

18:29 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammer im Interview: «Das hatte ich noch nie.»
Wie ordnen Sie diesen Erfolg ein?
Simon Ehammer: Etwas vom Grössten, das ich in meiner Karriere je erleben durfte. Diese Saison 2026 dürfte jetzt schon vorbei sein und wäre bereits unglaublich. Zuerst der ebenso schöne wie überraschende Weltrekord an der Hallen-WM und nun dieser Triumph am Heim-Meeting, das über Jahre von Damian Warner dominiert wurde. Dies mit einer Punktzahl, die mir die Tränen in die Augen treibt.
Jahresweltbestleistung im Weitsprung und im Zehnkampf. Die Disziplinen-Entscheidung für die EM im August wird zur Qual der Wahl?
Es war mir nach dem Weitsprung bereits klar, dass der Entscheid nicht einfacher wird. Jetzt habe ich zwei Weltbestleistungen. Das hatte ich noch nie. Heute entscheide ich nicht, nächste Woche entscheide ich nicht. Wir lassen uns noch ein wenig Zeit. Wir haben ja jetzt gesehen, dass beides funktioniert.
Haben Sie im 1500-m-Lauf sogar noch daran gedacht, die Marke von 8800 Punkten noch anzugreifen?
Ich stieg mit diesem Plan ins Rennen. Es war aber unglaublich hart. Vorne sind sie sehr schnell angegangen und bald tat sich vor mir eine Lücke auf. Auch der Wind kam immer wieder auf. Als mich Leo Neugebauer überholte, war das einzige Ziel, den Zehnkampf zu gewinnen. Die Zeit wurde zweitrangig. Trotzdem: Zweitbester Lauf der Karriere, neuer Schweizer Rekord. Wenn es läuft, dann läuft es!
17:59 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammer lässt Neugebauer nicht ziehen und holt Sieg in Götzis
Simon Ehammer verliert im 1500-m-Lauf nur vier Sekunden auf seinen letzten Konkurrenten Leo Neugebauer. Mit 8778 Punkten verbessert er den Schweizer Rekord um 203 Zähler und gewinnt erstmals in Götzis. Es war mit 4:43.22 die zweitbeste Laufleistung des Appenzellers. Nur 2020 war er einmal rund eine Sekunde schneller.
17:30 Uhr
Sonntag, 31. Mai

Annik Kälin im Interview: «Es ist mehr, als ich erwartet habe.»
Was bedeutet Ihnen der Sieg in Götzis?
Annik Kälin: Es ist unglaublich. Wenn man für den Mehrkampf lebt, verfolgt man dieses Meeting von klein auf. Es war immer ein Traum, hier eines Tages zuoberst zu stehen. Ein Traum, der mir zuerst sehr fern war. Dass er jetzt Realität wird und mein Name auf gleicher Stufe von so vielen Idolen steht, ist unglaublich.
Simon Ehammer sagte im Vorfeld, ein Sieg in Götzis bedeute ihm mehr als ein EM-Titel. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Es ist das Mehrkampf-Meeting schlechthin und so nahe von zu Hause. Es waren so viele Freunde von mir vor Ort. Ich habe auch eine unsichere Zeit hinter mir mit der Fussverletzung und dem Fakt, dass ich schon lange keinen Siebenkampf wirklich durchziehen konnte. Das war eigentlich zuletzt 2024 in Paris der Fall. Dass jetzt bereits eine solche Punktzahl herausschaut, ist eigentlich unglaublich.
Mit dieser Punktzahl haben Sie eine Marke gesetzt, die an internationalen Meisterschaften fast immer für eine Medaille reicht?
Diese Konstanz mit einem durchwegs guten Niveau in allen sieben Disziplinen ist wirklich cool. Wenn so viel zusammenstimmt, ist eine Punktzahl über 6700 jederzeit möglich. Diese Konstanz ist das Wichtigste in einem Mehrkampf. Dann sind Medaillen immer möglich.
Diese Leistung ist wohl das Maximum, das Sie im Vorfeld erwarten konnten?
