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Olympische Spiele

Von diesen Schweizerinnen und Schweizern erwarten wir eine Medaille

Vor vier Jahren gewann die Schweizer Delegation an den Olympischen Winterspielen in Peking 15 Medaillen. Wie viele werden es dieses Mal? Wir wagen eine Prognose.

Siebenmal Gold, zweimal Silber und sechsmal Bronze – so lautete die Bilanz der Schweizer Delegation nach den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking. Eine Zielvorgabe will Ralph Stöckli für die diesjährigen Spiele in Italien zwar keine machen. Doch der Chef de Mission von Swiss Olympic sagt: «Etwa in diese Richtung sollte es schon gehen.» Das Potenzial ist definitiv vorhanden. Wir sagen, wer Medaillen holen kann.

Ski alpin

Marco Odermatt

Marco Odermatt.
Bild: MICHAEL BUHOLZER/Keystone

Medaillenchance: 99 Prozent

Eigentlich bedarf es bei ihm gar keiner Erklärung: Wenn Marco Odermatt zu einem Skirennen startet, ist er der Topfavorit. Das gilt selbstverständlich auch bei den Olympischen Spielen. In Bormio hat Odermatt sogar viermal die Chance auf Gold, sofern er neben Abfahrt, Super-G und Riesenslalom auch die Teamkombination bestreitet. An der WM vor einem Jahr liess er sie aus und war Zuschauer, als die Schweizer einen Dreifachsieg feierten.

Franjo von Allmen

Franjo von Allmen.
Bild: MICHAEL BUHOLZER/Keystone

Medaillenchance: 95 Prozent

Zwei WM-Goldmedaillen hat Franjo von Allmen bereits gewonnen. Nun sollen in Bormio die ersten Olympiamedaillen dazukommen. Die Chancen dafür sind ausgezeichnet. Er gehört in der Abfahrt, im Super-G und in der Teamkombi zu den Favoriten. Vor einem Jahr wurde er in der Kombi mit Loïc Meillard Weltmeister. Die Fragen lauten: Bilden sie wieder ein Duo? Oder meldet Marco Odermatt Ansprüche auf Meillards Slalomkünste an?

Loïc Meillard

Loïc Meillard.
Bild: Bild. ANTHONY ANEX/Keystone

Medaillenchance: 90 Prozent

In Saalbach wurde Loïc Meillard vor einem Jahr zum Doppelweltmeister. Und vor allem der Titel im Slalom fühlte sich süss an. Endlich gewann er seinen ersten grossen Titel. Vom Potenzial her wird Meillard oft mit Marco Odermatt verglichen. Doch in der Erfolgsbilanz hinkt er hinterher. In Bormio hat Meillard wieder drei Chancen, dieses Bild zu korrigieren. Im Slalom, im Riesenslalom und in der Teamkombi ist er Medaillenkandidat.

Alexis Monney

Alexis Monney.
Bild: MICHAEL BUHOLZER/Keystone

Medaillenchance: 65 Prozent

Im Dezember 2024 gewann Alexis Monney die Abfahrt in Bormio und damit sein bisher einziges Weltcuprennen. Nun ist er zurück am Ort seines grössten Erfolgs. Doch seine bisherige Saison war durchwachsen. In der Abfahrt stand er nie auf dem Podest. Im Super-G war er einmal Zweiter. Für die Olympiaabfahrt wurde er trotzdem gesetzt. Ob zu Recht wird sich zeigen. Medaillenchancen hat er auch im Super-G und in der Teamkombi.

Tanguy Nef

Tanguy Nef.
Bild: PETER SCHNEIDER/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Dass Tanguy Nef Podestpotenzial hat, ist unter Skiexperten unbestritten. Nur konnte es der Slalomspezialist bisher nie ganz abrufen. Der 29-Jährige überzeugt regelmässig mit starken Abschnitten, konnte sein Erfolgspuzzle aber noch selten über zwei komplette Läufe zusammenhalten. Intakte Medaillenchancen hat der Genfer in der Teamkombination. Im Duo mit einem der starken Schweizer Abfahrer reicht auch ein normaler Auftritt.

Camille Rast

Camille Rast.
Bild: CLAUDIO THOMA/Keystone

Medaillenchance: 90 Prozent

Camille Rast befindet sich in der Form ihres Lebens. Dabei hatte sie zu Beginn dieser Saison noch mit Hüftproblemen zu kämpfen. Doch seit Anfang Dezember fährt die 26-Jährige wie auf Schienen. Rast ist die einzige Athletin, die Mikaela Shiffrin in dieser Saison in einem Slalom besiegen konnte. Und im Riesenslalom fährt sie so gut wie noch nie. Nimmt man die Teamkombi dazu, hat sie sogar drei Medaillenchancen.

