Kolumne

Jolanda Neff mit neuer Zuversicht: Freie Bahn in Richtung Erfolg

Die Schweizer Mountainbike-Olympiasiegerin von 2021 nimmt uns mit auf ihre Reise in Richtung Heim-Weltmeisterschaften in Crans-Montana.
Jolanda Neff mit komplett neuer Ausrüstung nach dem Teamwechsel.
Bild: Michele Mondini

Nach einer enttäuschenden Saison 2024 spüre ich grosse Zuversicht, was meine Leistungsfähigkeit in diesem Jahr und im Hinblick auf die Heim-WM von Mitte September in Crans-Montana angeht. Ich bin wieder beschwerdefrei und fühle mich gesundheitlich hervorragend.

Auch die ersten Resultate in den Vorbereitungsrennen in Spanien waren ein Aufsteller und eine Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Viele Dinge, die mir zuletzt im Weg standen, konnten wir entfernen. Ich habe jetzt wieder freie Bahn, um die Leistungen zu erbringen, die ich mir wünsche.

Ich habe aktuell sehr viel Spass am Velofahren und grosses Vertrauen in mein Umfeld. Ich erlebe so viel frischen Wind, aus dem ich eine enorme Motivation ziehe. Zuversicht gibt mir vor allem mein neues Team «Cannondale Factory Racing», respektive die Menschen dahinter. Jeder ist in seinem Fachbereich ein ausgewiesener Experte. Teamchef Phil Dixon bringt eine riesige Erfahrung als Trainer mit. Bereits seit zehn Jahren arbeitet er für CFR, davor war er britischer Nationaltrainer und früher selbst aktiver Rennfahrer. Letzten Sommer gewann er mit Alan Hatherly den Weltmeistertitel, den Gesamtweltcup und eine Olympiamedaille.

Aktuell betreut er uns fünf Fahrerinnen und Fahrer im Team. Apropos Team: All meine vier Kolleginnen und Kollegen sind um die zehn Jahre jünger als ich. Diese humorvolle und begeisterungsfähige, aber auch hoch motivierte Truppe ist ein wahrer Jungbrunnen und verleiht mir zusätzliche Energie.

Auch auf den Positionen der Betreuer darf ich auf kompetente Personen zählen. Unseren Techniktrainer Kenta Gallagher erachte ich als einen der allerbesten seiner Zunft. Mein neuer Mechaniker war im letzten Jahr für Olympiasiegerin Pauline Ferrand-Prévot im Einsatz. Unser Physio hat während zwei Olympiazyklen mit Bike-Legende Julien Absalon gearbeitet. Viele Mitarbeiter haben eine grosse Erfahrung in diesem Team und sind bestens eingespielt. Es funktioniert einfach alles.

Motivation gibt mir auch mein komplett neues Velo. Ganz speziell ist beim «Cannondale Scalpel» die Form der vorderen Federgabel, die sogenannte «Lefty», die als Unikum nur auf der linken Seite des Vorderrads verläuft. Ebenso bin ich auf Komponenten neuer Hersteller im Bereich Schaltung, Pneu oder Bremsen unterwegs, was sich deutlich zu meinem vorherigen Velo unterscheidet. Auch die gesamte Bekleidung, die Schuhe, Brille, Handschuhe und der Helm sind neu. Das einzige Erkennungsmerkmal, das mir geblieben ist, sind meine Haare.

Ein neues Velo bedeutet stets eine grosse Umstellung. Folglich haben wir im Januar im Trainingslager in Südafrika viel Zeit in die Sitzposition und in Materialtests investiert. Mit jedem Training fühle ich mich wohler auf meinem neuen Sportgerät. Im Februar sind wir nach Spanien gereist für ein dreiwöchiges Vorbereitungscamp, wo es darum ging, die teaminternen Abläufe für die Rennen zu bestimmen und zu testen.

Die Zusammenarbeit mit den neuen Menschen in meinem Umfeld macht enorm viel Freude, weil ich so viel Kompetenz wahrnehme. Auf diese Weise ist es viel einfacher, mich auf meinen Job – schnell Velo zu fahren – zu konzentrieren. Ich fühle viel weniger Stress. Ich kann darauf vertrauen, dass alles eingespielt ist und läuft. Die Saison kann kommen.

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