Es ist mehr, als ich erwartet habe. Ich habe den Hochsprung noch aus dem Kurzanlauf bestritten. Ich hatte in vielen Disziplinen noch Unsicherheiten und einige im Training noch überhaupt nicht forcieren können.
Was folgt nun noch bis zur EM?
Ich bestreite in vier Wochen in Ratingen noch einmal einen Mehrkampf. Dann starte ich an den Schweizer Meisterschaften in mehreren Disziplinen und trete beim Meeting in Luzern im Weitsprung an.
Im letzten Jahr plagten Sie Schmerzen beim Speerwerfen. Diesmal schien ihr Körper allen Belastungen gewachsen. Worauf führen Sie es zurück, dass es an diesem Wochenende so gut lief?
Wir haben aus Verletzungen und Rückschlägen immer wieder die richtigen Schlüsse gezogen. Wir haben versucht, alles zu perfektionieren, den Körper zu stabilisieren und belastbarer zu machen. Wir wollten überall das Beste herausholen und dies so gesundheitsförderlich wie nur möglich. Und das alles lang anhaltend, anstatt etwas auf Biegen und Brechen zu erzwingen. Es geht darum, eine Konstanz aufzubauen, um stabil gute Leistungen zu zeigen.
Es scheint, als würden Sie sich gesundheitlich so gut fühlen wie schon lange nicht mehr?
Das ist so. Gerade dieses Wochenende hier in Götzis hat mir so viel Selbstvertrauen gegeben. Ich war vor dem Start noch unsicher, wie ein Mehrkampf auf den Körper wirken würde. Welche Disziplinen funktionieren und welche noch nicht? Training ist immer eine andere Situation, das musste ich in den Wurfdisziplinen Kugel und Speer feststellen, wo ich beim Einwerfen besser war als dann, wenn es zählte. Dort war die Anspannung des Wettkampfs nicht nur förderlich. Was ich jetzt benötige, sind weitere Wettkampferfahrungen und damit die Basis Schritt für Schritt erhöhen. Dann ist extrem viel möglich.
Wie sehr wurmt es Sie, dass der Wind bei ihrem Weitsprung auf 6.96 m ein wenig zu stark blies?
Im Moment war es sicherlich schade. Die Windverhältnisse waren nicht einfach. Schade, dass gerade bei diesem Sprung eine Böe hereinkam. Es war der einzige Versuch der ganzen Konkurrenz mit zu viel Rückenwind. Für den Mehrkampf zählt zum Glück nur die Weite. Die sieben Meter fallen dann auch noch ohne zu viel Wind.
17:21 Uhr
Sonntag, 31. September
Guter Speerwurf von Ehammer, Enttäuschung für Leo Neugebauer
Simon Ehammer darf vor dem abschliessenden 1500-m-Lauf beim Zehnkampf von Götzis weiter vom Sieg träumen. Er warf den Speer bei aufkommendem Unwetter auf 54.38 m. Das ist rund ein Meter weniger als seine persönliche Bestleistung. Im Vergleich blieb Ehammers erster Verfolger, Weltmeister Leo Neugebauer aus Deutschland, mit seinen 58.46 m um sechs Meter hinter seiner Bestleistung zurück.
Für den abschliessenden Mittelstrecken-Lauf heisst dies, dass Simon Ehammer rund elf Sekunden Reserve auf Neugebauer hat. Zur Einschätzung: Bei seinem Weltmeistertitel im vergangenen September in Tokio lief Neugebauer eine Zeit von 4:31.89 Minuten. Simon Ehammer benötigte bei seinem Schweizer Rekord in Götzis vor einem Jahr 4:47.96. Beim einzigen 1500-m-Rennen im aktuellen Jahr kam der Schweizer auf eine Zeit von 4:45.51. Er muss also für den so ersehnten Triumph in Götzis noch einmal über sich hinauswachsen.
Eine weitere Unbekannte ist die Wetterentwicklung. Die Wolken werden schwärzer und schwärzer, die Speaker gaben eine Unwetterwarnung heraus und die Blitze am Himmel nehmen bedrohlich zu. Verhindert letztlich das Wetter gar den Abschluss des Zehnkampfs in Götzis?
