Premier League

Verliert Manuel Akanji seinen Champions-League-Titel? Was jetzt mit Manchester City passiert

Am Dienstag platzte die Bombe: Eine unabhängige Kommission der Premier League befand Manchester City «schuldig wegen schwerwiegender Verstösse gegen die Finanzregeln der Premier League». Das sind die wichtigsten Fragen.

Wie hat Manchester City betrogen?

Die Vorwürfe beziehen sich auf den Zeitraum von 2009 und 2018. Dabei sollen die Einnahmen mit Hilfe von Scheinverträgen mit Sponsoren künstlich erhöht worden sein. Und ausserdem mit falschen Verträgen die Kosten gesenkt. Der Italiener Roberto Mancini, der Meistertrainer von 2012, soll nicht ein regulärers Salär bezogen haben, sondern über ein Beratermandat entlöhnt worden sein. Zur Erinnerung: Manchester City wurde im Herbst 2008 vom Investmentunternehmen Abu Dhabi United Group für 185 Millionen übernommen. Besitzer dieses Unternehmens istScheich Mansour bin Zayed.

Welchen Vorteil verschaffte sich der Klub?

In erster Linie konnte der Klub die Auflagen des damals gültigen «Financial Fairplays» besser erfüllen. Dabei legte die Uefa fest, dass die «relevanten Ausgaben die relevanten Einnahmen pro Saison nur um 30 Millionen Euro übersteigen» dürfen. Gegen diese Regel verstiess Manchester City wiederholt. Ein Beispiel: Zwischen 2008 und 2018 kaufte der Klub Spieler für 1,44 Milliarden Euro, nahm durch Spielerverkäufe aber nur 380 Millionen Euro ein.

Welche Strafen drohen dem Klub?

Im Vordergrund stehen die Aberkennung der im fraglichen Zeitraum gewonnen Titel, eine Geldbusse und ein Zwangsabstieg. Zwischen 2009 und 2018 gewann Manchester City in England dreimal die Meisterschaft, einmal den Cup und dreimal den Ligacup. Eine Busse würde den Klub nicht hart treffen, weil Geld dank der Besitzer aus Abu Dhabi im Überfluss vorhanden ist. Am schlimmsten wäre ein Abstieg, weil Manchester City dadurch für ein paar Jahre nicht in der Champions League spielen könnte. Die Premier League wird hart durchgreifen. Zumindest in erster Instanz wird Manchester City – anders als 2020 nach Verstössen gegen das Financial Fairplay der Uefa – nicht mit einer Geldbusse davon kommen.

Welches wären weitere Konsequenzen?

Der Imageschaden wäre beträchtlich, was sich negativ auf Sponsorenverträge auswirken würde. Ausserdem käme es wohl zu einem Ausverkauf der Superstars. Es ist kaum vorstellbar, dass Erling Haaland bei einem Abstieg für einen zweitklassigen Verein auflaufen würde. Finanziell drohen Schadenersatzklagen der Gegnerschaft. Klubs, die um einen Titelgewinn gebracht wurden oder denen Einnahmen in Cup-Wettbewerben entgingen, weil sie gegen Manchester City ausschieden.

Wie reagiert Manchester City?

Der Klub zeigt sich wenig einsichtig und beteuert seine Unschuld. Geschäftsführer Ferran Soriano behauptet, das Ganze sei «eine Verschwörungstheorie von Seiten der Premier League». Sobald die Strafen ausgesprochen sind, wird der Klub Rekurs einlegen, da er gemäss Soriano über «unwiderlegbare Beweise» verfüge, welche die eigene Unschuld aufzeigen würden.

Sind auch Schweizer betroffen?

Seit der Übernahme durch die Abu Dhabi United Group und dem Aufstieg vom Mittelfeldklub zum europäischen Spitzenverein spielten zwei Schweizer für Manchester City. Der Walliser Gelson Fernandes war von 2007 bis 2009 bei den «Skyblues». Er verliess den Klub vor dem Finanzbetrug. Der Zürcher Manuel Akanji kam 2022, also vier Jahre nach dem fraglichen Zeitraum, nach Manchester. Deshalb muss der Schweizer Nati-Abwehrchef auch nicht befürchten, dass er sich künftig nicht mehr Champions-League-Sieger nennen darf. Die Saison 2022/23, in welcher Manchester City die Champions League gewann, war nicht Teil der Ermittlungen.

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