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Zukunftstag bei CH Media

Kinder fragen Leichtathletik-Star Ditaji Kambundji: Wie viel Geld verdienst Du?

Am Samstag wurde sie als Schweizer Leichtathletin des Jahres ausgezeichnet, am Zukunftstag steht sie bei CH Media knapp 50 Kindern als Interviewpartnerin Red und Antwort: Was geht dir beim Start durch den Kopf? Wie findest du Jason Joseph? Hast du manchmal Muskelkater? So reagiert Ditaji Kambundji.
Kinder führen am Zukunftstag bei CH Media ein Online-Interview mit Leichtathletin Ditaji Kambundji durch.
Bild: Severin Bigler / CH Media

Nayla: War es schon immer dein Traum, Sportlerin zu werden?

Ditaji Kambundji: Ja, ich habe von klein auf sehr gerne Sport und Leichtathletik betrieben. Früher habe ich mir nicht viel dabei gedacht. Hauptsache, es hat Spass gemacht. Dann kam der Moment, wo ich mir die Frage stellte, ob ich die Leichtathletik eines Tages professionell betreiben will. Das wurde zugleich zu einer Art Traum.

Sophie: Wer ist dein Trainer?

Ich habe einen Trainer und eine Trainerin. Zum einen ist das Florian Clivaz. Er gestaltet für mich das Programm und ist zuständig für das gesamte Kraft- und Sprinttraining. Florian trainiert gleichzeitig auch meine Schwester Mujinga, deshalb trainiere ich oft auch zusammen mit ihr. Dann habe ich mit Claudine Müller eine Trainerin, welche für das Hürdentraining zuständig ist. Für diese Trainings reise ich jeweils nach Basel.

Felicia: Haben Sie schon eine Olympia-Goldmedaille?

Du darfst mir Du sagen! Nein, leider noch nicht (lacht). Aber man weiss nie, was die Zukunft bringt.

Til: Was ist deine Rekordzeit über 100 Hürden?

Meine persönliche Bestleistung ist 12,47 Sekunden.

Ditaji Kambundji (Mitte) ist die schnellste Schweizer Hürdensprinterin.
Bild: Ulf Schiller / KEYSTONE

Mael: Mit wie vielen Jahren hast du mit Leichtathletik angefangen?

Meinen ersten Wettkampf habe ich mit sechs Jahren bestritten. Aber wirklich nur diesen Wettkampf. Danach habe ich pro Jahr so zwei bis drei Rennen bestritten. Mit neun oder zehn Jahren habe ich angefangen zu trainieren - zuerst nur einmal pro Woche, mit ungefähr 13 Jahren dann öfters.

Tamina: Wie bist du zum Hürdensprint gekommen?

Ich habe zuerst Mehrkampf betrieben und dort eigentlich alle sieben Disziplinen sehr gerne gemacht. Eine dieser Disziplinen sind der Hürdenlauf. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass ich diese Disziplin für sich noch etwas lieber habe als den Mehrkampf als ganzes.

Lara: Was war dein Kindheitstraum?

Weiss ich gar nicht so richtig (lacht). Ich habe das ganze Programm durchgemacht. Einmal wollte ich Sängern werden, dann Tänzerin, dann Schauspielerin, dann wieder Sportlerin und sogar Schriftstellerin. All das war einmal ein Traum von mir.

Joy: Welchen Rang hast du bei deinem ersten Wettkampf belegt?

Das weiss ich sogar! Ich erinnere mich daran, wie ich als Jüngste gegen ältere Kinder antreten musste, weil es meine Kategorie gar noch nicht gab. Ich wurde Allerletzte, war eigentlich noch zu jung für dieses Rennen.

Romeo: Wie viele Training pro Woche machst du?

Normalerweise sechs Trainings pro Woche. Jetzt habe ich nach einer Pause gerade erst wieder mit trainieren begonnen, jetzt sind es nur fünf Trainings. Auch während der Saison, wenn ich die Rennen bestreite, trainiere ich etwas weniger.