16:37 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Annik Kälin mit Superlauf über 800 m erste Schweizer Siegerin in Götzis
Annik Kälin hat den legendären Siebenkampf in Götzis gewonnen. Die 26-Jährige zeigte einen engagierten 800-m-Lauf zum Abschluss, lief mit 2:11,72 Minuten nahe an ihre persönliche Bestleistung und distanzierte die holländische Verfolgerin Emma Oosterweger am Schluss um 21 Punkte. Mit ihrem Gesamttotal von 6726 Punkten verbesserte die Bündnerin ihren eigenen Schweizer Siebenkampf-Rekord von den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris um 87 Zähler.
Das Highlight in Kälins Wettkampf war zweifellos der Weitsprung mit einer Bestweite von 6.96 m. Leider zählt diese Weite wegen minim zuviel Rückenwind (+2.2 m/sec anstatt die erlaubten +2.0) nicht als nationaler Rekord. In ihrem ersten Siebenkampf seit genau einem Jahr zeigte die oft mit Verletzungen zu kämpfende Annik Kälin vor allem keine Schwächen.
15:29 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Annik Kälin steht nach dem Speerwerfen vor Hitchcock-Finale

Annik Kälin kam im Speerwerfen mit einer Weite von 45.25 m nicht an ihre Bestleistung von 49.11 m aus dem Jahr 2022 und auch nicht an ihren Wert vom Schweizer Siebenkampf-Rekord in Paris von 48.14 m heran. Sie bleibt damit zwar weiter in Führung und auf Rekordkurs. Es bahnt sich allerdings im Duell um den Götzis-Sieg ein Hitchcock-Finale an.
Erste Verfolgerin der Schweizerin vor dem abschliessenden 800-m-Lauf ist nun die Holländerin Emma Oosterwegel. Sie warf mit dem Speer die zweitbeste Weite von 52.50 m. Sie überflügelte die schwache Werferin Sofie Dockter, die sogar noch einen Meter hinter Kälin zurückblieb.
Wenn Kälin an ihre persönliche 800-m-Bestzeit von 2:11.33 Minuten herankommt, dann verbessert sie ihren Schweizer Rekord von 6639 Punkten um rund 100 Zähler. Und dann müsste Emma Oosterwegel vier Sekunden schneller laufen, um der Bündnerin den Sieg noch wegzuschnappen. Bei den Olympischen Spielen war sie rund drei Sekunden früher im Ziel als Kälin.
15:07 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammer baut seine Führung im Stabhochsprung aus

Simon Ehammer baut im Stabhochsprung seine Führung gegenüber Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer weiter aus. Während der Deutsche bei 5.10 m scheitert, überspringt der Schweizer 5.20 m. Die aufziehende Schlechtwetter-Front sorgt für schwierige Verhältnisse mit teilweise böigem Seitenwind. Deshalb liegt eine Verbesserung seiner Saisonbestleistung von 5.30 m nicht drin.
Ehammers Punktepolster beträgt vor den abschliessenden zwei Disziplinen Stab und 1500 Meter damit 134 Punkte. Aufgrund der Stärkeverhältnisse in den verbleibenden Wettkämpfen gilt damit aber Neugebauer als Favorit auf den Götzis-Sieg. Ein neuer Schweizer Rekord erscheint hingegen nur noch als Formsache. Ehammer springt auch mit dem Stab 10 Zentimeter höher als bei seiner aktuellen Bestleistung von 8575 Punkten. Performt er im Speer und über die Mittelstrecke im Rahmen seiner Möglichkeiten, darf man von rund 8770 Punkten als neue Bestmarke ausgehen.
12:19 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Wahnsinnssatz von Annik Kälin auf 6.96 m - aber zuviel Rückenwind
Annik Kälin macht einen auf Simon Ehammer und fliegt im Weitsprung allen davon. Im zweiten Versuch landet sie bei 6.96 m - so weit sprang noch nie eine Schweizerin. Trotzdem zählt die Weite nicht als Schweizer Rekord. Mit +2.2 Metern pro Sekunde bliess der Rückenwind einen Hauch zu stark. Erlaubt sind maximal +2.0. Für die Siebenkampf-Wertung in Götzis hingegen werden die damit gewonnenen 1159 Punkte gewertet.
