
Nach Wochen mit vielen Gesprächen und Verhandlungen ist nun definitiv, wer zukünftig das Sagen hat an der Bande des EV Zug: Lauri Marjamäki. Der zuletzt beim EHC Kloten engagierte Finne wechselt in die Zentralschweiz. Der 48-Jährige tritt das Amt des Headcoaches ab dem 1. Mai an. Er hat einen Vertrag über zwei Jahre bis 2028 unterschrieben. Das verkündet der EV Zug am Donnerstagvormittag in einer Mitteilung.
Etwas überraschend sind die Zuger bei einem Liga-Konkurrenten fündig geworden. Überraschend deshalb, weil Marjamäki bei den Flughafenstädtern noch eine weitere Saison unter Vertrag stand. Der Finne ist Teil eines «Deals», wie es der EV Zug formuliert. Denn der im Januar geschasste Michael Liniger tritt in Kloten die Nachfolge von Marjamäki an. Linigers noch laufender Vertrag bis 2027 wird per 30. April aufgelöst.
In seiner ersten von zwei Saisons bei Kloten hat Marjamäki massgeblich zur positiven Entwicklung beim EHC Kloten beigetragen. Ihm gelang Bemerkenswertes: Er führte Kloten sogleich in die Playoffs. In seinem zweiten Jahr reichte es zu Rang 12 in der Qualifikation.
Ehemaliger Nationaltrainer von «Suomi»
Bevor sich Marjamäki in der Schweiz einen Namen machte, war er ausnahmslos in seiner Heimat als Trainer tätig (Espoo, Kärpät, Jokerit). Seine grössten Erfolge sind eine Weile her. Marjamäki wurde 2014 und 2015 finnischer Meister. 2015 erhielt er die Auszeichnung Trainer des Jahres in der finnischen Meisterschaft. Zwischen 2016 und 2018 stand er als Trainer der finnischen Nationalmannschaft vor.
Der neue Mann beim EV Zug hat sich am Ende gegen weitere Trainerkandidaten durchgesetzt, unter anderem auch gegen Benoît Groulx, der von Januar bis zum Saisonende die Mannschaft coachte. Doch bereits nach dem Playoff-Out hat viel darauf hingedeutet, dass der als Feuerwehrmann installierte Groulx in der Zentralschweiz keine Zukunft mehr hat. Die unbestrittene fachliche Kompetenz ausgeklammert, stiess «Hardliner» nicht bei allen Spielern auf Akzeptanz, sodass eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Vorhinein zum Scheitern verurteilt war.
Lauri Marjamäki äussert sich über seine bevorstehende Aufgabe so: «Ich war seit Beginn der Gespräche überzeugt davon, wohin wir als Team und als Verein gelangen wollen. Ich sehe in Zug viel Potenzial.» Er fühle sich bereit, «mein ganzes Können einzubringen, um den Erfolg sicherzustellen. Wir haben viel Arbeit vor uns und wir werden diese Chance gemeinsam nutzen».
CEO Patrick Lengwiler betont, dass man mit Marjamäki einen Trainer verpflichtet habe, der in vielen seiner Trainerstationen mit jungen Spielern gearbeitet und erfolgreiches Eishockey gespielt habe. «Wir werden den EVZ in den nächsten Jahren gemeinsam durch den bereits gestarteten Rebuild-Prozess der ersten Mannschaft führen und ihn wieder näher an die Spitzenteams der National League bringen.»


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