Wendy Holdener

Wendy Holdener.
Bild: JEAN-CHRISTOPHE BOTT/KEystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Wendy Holdener ist mit bisher fünf gewonnenen Olympiamedaillen die erfolgreichste Athletin der 175-köpfigen Schweizer Delegation für die Winterspiele in Italien. In Cortina will sie ihre Sammlung erweitern. Holdener war in dieser Saison im Slalom regelmässig nahe dran an den Podestplätzen, schaffte den Sprung in die Top 3 aber nur einmal. In der Teamkombi muss sie hoffen, dass eine Abfahrerin über sich hinauswächst.

Malorie Blanc

Malorie Blanc.
Bild: ALESSANDRO DELLA VALLE/Keystonie

Medaillenchance: 50 Prozent

Nach einem schwierigen Winter für die Schweizer Frauen im Speedbereich sorgte Malorie Blanc mit ihrem Sieg im Super-G in Crans-Montana gerade noch rechtzeitig für ein Ausrufezeichen. Fakt ist: Die 22-Jährige gehört zu den grössten Talenten in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G. Noch fehlt ihr aber die Konstanz. Die Fragen lauten: Welches Gesicht zeigt sie in Cortina? Und mit wem wird Blanc die Teamkombination bestreiten?

Skicross

Fanny Smith

Fanny Smith.
Bild: Keystone

Medaillenchance: 75 Prozent

Bereits zum fünften Mal nimmt Fanny Smith an Olympischen Spielen teil. Das ist Rekord innerhalb der Schweizer Delegation. Auch bei ihrer wohl letzten Teilnahme an Winterspielen gehört Smith im Skicross zu den Medaillenkandidatinnen. Zweimal Bronze hat die 33-Jährige schon zu Hause. Folgt nun die Krönung? Im Weltcup stand Smith in dieser Saison bisher viermal auf dem Podest. Ein Sieg fehlt in diesem Winter aber noch.

Alex Fiva

Alex Fiva.
Bild: GIAN EHRENZELLER/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Alex Fiva ist mit 40 Jahren der Routinier im Schweizer Olympia-Team. Nur Curlerin Silvana Tirinzoni ist mit 46 Jahren älter als er. An seinen vierten Olympischen Spielen will Fiva noch einmal eine Medaille im Skicross, nachdem er vor vier Jahren mit Silber aus Peking heimgekehrt war. Im Weltcup belegte Fiva in dieser Saison einmal Platz zwei. Kein Schweizer war besser – Tobias Baur stand als Dritter dafür zweimal auf dem Podest.

Ski freestyle

Mathilde Gremaud

Mathilde Gremaud.
Bild: MICHAEL BUHOLZER/Keystone

Medaillenchance: 90 Prozent

Diese Frau hat einen Lauf: Seit ihrem Olympiasieg 2022 im Slopestyle eilt Mathilde Gremaud von Erfolg zu Erfolg. Zwei WM-Titel kamen seither unter anderem dazu, sowie Gold im Big Air und diverse andere Medaillen an den X-Games. Die 25-jährige Freiburgerin gehört damit selbstredend auch an diesen Olympischen Spielen – die Ski-Freestyle-Wettkämpfe finden in Livigno statt – zu den grossen Anwärterinnen auf Edelmetall.

Andri Ragettli

Andri Ragettli.
Bild: MICHAEL BUHOLZER/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

In den sozialen Medien ist Andri Ragettli ein Star. 659'000 Follower hat er allein auf Instagram. In Italien will der 27-Jährige nun aber vor allem sportlich auf sich aufmerksam machen. Und zwar mit einem erstmaligen Medaillengewinn an Olympischen Spielen. Vor vier Jahren in Peking landete er im Slopestyle auf dem unglücklichen vierten Rang. Damit es dieses Mal besser wird, schläft er in Livigno zur Abhärtung auf dem Boden.

Aerials

Noé Roth

Noé Roth.
Bild: GIAN EHRENZELLER/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Zweimal in Folge wurde Noé Roth Weltmeister: 2023 in Georgien und vor einem Jahr an den Heim-Weltmeisterschaften im Engadin. Doch derzeit dominieren die Chinesen im Weltcup. Roth zeigt sich allerdings erneut konkurrenzfähig. Zweimal sprang der 25-Jährige auf das Podest. Einmal gelang dies seinem Teamkollegen Pirmin Werner. Auch im Mixed-Team werden die Schweizer Skiakrobaten antreten – allerdings als Aussenseiter.