Mit dieser Leistung übernimmt die Bündnerin mit einem Total von 5018 Punkten wieder die Führung und distanziert Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter um 52 Punkte. Es folgen noch das Speerwerfen sowie die 800 m. Da Annik Kälin bei ihrem aktuellen Schweizer Siebenkampf-Rekord an den Olympischen Spielen 2024 in Paris «nur» 6.59 m weit sprang, liegt sie in der Marschtabelle für einen neuen Landesrekord nun um mehr als 50 Punkte voraus.
12:12 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Annik Kälin mit Supersprung beim ersten Versuch
Ist das die Kampfansage an die führende Holländerin Sofie Dokter? Annik Kälin springt in ihrer Paradedisziplin Weitsprung im ersten Versuch auf 6.81 m. Das ist die sechstbeste Leistung ihrer Karriere und lediglich 9 Zentimeter hinter dem eigenen Schweizer Rekord. Allerdings überzeugte auch Hallen-Weltmeisterin Dokter mit dem bislang zweitbesten Sprung der Konkurrenz auf 6.47 m.
11:42 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammers Dämpfer mit dem Diskus
Es sei eine kleine Enttäuschung, aber alles andere als ein Unfall. So kommentiert Simon Ehammers Trainer Karl Wyler dessen Leistung mit dem Diskus. Mit einer Weite von 41.09 m bleibt der Leader einen guten Meter hinter seinem aktuellen Potenzial zurück, aber beinahe exakt im Range seiner Leistung beim aktuellen Schweizer Rekord vor Jahresfrist (41.02 m). Damit wartet Simon Ehammer nach wie vor auf seinen ersten 42-m-Wurf im Rahmen eines Zehnkampfs.
Wichtiger als der persönliche Vergleich bleibt im Kampf um den möglichen Götzis-Sieg der Blick auf Verfolger Leo Neugebauer, dem nominell besten Diskuswerfer der Szene. Er gewinnt zwar in Götzis die Disziplinenwertung, bleibt aber mit seiner Weite von 50.77 m mehr als zwei Meter hinter der Saisonbestleistung und sogar acht Meter hinter seinem Bestwert zurück. Der ultimative Start zur Jagd auf Simon Ehammer war das noch nicht.
11:04 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Nun folgt die Topdisziplin des grössten Ehammer-Konkurrenten
Nach sechs Disziplinen liegt Simon Ehammer im Zwischenklassement sagenhafte 271 Punkte vor dem ersten Verfolger Leo Neugebauer. Doch nun folgt die absolute Paradedisziplin des Weltmeisters aus Deutschland. Der 25-jährige 2.01-m-Hühne hält mit dem Diskus den Weltrekord im Rahmen eines Zehnkampfs, aufgestellt im Juni 2024 in Eugene mit einer Weite von 57.70 m. Seine persönliche Bestzeit liegt sogar bei 58.70 m. Simon Ehammer hat seinen Diskus-Bestwert an der letztjährigen Liechtensteiner Landesmeisterschaft mit einer Weite von 42.72 m erzielt. Der zweite 42-Meter-Wurf seiner Karriere gelang Ehammer vor einer Woche beim Pfingstmeeting in Zofingen. Der beste Wurf im Rahmen eines Zehnkampfs ging auf 41.54 m. Bei seinem aktuellen Schweizer Rekord warf der Appenzeller das Gerät im Vorjahr in Götzis auf 41.02 m.
