ehrwürdigen Betonpiste im Vélodrome von Roubaix mit aller Kraft in die Pedale, doch alle Mühe war umsonst. Nach einem Rennen für die Geschichtsbücher verpasste der slowenische Weltmeister in der «Hölle des Nordens» den nächsten bedeutenden Meilenstein im Radsport hauchdünn. Pogacar musste sich bei der Kopfsteinpflaster-Tortur Paris-Roubaix im Sprint gegen den belgischen Klassiker-Spezialisten Wout van Aert mit dem 2. Platz begnügen.

Wout van Aert jubelt, Tadej Pogacar ist in Roubaix erneut geschlagen.
Bild: Jean-Francois Badias

Schon im vergangenen Jahr hatte Pogacar bei seiner Roubaix-Premiere den 2. Platz belegt. Mit einem Sieg bei der «Königin der Klassiker» hätte Pogacar bei allen fünf bedeutenden Eintagesrennen, den sogenannten «Monumenten», mindestens einen Sieg bejubelt. Das schafften bisher nur die drei Belgier Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy.

Van der Poel mit Defekt im Wald von Arenberg

Das mit Spannung erwartete Duell von Pogacar mit seinem grossen Widersacher Mathieu van der Poel fiel dagegen aus. Der niederländische Ex-Weltmeister verpasste nach einem Defekt zur Unzeit im berüchtigten Wald von Arenberg den Anschluss und damit auch seinen vierten Sieg nacheinander. Van der Poel versucht zwar mit aller Macht, zurück an die Spitze zu kommen – ohne Erfolg. Am Ende wurde er Vierter.

In einer spektakulären 123. Auflage blieb aber kein Fahrer von technischen Problemen verschont. Auch Pogacar musste zweimal vom Rad und zwischenzeitlich eine Aufholjagd starten. Van Aert musste einmal aus dem Sattel, liess sich dann aber auf den heftigen Kopfsteinpflaster-Sektoren im Zweikampf mit Pogacar nicht mehr abschütteln.

Die Entscheidung fiel entsprechend erst im Vélodrome. Dort lancierte Pogacar den Sprint, doch van Aert zog vorbei und riss schnell eine Lücke. Dies konnte Pogacar nicht mehr schliessen. Stefan Bissegger, im Vorjahr als Siebter bereits bester Schweizer, zeigte erneut ein starkes Rennen. Der Thurgauer erreichte das Ziel 20 Sekunden hinter dem Sieger in der ersten Verfolgergruppe, die um den 3. Platz sprintete. Am Ende fehlten Bissegger die Kräfte, weshalb er Achter wurde.

Pogacar mit Reifenschaden

Mit kräftigem Rückenwind fuhren die Profis ein zügiges Tempo in den ersten von 30 harten und unerbittlichen Pflastersteinsektoren. Als etwa 160 Kilometer vor dem Ziel der erste Kopfsteinpflaster-Sektor wartete, waren die beiden Top-Favoriten Pogacar und van der Poel bestens an der Spitze des Hauptfelds positioniert. Bei dem Spektakel lief zunächst alles nach Plan, doch dann bremste Pogacar 120 Kilometer vor dem Ziel ein platter Vorderreifen aus.

Ohne schnelle Hilfe eines Teamfahrzeugs musste sich der Weltmeister mit einem neutralen Ersatzrad zufriedengeben. Lange musste er nicht warten: Mit dem passenden Ersatzrad und einer kurzen Standpauke für ein Kameramotorrad im Weg ging es mit 50 Sekunden Abstand weiter. Angetrieben durch den Helfer Nils Politt kämpfte sich Pogacar wieder an die Gruppe heran.

Der Slowene schloss vor dem berüchtigten Wald von Arenberg wieder auf. Und dann erwischte es den Konkurrenten: Van der Poel hatte einen Defekt. Der Niederländer schnappte sich das Rad seines Teamkollegen, doch es passte nicht. So begann das lange Warten auf das Begleitfahrzeug. Van der Poel büsste so zwei Minuten auf die Spitzengruppe um Pogacar ein.

Van der Poel kam trotz seines Rückschlags beeindruckend nah wieder an die Spitzengruppe heran. Währenddessen wurde die Spitzengruppe kleiner: Pogacar und van Aert fuhren vornweg. Beide passierten zusammen auch den Sektor neun, auf dem Pogacar im vergangenen Jahr stürzte. Doch dieses Mal blieb ein Malheur aus.

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