Snowboard

Julie Zogg

Julie Zogg.
Bild: CLAUDIO THOMA/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Die erfolgreiche Alpin-Snowboarderin (unter anderem zwei WM-Titel und zwei Gesamtweltcupsiege) befindet sich auf Abschiedstournee. Ende Saison beendet Julie Zogg ihre Karriere. Zum Abschluss träumt die 33-jährige St. Gallerin von einer Olympiamedaille. Es wäre ihre Erste. Die Chancen, dass es klappt, sind intakt. Einmal schaffte es Zogg in der olympischen Disziplin Parallel-Riesenslalom in dieser Saison aufs Podest.

Ski Mountaineering

Marianne Fatton

Marianne Fatton.
Bild: MAXIME SCHMID/Keystone

Medaillenchance: 95 Prozent

Ski Mountaineering, also Skibergsteigen, feiert in diesem Jahr olympische Premiere. Und oft, wenn neue Sportarten ins Programm aufgenommen werden, präsentieren sich Schweizer Athletinnen und Athleten stark. Als Skicross 2010 Premiere feierte, wurde Michel Schmid Olympiasieger. Gleiches gelang Gian Simmen im Snowboard 1998. Nun hat die Schweiz mit Marianne Fatton auch im Skibergsteigen die grosse Favoritin am Start.

Jon Kistler

Jon Kistler.
Bild: MAXIME SCHMID/Keystone

Medaillenchance: 75 Prozent

Nicht ganz so deutlich wie bei den Frauen ist die Favoritenrolle der Schweizer bei Männern. Jon Kistler gewann an der WM 2025 in der Schweiz Bronze im Sprint und gehört damit auch in Bormio – die Rennen finden nach Abschluss der Alpin-Skirennen auf der Piste Stelvio statt – zu den Anwärtern auf eine Medaille. Kistler wird gemeinsam mit Marianne Fatton zum Abschluss der Spiele auch den Mixed-Team-Event bestreiten.

Curling

Team Frauen

Silvana Tirinzoni.
Bild: KIMMO BRANDT/EPA

Medaillenchance: 80 Prozent

Eine Olympiamedaille fehlt dem so erfolgreichen Curlingteam von Skip Silvana Tirinzoni noch. Viermal gewann Tirinzoni gemeinsam mit Alina Pätz schon den Weltmeistertitel. Bei drei dieser Erfolge gehörte auch Carole Howald bereits zum Team. Komplettiert wird die Equipe seit vergangenem Jahr von Selina Witschonke. Nun will das Quartett eine Olympiamedaille. «Das ist das Ziel und auch realistisch», sagt Tirinzoni.

Team Männer

Yannick Schwaller.
Bild: Misper Apawu/AP

Medaillenchance: 75 Prozent

Yannick Schwaller ist an den Olympischen Spielen im Doppeleinsatz. Zum einen spielt er in der Mixed-Konkurrenz gemeinsam mit seiner Ehefrau Briar Schwaller-Hürlimann um die Medaillen (der Wettbewerb läuft bereits). Zudem will er auch gemeinsam mit Pablo Lachat-Couchepin, Sven Michel und Benoît Schwarz-van Berkel im Turnier der Männer für einen Erfolg sorgen. Die Chancen stehen in beiden Wettbewerben gut.

Langlauf

Nadine Fähndrich

Nadine Fähndrich.
Bild: SALVATORE DI NOLFI/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Schweizer Olympiamedaillen im Langlauf gab es in den vergangenen Jahren dank Dario Cologna mehrmals zu feiern. Nun finden Winterspiele erstmals seit 2006 ohne ihn statt. Trotzdem sind die Medaillenchancen intakt. Nadine Fähndrich hat das Potenzial, um im Sprint zu reüssieren. In ihrer Paradedisziplin gewann die 30-Jährige vor einem Jahr WM-Bronze und stand auch in dieser Weltcupsaison schon dreimal auf dem Podest.

Bob

Melanie Hasler

Melanie Hasler.
Bild: URS FLUEELER/Keystone

Medaillenchance: 50 Prozent

Im ewigen Medaillenspiegel der olympischen Bobmedaillen belegt die Schweiz hinter Deutschland Rang zwei. Neunmal Gold, elfmal Silber und elfmal Bronze gab es bisher. Seit 2014, als Beat Hefti und Alex Baumann im Zweierbob Gold gewannen, wartet die Schweiz allerdings auf einen Olympiaerfolg. Melanie Hasler will das ändern. Die Aargauerin wurde zuletzt Europameisterin im Zweier- (Nadja Pasternack) und im Monobob.

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