10:57 Uhr
Sonntag, 31. Mai

Auch Annik Kälin ist auf Schweizer Rekordkurs
Annik Kälin liegt nach vier Disziplinen ebenfalls auf Rekordkurs. Sie schloss Tag 1 mit 25 Zählern mehr ab als bei ihrem bislang besten Siebenkampf an den Olympischen Spielen in Paris. Das ergibt Platz 2 im Zwischenklassement hinter der überragenden holländischen Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter. Und am Sonntag folgt als Frühschoppen zuerst einmal der Weitsprung, Annik Kälins absolute Paradedisziplin. Ihre Weitsprung-Bestleistung im Freien liegt bei 6.84 m, aufgestellt an der EM 2024 in Rom. Am weitesten im Rahmen eines Siebenkampfs sprang sie vor einem Jahr in Götzis mit 6.77 m. Ihren aktuellen Schweizer Rekord hat die Bündnerin in der Halle aufgestellt und zwar beim Silbergewinn an der Hallen-EM 2025 in Holland mit 6.90 m
Los geht es bei den Frauen um 11.45 Uhr. Die 26-jährige Bündnerin zeigte sich im Interview mit SRF vor allem glücklich darüber, gesund in Tag 2 eines Mehrkampfs zu steigen. «Ich will Disziplin für Disziplin nehmen und den Fokus nicht auf das Gesamtresultat legen», sagte die Bündnerin.
10:26 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammer macht dort weiter, wo er aufgehört hat
Der nächste Exploit von Simon Ehammer. Über 110 m Hürden läuft er mit 13,48 Sekunden so schnell wie nie zuvor im Rahmen eines Zehnkampfs. Seine persönliche Bestzeit von 13,38 lief er 2024 an den Schweizer Meisterschaften im Schlepptau von Jason Joseph. Der bisherige Mehrkampf-Bestwert stammt ebenfalls aus dem Jahr 2024. Damals rauschte der Appenzeller in Götzis in 13,55 über die Ziellinie. Beim Schweizer Rekord im Vorjahr lief Ehammer 13,57 Sekunden.
09:50 Uhr
Sonntag, 31. Mai
Simon Ehammers zweite Paradedisziplin steht an
Nach seinem phänomenalen Halbzeit-Weltrekord von 4762 Punkten am ersten Tag des Götzis-Zehnkampfs startet der zweite Teil mit einer weiteren Spezialität von Simon Ehammer. Über 110 m Hürden hat lediglich Altmeister Damian Warner eine bessere Bestleistung als der Schweizer. «Eine Bombe raushauen und dann den Tag irgendwie überstehen», so Simon Ehammer zum Schlachtplan des Sonntags. Mit Diskus, Speer und dem 1500-m-Lauf folgen nun halt auch noch die drei schwächsten Disziplinen des 26-Jährigen. Wobei er in Götzis beweisen will, dass er auch dort Fortschritte erzielt hat. Los geht es in Götzis um 10.05 Uhr mit den 110 m Hürden.
18:21 Uhr
Samstag, 30. Mai
Simon Ehammer schafft mit starker 400-m-Zeit ein weiteres Kunststück
Die drittbeste Zeit des Tages (47,33 sec.) und die viertbeste Leistung seiner Karriere über 400 m reichen Simon Ehammer zum dritten «Zehnkampf-Weltrekord» am ersten Tag des Kultmeetings von Götzis. Die Punktezahl von 4762 als Halbzeitführender wurde nie zuvor in einem Zehnkampf erreicht. Er führt mit 130 Punkten Vorsprung auf Weltmeister Leo Neugebauer und bereits 221 Punkten Reserve auf Götzis-Rekordsieger Damian Warner.
Zuvor hatte der Appenzeller bereits einen neuen Weitsprung-Weltrekord im Rahmen eines Zehnkampfs gefeiert (8.51 m) sowie mit den dafür erhaltenen 1194 Zählern einen absoluten Punkterekord in einer der zehn Einzeldisziplinen erzielt. Im Vergleich: Für die gleiche Anzahl Punkte müsste man über 100 m eine Zeit von 9,62 Sekunden laufen.
17:41 Uhr
Samstag, 30. Mai

Simon Ehammer lässt auch im Hochsprung nichts anbrennen
Mit dem Tschechen Tomas Järvinen (2.09 m) und dem deutschen Weltmeister Leo Neugebauer (2.06 m) sprangen nur zwei Konkurrenten höher als Simon Ehammer. Der Appenzeller kam mit übersprungenen 2.03 m zwar nicht ganz an die Marke bei der aktuellen nationalen Bestleistung aus dem Vorjahr in Götzis heran (damals übersprang er 2.06 m), aber er flog gleichwohl sogar einen Zentimeter höher als beim Hallen-Weltrekord im März. Und vor allem im zweiten Versuch über 2.06 m fehlte nur ein Hauch, und die Stange wäre oben geblieben.
