Zwei Spiele noch in diesem Jahr. Zwei Spiele, um den Aufstieg in die Liga A definitiv zu bewerkstelligen. Die Nati spielt am übernächsten Freitag in Slowenien, drei Tage später empfängt sie Schottland. Das Ziel? «Sechs Spiele, sechs Siege.» So sagt das Nationaltrainer Murat Yakin an diesem Donnerstag in Bern, als er sein Aufgebot bekannt gibt.

Zuletzt im September machten seine Spieler eine ziemlich gute Falle. Vier Siege gab es. 3:0, 3:0, 2:1 und 3:0 lauteten die Resultate. Natürlich hiessen die Gegner «nur» Nordmazedonien (2x), Schottland und Slowenien. Souverän waren die Auftritte aber alleweil. Das Lob dafür ist darum verdient.
Für Schlagzeilen sorgte die Schweizer Nati aber nicht wegen des Fussballs. Sondern weil mit Granit Xhaka und Breel Embolo zwei prominente Namen fehlten wegen gefälschten Covid-Zertifikaten. Bei Xhaka flog die Impf-Lüge unmittelbar vor dem Zusammenzug auf, worauf Verband und Captain beschlossen, dass Xhaka der Nati fernbleibt. Bei Embolo waren die gefälschten Test-Zertifikate längst bekannt, der Strafbefehl nur eine Formalität – trotzdem verzichtete der SFV auf ihn, ohne Rücksprache mit dem Stürmer. Nun sind die beiden wieder im Aufgebot. Und Nati-Trainer Yakin äussert sich zu ihrer Rückkehr.
Darum ist Breel Embolo enttäuscht
Im Zentrum steht Stürmer Embolo. Dieser sagte im Exklusiv-Interview mit «Schweiz heute»: «Neu war ja nur, dass es einen Strafbefehl gab. Die eigentlichen Umstände waren längst bekannt. Ich muss aber ehrlich sagen: Ich war enttäuscht, dass der SFV diese zwei Fälle verglichen hat. Ich will keine Ausrede finden. Aber: Ich bin geimpft. Dreimal. Also ist es ein ganz anderer Fall als bei Granit.» Embolo empfand es als «verletzend», dass sich der SFV unter Druck setzen liess und ihm das Aufgebot verwehrte.
So reagiert Murat Yakin
Sein Ärger richtet sich allerdings nicht gegen Trainer Murat Yakin. Entsprechend wird er auch dem Aufgebot Folge leisten und nun am Montag in St.Gallen zur Nati einrücken. Auf die Frage, wie die atmosphärischen Störungen zu lösen seien, sagt Yakin: «Es ist sicher noch gesprächsbedarf vorhanden. Aber wir sind alle Männer genug, um Klartext zu reden. Das ist face-to-face auch einfacher als mit der Distanz nach Atlanta.» Yakin kann den Ärger von Embolo verstehen, «schliesslich war er gesund und wollte spielen.» Wobei er auch anfügt: «Er muss nun akzeptieren, was gewesen ist und nach vorne schauen. Wir brauchen ihn in voller Energie.»
Granit Xhaka bleibt Captain – so begründet Yakin
Neben Embolo kehrt auch Granit Xhaka am Montag in den Hafen der Nati zurück. Für Yakin ist in diesem Fall fast alles gesagt. «Er war einsichtig. Er hat sich entschuldigt. Sobald er bei uns ist, wird es für ihn nur noch um Fussball gehen.»
Auch die Frage, ob Xhaka Captain bleibt, stellte sich für Yakin zu keiner Sekunde. Dass er das Captain-Bändeli freiwillig abgeben soll, wie das Ciriaco Sforza in der «Sonntagszeitung» forderte? «Das würde ich ihm auf keinen Fall raten. Granit ist unser Captain, unser Leader. Er hat 152 Länderspiele bestritten. Nein, das ist keine Diskussion. Und ich habe das auch mit dem Spielerrat kurz besprochen. Ich wäre höchstens in den Clinch gekommen, wenn Manu hätte Captain bleiben wollen.»

Manu, das ist Manuel Akanji, der Xhaka in den letzten vier Spielen als Captain vertrat. Doch auch der Inter-Verteidiger hegt keinerlei Ansprüche. «Er sieht es genau gleich wie ich», sagt Yakin.
Zuletzt musste Xhaka mit seinem Klub Sunderland einige Rückschläge verkraften. Nach der herausragenden Saison 2025/26, die mit der Qualifikation für die Europa League endete, hat Sunderland einen Absturz hinter sich. Nach neun Spielen in der Premier League liegt der Verein am Tabellenende. Wobei Xhaka ursprünglich ja davon sprach, dass ihn auch einmal der «Abstiegskampf» reize. «Das ist eine neue Situation für ihn wie auch für den Klub. Erwartet hat das niemand, aber ich bin sicher, dass sie genügend Qualität haben, um aus der Situation rauszufinden», sagt Yakin.
Zwei Überraschungen im Nati-Kader
28 Spieler bietet Yakin für die letzten Länderspiele des Jahres auf. Darunter sind mit Zakaria und Vargas zwei Rückkehrer nach Verletzungen. Mit Amdouni und Rodriguez zwei angeschlagene Spieler. Und auch noch zwei Überraschungen.
Flügelspieler Samuel Ballet überzeugt derzeit in der Türkei so sehr, dass er von Yakin nun belohnt wird. «Er schiesst Tore. Wunderschöne Tore. Auch gegen starke Gegner. Er lebt von seiner Schnelligkeit und seiner Robustheit. Aber auch die defensive Arbeit überzeugt mich», sagt Yakin über den 25-Jährigen.
Zudem darf FCZ-Torhüter Silas Huber erstmals im Kreis der Nati schnuppern. Er rückt als vierter Torhüter hinter Kobel, Mvogo und Keller ein. «Ich bin gespannt, wie er sich präsentiert. Auch er hat sich die Chance verdient», sagt Yakin.
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