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National League

National League mit besten Vorzeichen

Mit der Partie zwischen den Rapperswil-Jona Lakers und den ZSC Lions beginnt am Mittwoch die Meisterschaft der National League. Diese verspricht so hochstehend wie noch nie zu werden.
Trainer Dan Tangnes strebt mit Zug den dritten Titel in Serie an
Bild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Weil die Liga nach dem Aufstieg von Kloten nun 14 Teams umfasst, dürfen neu sechs statt wie bisher vier Ausländer eingesetzt werden. Der Einmarsch von Russland in der Ukraine führte dazu, dass viele Top-Spieler aus der KHL auf den Markt kamen und verpflichtet wurden. Von daher ist das Niveau in der National League so hoch wie nie und dürften die Teams noch näher zusammengerückt sein. Das macht Prognosen selbstredend schwieriger.

Zug und ZSC Lions erneut die Topfavoriten

Nichtsdestotrotz gehen Titelverteidiger Zug und Finalist ZSC Lions erneut als Topfavoriten in die Saison. Beim EVZ blieb die Mannschaft weitgehend zusammen. In der Verteidigung sind die Zentralschweizer dank Neuzugang Tobias Geisser noch stärker besetzt, im Angriff sowieso, da nun vier Ausländer stürmen - neu dazugestossen sind der Slowake Peter Cehlarik sowie der Amerikaner Brian O'Neill. Zudem ist Lino Martschini nach einer Rückenoperation zurück; der begnadete Torschütze fehlte den Zugern im Frühjahr während den gesamten Playoffs.

Vor allem aber verfügt der Meister der letzten beiden Jahre über ein gutes Fundament. Trainer Dan Tangnes versteht es ausgezeichnet, gute Gewohnheiten zu etablieren, auf die in Stresssituationen zurückgegriffen werden kann. Das war für ihn der Schlüssel dafür, dass sein Team im Final gegen die ZSC Lions ein 0:3 nach Siegen drehen konnte. Sein Motto lautet: "Ein Training ist wie ein Spiel." Er duldet keine Nonchalance. Zudem ist das Coaching in der kommenden Saison aufgrund der höheren Qualität in den Teams noch entscheidender, denn es wird nicht einfach sein, alle "Häuptlinge" zufrieden zu stellen. Das erfordert viel Empathie, die Tangnes definitiv mitbringt. Drei Titel in Serie holte zuletzt Kloten, das von 1993 bis 1997 gar viermal hintereinander triumphierte.

Die ZSC Lions können zwar nicht mehr auf den überragenden Denis Malgin zählen - dieser nimmt bei den Toronto Maple Leafs einen neuen Anlauf in der NHL. Dennoch sind die Zürcher von der individuellen Klasse her nach wie vor die bestbesetzte Equipe der National League. Unter anderen holten die Lions mit Verteidiger Mikko Lehtonen und Stürmer Juho Lammikko zwei Spieler aus dem finnischen Weltmeisterteam. Mit der Verpflichtung des aus der NHL zurückgekehrten Dean Kukan gelang dem ZSC ein weiterer Transfercoup. Zudem haben die Zürcher endlich ein eigenes Stadion, was einen zusätzlichen Schub geben dürfte. Es spricht also vieles für die Lions.

Premiere für Servette dank bestem Ausländer-Sextett?

Sehr stark einzustufen ist auch Genève-Servette, das auf dem Papier über das beste Ausländer-Sextett verfügt. Was gegen die Genfer spricht, ist das Goalie-Duo, das aus Robert Mayer und Gauthier Descloux besteht. Es ist mehr als fraglich, ob die beiden gut genug sind, um Servette zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu verhelfen. Auch Fribourg-Gottéron würde noch so gerne erstmals den Meisterpokal in die Höhe stemmen, dies mit der gemäss Captain Julien Sprunger komplettesten Mannschaft, die der Klub je hatte. Der letzte Meistertitel einer Mannschaft aus der Westschweiz liegt schon 49 Jahre zurück, dafür verantwortlich zeichnete La Chaux-de-Fonds.

Auch Davos, wie Fribourg Halbfinalist in der vergangenen Saison, dürfte erneut eine gute Rolle spielen. Bern hat nach drei enttäuschenden Saisons mächtig aufgerüstet - unter anderen trägt der langjährige NHL-Stürmer Sven Bärtschi nun das SCB-Dress. Das finanzstarke Lugano hegt selbstredend ebenfalls hohe Ambitionen und hat sich dementsprechend verstärkt, doch ob Chris McSorley der richtige Trainer dafür ist, der seit 2006 dauernden Meister-Flaute ein Ende zu setzen, ist zumindest fraglich.

Lakers vor grosser Herausforderung

Die Rapperswil-Jona Lakers stehen vor der grossen Herausforderung, den gestiegenen Ansprüchen nach dem 4. Platz in der letzten Qualifikation gerecht zu werden. Jedenfalls verspricht der Kampf um die Top 6, welche direkt die Viertelfinals erreichen, äusserst spannend zu werden. Einzig die letzten drei Plätze dürften vergeben sein, und zwar an Aufsteiger Kloten, Ajoie und die SCL Tigers. Würde einer aus dem Trio den Einzug in die Achtelfinals (die Teams auf den Rängen 7 bis 10) schaffen, käme dies einer Überraschung gleich. Die zwei letztplatzierten Equipen bestreiten die Abstiegs-Playoffs. (sda)

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