Im Zwischenklassement liegt Ehammer vor dem abschliessenden 400-m-Lauf nach wie vor in Führung und dabei rund 150 Punkte vor seiner «Durchgangsmarke» beim Schweizer Rekord. Weil andere starke Hochspringer wie Niklas Kaul, Heath Baldwin oder Damian Warner überraschend früh die Segel streichen mussten, läuft es im Gesamtklassement auf einen Zweikampf zwischen Ehammer und den 98 Punkte zurückliegenden Neugebauer hinaus.
17:28 Uhr
Samstag, 30. Mai

Annik Kälin mit Bestleistung zum Abschluss von Tag 1
Eine Moralspritze für Annik Kälin im Siebenkampf der Frauen. Die 26-Jährige läuft über 200 m mit 23,33 sec. so schnell wie noch nie. Das reicht im Disziplinenklassement für Platz 3 und damit stösst die Schweizer Rekordhalterin in der Zwischenwertung nach Tag 1 auf Position 2 vor.
Unangefochten mit 110 Punkten Vorsprung in Führung liegt Sofie Dokter. Der aktuellen Hallen-Weltmeisterin im Fünfkampf gelingen über 100 m Hürden, im Kugelstossen und über 200 m drei persönliche Bestleistungen - mit teilweise bemerkenswerten Steigerungen.
16:37 Uhr
Samstag, 30. Mai
Erhoffter 14-m-Stoss von Kälin bleibt aus
Annik Kälin beendet das Kugelstossen mit einer Bestweite von 13.67 m im Mittelfeld der Konkurrenz. Es ist zwar weit entfernt von einem Rückschlag, dennoch hätte sich die Bündnerin wohl eine bessere Weite erhofft. Beim aktuellen Schweizer Rekord stiess sie die Kugel in Paris auf 14.02. Ihre persönliche Bestleistung liegt bei 14.67 m, in Götzis waren es vor zwei Jahren 14.33 m und im Vorjahr 13.69 m.
Die Disziplinenwertung ging an die Deutsche Vanessa Grimm, welche die Kugel auf 15.41 m stiess. Im Zwischenklassement des Siebenkampfs hat die holländische Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter nach drei Disziplinen die Führung übernommen. Annik Kälin liegt auf Position acht, hat allerdings lediglich 90 Punkte Rückstand auf die Führende.
15:12 Uhr
Samstag, 30. Mai
Simon Ehammer brilliert auch im Kugelstossen
Simon Ehammer bleibt beim Zehnkampf von Götzis im «Flow». Der Appenzeller stösst die Kugel auf 15.15 m. Das ist sein erster 15-Meter-Versuch im Freien überhaupt. Nur einmal in seiner Karriere flog die Kugel weiter, 2021 an der Hallen-SM in Magglingen. Selbst beim Hallen-Weltrekord im März an der WM blieb der 26-Jährige mit 14.87 m hinter der heutigen Leistung zurück. In Götzis überzeugte er zusätzlich mit seiner Konstanz: dreimal flog die Kugel über oder an die 15-m-Marke.
Nach drei Disziplinen führt Simon Ehammer das Klassement mit 2989 Punkten weiterhin an. Dank dem Sieg im Kugelstossen ist ihm Weltmeister Leo Neugebauer mit 2863 Punkten aber deutlich näher gerückt. Ehammer ist derweil klar auf Schweizer Rekordkurs. Im Vergleich zu seiner bisherigen Zehnkampf-Bestleistung von 2025 in Götzis (8575) war er in allen drei Disziplinen besser: 100 Meter: 10,41 im Vergleich zu 10,57 vor einem Jahr; Weitsprung: 8.51 m zu 8.34 m; Kugelstossen: 15.15 m zu 13.60 m.
