
Die Aargauer Wasserspringerin Michelle Heimberg hat am Montag auf Instagram einen persönlichen Schicksalsschlag öffentlich gemacht: Eine Woche vor der Abreise zur Europameisterschaft in Paris verlor sie ihr ungeborenes Baby am Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels. Bereits 24 Stunden später musste sie sich einem operativen Eingriff unterziehen.
Heimberg hat sich bewusst dafür entschieden, ihr Schicksal öffentlich zu machen. Sie schreibt: «Ich teile das, weil ich glaube, dass auch solche Erfahrungen zum Leben gehören. Eine Fehlgeburt ist etwas, das viele Menschen erleben, worüber jedoch oft geschwiegen wird. Ich glaube, dass ein offener Umgang anderen helfen kann, sich weniger allein zu fühlen.»
Die vergangenen zwei Wochen seien sowohl körperlich als auch emotional äusserst belastend gewesen, schreibt Heimberg. Es habe Momente gegeben, in denen es sich beinahe unmöglich angefühlt habe, überhaupt auf das Sprungbrett zu steigen.
Dennoch gewann Heimberg am Sonntag EM-Silber vom 1-Meter-Brett. «Diese Silbermedaille strahlt heller als jede Goldmedaille es jemals könnte», schreibt die Aargauerin. «Nicht wegen des Ergebnisses selbst, sondern wegen all dessen, wofür sie steht.»
Auf dem Podest habe sie nicht gestanden, weil wieder alles in Ordnung gewesen sei, sondern weil sie von ihrem Partner, ihrer Familie, ihren Freundinnen und Freunden sowie ihrem Trainerteam und weiteren Wegbegleitern getragen worden sei. «Diese Medaille erinnert mich daran, dass Freude und Trauer gleichzeitig existieren können – und dass wir zu mehr fähig sind, als wir manchmal selbst glauben», erklärt Heimberg.
Die Olympischen Spiele 2028 als Fernziel
Auf Heimbergs Beitrag reagierten zahlreiche Spitzensportlerinnen und Spitzensportler und bewunderten die Offenheit und Stärke der Athletin.
An der EM in Paris geht Heimberg auch noch vom 3-Meter-Brett an den Start. 2025 wurde sie in der olympischen Disziplin Europameisterin. Die Olympischen Spiele 2024 in Paris verpasste die Aargauerin derweil äusserst knapp, was sie dazu bewog, eine längere Pause einzulegen und offen zu lassen, ob ihr Weg als Spitzensportlerin weitergehen würde.

Ende 2024 entschied sich Heimberg zur Fortsetzung ihrer Karriere und hat die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles als Ziel ausgegeben. Wie stark die Schwangerschaft ihre Pläne beeinflusst hätte, lässt sie offen. (cam/mpr)
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