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Olympische Spiele

Die Deutschen nennen ihn «überholbar»: Schlägt Odermatt im Riesenslalom zurück?

Im Olympia-Riesenslalom am Samstag ist Marco Odermatt erneut der Favorit. Aber was heisst das schon? Wenig – das haben diese Spiele gezeigt.
Silber und Bronze hat Marco Odermatt an diesen Spielen schon gewonnen – folgt nun Gold?
Bild: Michael Buholzer/Keystone

Für die Buchmacher ist Marco Odermatt der Favorit. Aber das war er auch vor der Abfahrt und im Super-G. Der Ausgang ist bekannt: Beide Rennen gewann Franjo von Allmen. Danach sagte der ehemalige Schweizer Ski-Cheftrainer Osi Inglin im «Blick»: «Franjo sollte auch noch den Olympia-Riesenslalom fahren – sehr wahrscheinlich würde er auch den gewinnen.»

Nun – von Allmen ist am Donnerstag mit drei Goldmedaillen im Gepäck nach Hause gereist. Im Riesenslalom wäre er chancenlos. Im Weltcup ist der 24-Jährige erst einmal in einem Riesenslalom gestartet – vor einem Jahr am Weltcupfinal in Sun Valley. Von Allmen schied im ersten Lauf aus.

Trotzdem steht Inglings Aussage symbolisch für den bisherigen Verlauf dieser Spiele. Während bei von Allmen fast alles zusammengepasst hat, häuften sich bei Odermatts Auftritten kleine Fehler, die in der Summe dann «nur» für Silber in der Teamkombi und Bronze im Super-G reichten.

Die «Süddeutsche Zeitung» beschrieb es in der Folge so: «Odermatt, der sich in den vergangenen Jahren den Ruf der Unschlagbarkeit hart erarbeitet hatte – wirkt nun auf einmal erstaunlich ein- und überholbar.»

Immerhin einmal hat er Franjo von Allmen besiegt

Vor dem Riesenslalom am Samstag (hier live) stellt sich darum die Frage: Ist er das erneut? Odermatt sagt: «Natürlich will ich Gold gewinnen. Aber es wird nicht einfach. Die Riesenslalom-Spezialisten haben jetzt 15 bis 20 Tage trainiert, während ich seit Anfang Jahr überwiegend Speed gefahren bin.»

Seit seinem Sieg im Riesenslalom von Adelboden bestritt Odermatt in Wengen und in Kitzbühel je eine Abfahrt und einen Super-G, danach in Crans-Montana ebenfalls eine Abfahrt und an den Olympischen Spielen auch bereits drei Rennen. «Es wird auch eine Frage der Energie», sagt er. Und: «Aber vielleicht ist es gut, dass ich mich nicht als Topfavorit fühle.»

Odermatt spielt den Ball weiter. Der Österreicher Stefan Brennsteiner, der zu den angesprochenen Spezialisten gehört, nimmt ihn auf: «Das kann ein bisschen ein Vorteil sein, aber Marco hat schon gezeigt, dass er damit immer sehr gut umgehen kann», sagte er in der «Kronen Zeitung». Brennsteiner gewann in diesem Winter einen Riesenslalom. Odermatt drei.

Zumindest einen Sieg hat Odermatt auch im Rahmen dieser Olympischen Spiele schon gefeiert. Als von Allmen nach seinem dritten Gold gefragt wurde, ob er in Bormio überhaupt mal irgendetwas verloren habe, ein Kartenspiel zum Beispiel, sagte er: «Im Spikeball hat Marco gewonnen.»

An der Pressekonferenz verrät Franjo von Allmen (links), wo ihn Marco Odermatt besiegt habe.
Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Vielleicht ist das ja ein gutes Omen für den Riesenslalom. Odermatts Ausgangslage vor dem Rennen erinnert an jene vor vier Jahren in Peking. Damals war Odermatt in der Abfahrt und im Super-G sogar ohne Medaille geblieben, gewann dann aber in überzeugender Manier den Riesenslalom.

Ganz vergleichen lasse sich die Situation allerdings nicht, sagt Odermatt. Damals sei er in der Abfahrt noch nicht der grosse Favorit gewesen. Und: «Eine Goldmedaille im Riesenslalom habe ich schon.» Hätte Odermatt wählen können, hätte er sich Gold in der Abfahrt gewünscht. Nun bleibt der Riesenslalom als letzte Chance. Die Buchmacher glauben an Odermatt.

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