14:39 Uhr
Samstag, 30. Mai
Annik Kälin mit solider Leistung im Hochsprung
Auch Annik Kälin überzeugt bei ihrem ersten Siebenkampf seit einem Jahr weiter. Im Hochsprung überquert sie nach ihrer Einstiegshöhe von 1.59 m alle weiteren Höhen bis einschliesslich 1.71 m jeweils im ersten Versuch. Auch die Höhe von 1.74 m schaffte die Bündnerin im zweiten Anlauf. Das ist deshalb nicht selbstverständlich, weil ihr dies in den vergangenen drei Jahren insgesamt nur dreimal gelang. An den im Vorjahr in Götzis übersprungenen 1.77 m biss sich Kälin dann aber die Zähne aus. Die Neuseeländerin Maddie Wilson und die Schwedin Erika Wärff übersprangen als einzige Athletinnen die Höhe von 1.83 m.
In der Zwischenwertung nach zwei Disziplinen führt die US-Amerikanerin Taliyah Brooks mit 2085 Punkten. Annik Kälin folgt in Schlagdistanz als Fünfte mit 2041 Punkten.
13:32 Uhr
Samstag, 30. Mai

Simon Ehammer mit neuem Schweizer Rekord im Weitsprung
Götzis, Weitsprung und Simon Ehammer - das passt! Nachdem der Appenzeller bereits 2022 mit seinem Satz auf 8.45 m für einen Weltrekord im Rahmen eines Zehnkampfs sorgte, ging es nun im Mösle-Stadion noch weiter. Nach einem ungültigen ersten Versuch flog der 26-Jährige im zweiten Versuch bei +1,0 m Rückenwind einen neuen Schweizer Rekord von 8.51 m. Das bedeutet gleichzeitig Jahresweltbestleistung in dieser Disziplin. Er sagt zu seiner Leistung: «Ich wollte hier unbedingt wieder sehr weit springen.» Beim Training am Vortag hat der Schweizer bei 8.50 m eine Marke gesetzt, um diese anschliessend zu visualisieren. Offensichtlich mit durchschlagendem Erfolg!
Zweitbester Weitspringer war Weltmeister Leo Neugebauer. Er verpasste seine persönliche Bestweite mit seinem Versuch auf 7.97 m nur um drei Zentimeter. Die beiden weiteren Schweizer kommen mit unterschiedlichen Gefühlswelten aus der zweiten Disziplin heraus. Während Finley Gaio mit seinen 7.49 m der fünftbeste Weitspringer im Feld der Mehrkämpfer war, lag Andrin Huber mit bescheidenen 6.69 m am Ende des Feldes. Der St. Galler kämpft mit Schmerzen im operierten Knie und musste deshalb für den Weitsprung kurzfristig sogar sein Absprungbein wechseln. Huber war die Frustration über die unbefriedigende gesundheitliche Situation ins Gesicht geschrieben.
12:13 Uhr
Samstag, 30. Mai
Simon Ehammer läuft zweitschnellsten Sprint seines Lebens
Der Hallen-Weltrekordhalter macht in Götzis weiter, wo er in Torun aufgehört hat. Seine 10,41 Sekunden über 100 m sind die zweitschnellste Zeit seiner Karriere. Die persönliche Bestzeit - aufgestellt vor zwei Jahren ebenfalls in Götzis - verpasst der 26-Jährige lediglich um sieben Hundertstel. Wie erwartet schnellster Sprinter war Götzis-Rekordsieger Damian Warner. Der 36-jährige Kanadier konnte als einziger der 24 Athleten Ehammer bezwingen. Er lief in 10,28 Sekunden ins Ziel.
Ebenfalls solide verlief der Auftakt für die weiteren zwei Schweizer Startenden: Für Finley Gaio notierte die Uhr 10,76 Sekunden, für Andrin Huber 10,92 Sekunden.
