Tennis

Ein grosser Sieg für Novak Djokovic gegen den Mann der Stunde

Der Serbe bezwingt Alexander Zverev und bleibt in Peking ohne einzige Niederlage. Der Deutsche kann deshalb vorerst nicht Weltnummer 1 werden.

Alexander Zverev grüsste sparsam ins Publikum und trottete mit hängendem Kopf vom Platz. Der aktuell in Topform spielende Tennisstar hat das Kracherduell gegen Novak Djokovic verloren und kann damit in Asien noch nicht die Spitze der Tennis-Weltrangliste übernehmen. Der French- und US-Open-Champion unterlag dem zuletzt unter gesundheitlichen Problemen leidenden, aber diesmal gross aufspielenden Grand-Slam-Rekordgewinner im Viertelfinal von Peking mit 6:4, 4:6, 4:6.

Djokovic gelang damit ein weiterer Eintrag in die Geschichtsbücher. Auch in seinem 32. Match in Chinas Hauptstadt siegte der 39 Jahre alte Serbe. So viele Erfolge am Stück ab Match eins bei einem bestimmten Turnier gelangen niemandem sonst. Djokovic überflügelte seinen alten Rivalen Rafael Nadal. Der legendäre Spanier hatte zwischen 2005 und 2009 seine ersten 31 Matches bei den French Open in Paris gewonnen.

Zverev sei «derzeit der beste Spieler der Welt», sagte Djokovic nach dem Erfolg. Gegen ihn in der aktuellen Topverfassung zu spielen, sei zuletzt «ein Albtraum» gewesen. Aber hochzufrieden hielt Djokovic fest: «Ich bin immer noch da. Ich sorge dafür, dass die jungen Leute weiter etwas für ihr Geld tun müssen.»

Zverevs erste Niederlage nach neun Siegen in Folge

Für Zverev war es im 15. Duell mit Djokovic die zehnte Niederlage. In diesem Jahr, dem Zverev auch aufgrund der Verletzungspausen von Jannik Sinner und Carlos Alcaraz den Stempel aufdrücken konnte, war es das erste Aufeinandertreffen der beiden. Für Zverev bedeutete es zugleich die Endstation der Titeljagd in Peking und die erste Niederlage auf der Tour nach neun Siegen in Folge mit der Krönung vor drei Wochen bei den US Open – die Nummer eins im Ranking hat der 29-Jährige dennoch weiter im Blick.

Am Samstag war bekannt geworden, dass Branchenführer und Peking-Titelverteidiger Sinner aufgrund anhaltender Knieprobleme auch das am Mittwoch startende Masters in Shanghai verpasst. Sinner ist zudem Titelverteidiger bei den danach anstehenden Turnieren in Wien, Paris sowie den ATP Finals in Turin. Für ihn stehen dort insgesamt 3000 Weltranglistenpunkte auf dem Spiel. Zverev hat bei diesen Events deutlich weniger Zähler aus dem Vorjahr zu verteidigen. Er kann die erste deutsche Nummer eins im ATP-Ranking seit Boris Becker 1991 werden.

Djokovic wie zu den allerbesten Zeiten

Gegen den langjährigen Dominator Djokovic, der seit dem vergangenen November kein Turnier mehr gewinnen konnte, startete Zverev bestmöglich mit einem Break zum 1:0. Auch wenn Djokovic danach zulegte und einige Zauberschläge zeigte, machte der wieder mal stark aufschlagende Deutsche den ersten Satz nach einer knappen Stunde klar.

Im zweiten Durchgang aber spielte Djokovic wie zu allerbesten Zeiten, das Publikum feuerte den charismatischen Superstar lautstark an. Der erste Aufschlag kam nahe der Perfektion, auch unterlief ihm nur ein einziger unerzwungener Fehler. So holte sich der Routinier den Satz mit seinem ersten Break im Match. Das Niveau beider Spieler im dritten Durchgang war hoch, beim Stand von 4:5 zeigte Zverev gegen den starken Djokovic aber Nerven, beim dritten Matchball gegen sich schlug er eine einfache Vorhand ins Netz.

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