Ditaji Kambundji kann ihren Schweizer Rekord beim Heim-Meeting in Bern kaum fassen.
Bild: Anthony Anex / KEYSTONE

Sarim: Was war dein grösster Erfolg?

Das war mein Finaleinzug an der Weltmeisterschaft in diesem Sommer, wo ich bei den Erwachsenen Siebte geworden bin.

Mathilda: Könntest du dir auch vorstellen, eine andere Sportart zu machen?

Es gibt viele coole Sportarten, die ich faszinierend finde. Aber ich glaube, es gäbe keinen Sport, der mich so glücklich machen könnte wie die Leichtathletik.

Dario: Arbeitest du mit Jason Joseph zusammen und wie findest du ihn?

Meine Trainerin in Basel betreut auch Jason. Ich trainiere zweimal pro Woche mit ihm zusammen. Er ist ein sehr lieber Mensch, sehr talentiert. Ich kann viel von ihm profitieren. Ein Super-Typ!

Dusan und Kian: Hattest du Freude, als deine Schwester die WM-Bronzemedaille gewann?

Mega! Wir sind vor Freude fast durchgedreht. Ich war mit einer anderen Schwester in Costa Rica in den Ferien und haben Mujingas Rennen 2019 in Doha im Handy mitverfolgt. Wir haben im Hotel so richtig geschrien vor Freude.

Mick: Wer hat zuerst mit Leichtathletin angefangen, du oder Mujinga?

Ganz klar meine Schwester. Ich habe drei ältere Schwestern. Kaluanda, die älteste von ihnen, und Mujinga, die ihr wohl kennt, haben zusammen begonnen, weil sie von einem Lehrer motiviert wurden. Nachher ist Muswama ihrem Beispiel gefolgt. Ich bin einiges jünger als meine drei Schwestern und wollte immer schon auch Leichtathletik machen. Als ich dann genug alt dafür war, durfte ich meinen drei Schwestern dann endlich nachfolgen.

Max: Was ist dein Lieblingsballsport?

Ich bin nicht so begabt in Sportarten mit Ball. Als Zuschauerin schaue ich gerne Tennis. Ich war gerade erst in Basel an den Swiss Indoors. Das war sehr cool. Auch Volleyball finde ich spannend, generell Sportarten, bei denen ich Leute persönlich kenne.

Mira: Hast du Druck vor dem Wettkampf?

Selbstverständlich. Ich denke, das gehört zum Sport dazu. Wenn jemandem etwas wichtig ist, dann ist man davor automatisch nervös. Ich bin vor dem Start jeweils sehr nervös. Man bereitet sich ein ganzes Jahr lang auf einen Moment vor und dieser Augenblick dauert dann weniger als 13 Sekunden. Da gibt es natürlich Druck, genau zu diesem Zeitpunkt ein Maximum abzuliefern. Aber dieser Druck pusht mich auch, meine bestmögliche Leistung zu zeigen.

Nikola: Wie schnell kannst du rennen?

Über die Hürden sind es 12,47 Sekunden. Über 100 Meter flach beträgt meine Bestzeit 11,47 Sekunden. So schnell kann ich rennen.

Matteo: Wie viele Trophäen oder Medaillen hast du schon gewonnen?

Uff! Ich habe zuhause eine grosse Schachtel mit allen Medaillen, die ich gewonnen habe. Auch in Wettkämpfen, bei denen ich noch jünger war. Das sind sehr viele, ich habe sie noch nie gezählt. Aber ich habe drei, vier Medaillen, die mir wichtiger sind. Vor allem jene, die ich in den letzten zwei Jahren an internationalen Meisterschaften gewinnen konnte. In der Leichtathletik gibt es als Preise Medaillen und keine Trophäen.

Liam: Was geht dir durch den Kopf beim Start?