11:21 Uhr
Samstag, 30. Mai
Starker Start von Kälin im Hürdensprint
Die Schweizerin läuft mit 12,91 Sekunden die zweitschnellste Zeit aller 30 Athletinnen und verpasst ihre persönliche Bestzeit lediglich um vier Hundertstelsekunden. Es ist die zweitbeste Zeit ihrer Karriere. Schneller war nur die US-Amerikanerin Taliyah Brooks mit 12,87 Sekunden. Die 31-Jährige ist allerdings eine absolute «Spezialistin» in dieser Disziplin. Ein Ausrufezeichen setzte auch Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter. Die 25-Jährige lief 13,27 und verbesserte ihre bislang schnellste Zeit um nicht weniger als 23 Hundertstel.
11:16 Uhr
Samstag, 30. Mai
Ein starkes internationales Feld
Der Kreis der Favoriten für den Zehnkampf ist gross. Mit dem Deutschen Leo Neugebauer ist die aktuelle Weltnummer 1 und der amtierende Weltmeister zum zweiten Mal in Götzis mit dabei. Ein schon traditioneller Kontrahent von Simon Ehammer ist Neugebauers Landsmann Niklaus Kaul, der Europameister von 2022. Im Vorjahr stand er in Götzis ex aequo mit Ehammer als Dritter auf dem Podest. Insgesamt stehen fünf der aktuellen Top 10 der Welt auf der Startliste. Der 36-jährige Kanadier Damian Warner, der Olympiasieger von Tokio 2021, ist mit acht Erfolgen der Rekordsieger des Götzis-Meetings. Sein Landsmann Pierce LePage gewann 2013 den Zehnkampf sowohl in Götzis wie auch bei der WM. Der US-Amerikaner Heath Baldwin holte bei Simon Ehammers Weltrekord an der Hallen-WM im März Silber.
Bei den Frauen sind sogar sieben der aktuell zehn besten Athletinnen der Weltrangliste in Götzis dabei. Hallen-Weltmeisterin Sofie Dokter aus Holland ist dabei wohl die grösste Konkurrentin von Annik Kälin. Die höchste Punktzahl aller startenden Teilnehmerinnen weist die Belgierin Noor Vidts mit 6707 Punkten auf, dahinter folgt bereits Kälin.
Allerdings gibt es in Götzis auch zwei prominente Abwesende. Mit dem Norweger Sander Skotheim und der Amerikanerin Anna Hall fehlen die Sieger des Vorjahrs. Hall glänzte damals mit 7032 Punkten und der zweitbesten Leistung der Geschichte. Skotheim pulverisierte seine PB mit 8909 Punkten.
11:05 Uhr
Samstag, 30. Mai
Der Traum von Schweizer Siegen in Götzis lebt
Die beiden Schweizer Rekordhalter Annik Kälin und Simon Ehammer streben in Götzis einen Podestplatz an. Vor einem Jahr gelang dies dem Appenzeller als Drittem. Aus diesem Wettkampf stammt auch seine aktuelle Bestmarke von 8575 Punkte.
Annik Kälin liegt im World Ranking auf Position 10. Die 26-jährige Bündnerin hat seit ihrem Auftritt in Götzis vor 12 Monaten keinen Siebenkampf mehr bestritten. Damals lieferte die Olympia-Vierte von Paris 6395 Punkte ab. Ihr nationaler Rekord von 6639 Punkten stammt von den Sommerspielen in Frankreich.
Simon Ehammers Trainingspartner Andrin Huber strebt in Götzis die Qualifikation für den EM-Zehnkampf in Birmingham an. Für die rechnerisch definitive Selektion muss der U23-Europameister die offizielle EM-Limite von 8300 Punkten übertreffen. Der Weg nach Birmingham funktioniert aber auch über einen entsprechenden Rang in der Weltrangliste. So oder so will der 22-jährige Huber seine bisherige persönliche Bestmarke von 8188 Punkten verbessern.
Als regelmässiger Gast tritt auch der Baselbieter Finley Gaio (Bestleistung 8022) in Vorarlberg auf. Bei den Frauen hat die Nidwaldnerin Sandra Röthlin schöne Erinnerungen ans Mösle-Stadion. Ihr gelang im Vorjahr mit 6106 Punkten ein neuer Bestwert. Ebenfalls für die EM empfehlen will sich die Glarnerin Liana Trümpi (Bestleistung 6071 Punkte).



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