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Paralympics 2026

Fahrni fährt mit ausgeschaltetem Kopf zu Bronze

Die Schweizer Delegation sichert sich an den Paralympics in Mailand-Cortina am zweiten Tag die zweite Medaille. Aron Fahrni gewinnt im Snowboardcross Bronze.

«Ich habe einfach meinen Kopf ausgeschaltet», sagte Aron Fahrni mit der Bronzemedaille um den Hals und einem breiten Strahlen im Gesicht. In den Setzungsläufen war der Gesamtweltcupsieger dieser Saison noch nur die sechstbeste Zeit gefahren. Nun fuhr er hinter dem Chinesen Ji Lijia, der sich vor seinem Landsmann Zhu Yonggang durchsetzte, auf den 3. Platz.

Aron Fahrni gewinnt Bronze im Snowboardcross.
Bild: CLAUDIO THOMA

Damit sicherte sich der 27-jährige Emmentaler gleich im ersten Wettkampf seiner ersten Paralympics die erste Medaille und der Schweiz den ersten paralympischen Podestplatz im Snowboardcross überhaupt. Realisiert habe er es noch gar nicht - eben, der Kopf sei ausgeschaltet. Feiern liess Fahrni sich aber trotzdem gebührend - mit Familie, Freunden, Trainern und Staff im Zielraum.

«Es war frustrierend»

Die Medaille ist für Fahrni keine Selbstverständlichkeit. «Eigentlich wusste ich nach den Setzungsläufen, dass mir der Kurs nicht liegt.» Dieser musste in den letzten Tagen wegen zu vieler Stürze immer wieder angepasst werden. Auch Teamkollege Fabrice von Grünigen stürzte im Training am Freitag und musste mit einer Gehirnerschütterung Forfait für das Rennen geben.

«Ich war einer der Ersten, die den ursprünglichen Kurs testen durften. Der war mega», so Fahrni. Nun habe er das Gefühl gehabt, die Strecke sei etwas langweiliger geworden. «Gerade weil ich gemerkt habe, dass mir der Kurs nicht so liegt, war es gestern zuerst frustrierend. Ich wusste nicht, wie ich trotzdem abliefern kann.»

Aron Fahrni musste nur die beiden Chinesen Yonggang Zhu und Lijia Ji ziehen lassen.
Bild: CLAUDIO THOMA

Wie genau er es schliesslich schaffte, so abzuliefern, wie er es tat, wusste er kurz nach dem Rennen selbst noch nicht. «Eben, ich habe einfach den Kopf ausgeschaltet», wiederholte Fahrni strahlend vor Freude.

Schweizer Delegation mit starkem Start

Die Paralympischen Spiele sind aus Schweizer Sicht damit so richtig lanciert. Bereits am Samstag hatte Robin Cuche mit dem Sieg in der Abfahrt für die erste Medaille gesorgt. Und nun, nur zwei Tage nach der offiziellen Eröffnung der Paralympics, ist die Schweiz schon nahe dran, ihr Medaillenziel zu erfüllen.

«Drei Medaillen setzen wir uns zum Ziel. Wir wollen besser sein als 2022», hatte Chef de Mission Tom Reulein vor dem Beginn der Spiele gesagt. Letzteres hat die Schweizer Delegation bereits erfüllt, zwei der grossen Schweizer Medaillenfavoriten haben abgeliefert.

Mit dem Super-G am Montag bietet sich der Schweiz am dritten Tag erneut eine gute Medaillenchance. Neben dem Abfahrtssieger Robin Cuche zählt auch Théo Gmür zu den Favoriten. Nach seiner Goldmedaille meinte Cuche: «Alles ist möglich. Ich kann jetzt ohne Druck fahren.» (sda)

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