Das ist eine gute Frage. Ich probiere, mich auf mich selbst zu konzentrieren. Ihr müsst euch vorstellen, ich bin in einem Stadion mit mehreren Tausend Zuschauern und habe sieben Konkurrentinnen neben mir. Ich versuche, das alles auszublenden. Ich konzentriere mich auf mein Atmen, um mich zu beruhigen, damit ich nicht zu nervös werde. Ich versuche, nur die zehn Hürden, die ich bis ins Ziel meistern muss, im Fokus zu haben.

Yan: Welche Preise oder Medaillen wolltest du schon immer gewinnen?

Ich würde sehr gerne einmal eine Medaille auf internationalem Level gewinnen, zum Beispiel an einer WM oder an den Olympischen Spielen. Das Niveau ist extrem hoch, aber ich setze mir auch gerne hohe Ziele.

Noah und Fabrice: Hast du manchmal auch Muskelkater?

Doch, doch, das kommt vor. Im Herbst nach der Saison haben wir sechs Wochen Pause, in denen wir gar keinen Sport machen, wirklich gar nichts. Wenn wir dann wieder anfangen mit dem Training, tut alles mega weh. Aber das ist ganz normal, und ihr seht: auch wir haben Muskelkater.

Lori: Ist Fussball ein guter Sport?

Ich finde alle Sportarten toll. Wichtig ist einfach, dass man sich bewegt und Spass an dem hat, was man macht.

Arta: Wie alt bist du?

Ich bin 21 Jahre alt.

Dusan: Hast du es einmal geschafft, 100 Meter unter 11 Sekunden zu laufen?

Nein, das ist sehr hohes Niveau, das habe ich noch nicht geschafft. Man weiss ja nie, ob das noch klappt. Meine Schwester Mujinga hat das geschafft, ihre Bestzeit ist 10,89.

Emma: Hat dir schon einmal jemand gesagt, du sollst aufhören mit Leichtathletik? Dumme Jungs aus der Klasse zum Beispiel?

Ich bin tatsächlich immer schneller gewesen als alle Buben in der Klasse. Aber es kam trotzdem nie vor – zum Glück. Aber selbst wenn, das wäre im einen Ohr rein und im anderen wieder raus.

Elina: Warst du schon verletzt?

Ehm, ja und nein. Ich hatte immer wieder kleine Verletzungen oder Orte am Körper, die mir Mühe bereiteten. Aber eine wirklich schlimme Verletzung während oder durch den Sport ist mir zum Glück noch nie passiert. Aber ausserhalb des Sports in meiner Freizeit habe ich schon einige Dinge gebrochen. In der 6. Klasse habe ich mir den Zehen gebrochen. Einmal sogar den ganzen Fuss gebrochen. Mal den Finger verstaucht. Aber das hatte meistens nichts mit Leichtathletik zu tun, sondern eher beim Fussball spielen oder so. Und einmal habe ich auch noch die Bänder angerissen.

Noah: Wie viel verdienst du?

Hmmm, wie soll ich das jetzt sagen (lacht)? Was wichtig ist: Ich kann im Moment vom Sport leben. Das bedeutet, ich verdiene genug mit Leichtathletik, um meine Rechnungen zu bezahlen, ohne dass ich nebenbei noch arbeiten muss. Damit kann ich mich voll auf den Sport konzentrieren.

Ein inniges Duo: Ditaji Kambundji (links) zusammen mit Schwester Mujinga.
Bild: Claudio De Capitani / freshfocus

Liam: Nervt es dich, wenn man so häufig über deine Schwester spricht oder dich nach ihr befragt?

Nein, überhaupt nicht! Ich habe ein sehr enges Verhältnis mit Mujinga. Vor zehn Minuten zum Beispiel hat sie mich zu Hause abgeladen, wir waren zusammen im Pilates-Training. Ich kann es auch sehr gut verstehen, dass viele Leute Fragen zu Mujinga stellen, das ist ja naheliegend. Es ist übrigens auch schon passiert, dass wir verwechselt wurden, mir jemand zurief: «Hallo Mujinga!»

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