
Mitte der Achtzigerjahre erlebt Patrick Muff eine sportliche Premiere. Mit seinen Gspänli der Primarschule Eschenbach nimmt er zum ersten Mal am Stadtlauf teil – und rennt mit ihnen in einem völlig neuen Rahmen: Entlang der Strecke werden die jungen Läuferinnen und Läufer von einem Publikum angefeuert. Die Bilder bleiben haften. «Die Ambiance macht es aus», sagt der 52-Jährige. «Wo hat man als Hobbysportler sonst Zuschauende, die einen unterstützen?» Für Muff ist der Anlass längst ein Fixtermin. Rund 30-mal hat er ihn schon wahrgenommen, «ungefähr », sagt er, «ich habe die Teilnahmen nicht gezählt». Nach dem Stadtlauf-Einstand als Schüler pausierte er und begann erst mit 20 Jahren wieder. Mit Kollegen des ESV Eschenbach lief er in Luzern – wobei neben dem sportlichen der gesellige Teil ebenfalls einen hohen Stellenwert hatte.
Die Kinder zur Bewegung animieren
Seither hat er kaum mehr einen Start verpasst. Die Kategorie hat er inzwischen gewechselt. Als Familienvater möchte er seinen Kindern den Spass an der Bewegung vermitteln und ihnen schmackhaft machen, die Tradition des Stadtlaufs zu pflegen. 2025 legte er die 1,48 Kilometer mit seinem Sohn Erik zurück, dieses Jahr startet er mit seiner Tochter Amadea. Für die Drittklässlerin ist es allerdings nicht das Debüt. Sie hat bereits dreimal mitgemacht und freut sich seit geraumer Zeit auf diesen 25. April 2026. Eingestimmt haben sich die beiden mit wenigen Trainingseinheiten. In Rothenburg übten sie gemeinsam auf einer 400 Meter langen Rundbahn. Eine Taktik benötigen sie nicht, nur etwas Luft. «Ich glaube, dass wir gut genug sind, um mithalten zu können », so Muff. Alexandra Muff wird ihren Ehemann und ihre Tochter als Fan ebenso unterstützen wie ihren Sohn Erik, der erstmals mit seiner Klasse an den Start gehen wird. Patrick Muffs sportlicher Ehrgeiz ist überschaubar – unabhängig davon, ob er die Musegg-Classic bestreitet oder die Tochter an seiner Seite hat. In seiner Jugend sah das anders aus, wenn er über seine bevorzugten Distanzen (800 und 1000 Meter) Wettkämpfe bestritt. Später absolvierte er auch einmal den GP Bern, der über 16,1 Kilometer führt.
Meistertrainer Rausch zu Besuch in der Schule
Heute hält er sich in erster Linie dank seiner Arbeit fit. Beim Werkdienst Rothenburg ist er für die Aussenanlagen zuständig und körperlich gefordert. Daneben zieht er einmal, manchmal zweimal wöchentlich die Laufschuhe an und dreht eine Runde. Für den 1,76 Meter grossen und 70 Kilo schweren Muff bedeutet Laufen nicht Anstrengung, sondern Vergnügen: «Mir fällt das zum Glück ziemlich leicht.» Sport interessiert ihn generell, auch als Zuschauer. Patrick Muff ist seit seiner Jugend ein Fan des FC Luzern. Unvergessen ist für ihn der 10. Juni 1989, als sich der Klub zum ersten und bislang einzigen Mal den Schweizer-Meister- Titel sicherte. Eingebrannt ins Gedächtnis hat sich zudem ein besonderer Schulbesuch: Der damalige Trainer Friedel Rausch schaute einmal in Eschenbach vorbei. «Für uns FCL-Fans war das natürlich das Grösste», sagt Muff. Im Stadion ist er inzwischen nicht mehr oft. Dafür schreibt er sich regelmässig für den Stadtlauf ein – und sagt vor der Austragung 2026: «Es wird sicher nicht das letzte Mal sein.»





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