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Eishockey

Souveräner Auftaktsieg der Schweiz: Ein wenig wie ein Meisterschaftsspiel gegen Ajoie

Die Mannschaft von Patrick Fischer wird ihrer Favoritenrolle gerecht und gewinnt das erste Spiel bei den Olympischen Spielen gegen Aussenseiter Frankreich mit 4:0.
Damien Riat jubelt nach seinem 1:0-Führungstreffer mit seinen Teamkollegen.
Bild: Freshfocus

Eigentlich war es ein wenig wie bei einem Spiel gegen Ajoie in unserer heimischen Liga. Alles andere als ein Sieg wäre eine Überraschung gewesen. Dazu kommt: Bei den Franzosen spielen ja wichtige Spieler unseres ewigen Schlusslichtes: Torhüter Antoine Keller, Verteidiger-Titan Thomas Thiry, der Leitwolf Pierre-Edouard Bellmare, ein ehemaliger NHL-Profi oder Kevin Bozon.

Die Frage, ob ihn diese Partie ein wenig an ein Meisterschaftsspiel gegen Ajoie erinnert habe, mochten weder Andrea Glauser noch Christian Marti beantworten. Sie fanden es wohl ein wenig respektlos, eine Auftaktpartie eines Olympischen Turniers mit dem Alltag der National League zu vergleichen. Am Ende siegen die Schweizer 4:0. Wie erwartet. Und Frankreich war tatsächlich ein wenig wie Ajoie: Tapfer in den Zweikämpfen, nie mutlos, aber immer ein wenig überfordert.

Souverän, aber nicht selbstverständlich

Und doch: Selbstverständlich ist dieser Sieg nicht. Vor 24 Jahren starteten die Schweizer hoffnungsfroh gegen Frankreich ins Olympische Turnier von Salt Lake City. Sie lagen ständig im Rückstand und retteten gerade noch ein schmähliches 3:3 – damals wurde noch nicht in jeder Partie eine Entscheidung ausgespielt. David Aebischer, unser einziger NHL-Profi, stand im Tor. Die Schweizer kamen nicht über die Gruppenspiele hinaus. Es wurde das bisher letzte Titelturnier, das mit einem Skandal endete: Reto von Arx und Marcel Jenni wurden wegen Nachtschwärmerei vorzeitig nach Hause geschickt.

Heute sind 10 NHL-Profis dabei und nichts ist mehr wie 2002. Die Schweizer sind der Favoritenrolle souverän gerecht geworden und sorgten mit zwei frühen Toren dafür, dass die Dinge nicht aus den Fugen geraten konnten. Die Franzosen hatten nie den Hauch einer Chance.

Leonardo Genoni kam gegen Frankreich mit 27 Paraden zum Shutout.
Bild: Freshfocus

Eigentlich beginnt das Turnier für die Schweiz erst am Freitag gegen Kanada (21:10 Uhr) richtig. Es ist erst die dritte Partie auf der Olympischen Bühne gegen die kanadischen NHL-Profis. 2006 gewann die Schweiz in Turin 2:0 und 2010 folgte in Vancouver eine 2:3-Niederlage nach Penaltys – ebenfalls in den Gruppenspielen. Gegen die Kanadier sind die Schweizer also ganz und gar nicht in der Rolle von Ajoie.

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