
So plane der 56-jährige Walliser, die WM zu privatisieren und Anteile daran zu verkaufen. Die Financial Times und die englische Zeitung The Times berichten von diesen Plänen.
Demnach wolle Infantino ein Unternehmen gründen, das die Weltmeisterschaften sowie die Klub-WM der Männer und der Frauen kontrolliert. Die FIFA solle an diesem Unternehmen die Mehrheitsanteile behalten, doch könnten rund 20 bis 30 Prozent der Anteile an private Investoren verkauft werden. Zudem sollen 20 Prozent der Anteile auf die 211 Mitgliedsverbände der FIFA aufgeteilt werden. Gemäss Schätzung könnte das Unternehmen rund 20 Milliarden Dollar (rund 16,4 Millionen Franken) wert sein.
Jeder Verband würde demnach Anteile im Wert von rund 15,6 Millionen Franken erhalten – diese könnte er ebenfalls an private Investoren verkaufen. Das wäre gerade für kleinere Verbände ein attraktives Angebot.
Als Vorsitzender des Unternehmens sehe sich Infantino nach dem Ende seiner Amtszeit als FIFA-Präsident selbst. Im nächsten Jahr will sich Infantino für die Periode bis 2031 wiederwählen lassen. Sollte er die Pläne zur Privatisierung des grössten Sportevents der Welt in die Tat umsetzen und das neu gegründete Unternehmen selbst führen, würde ihm ein Riesengehalt winken. Von über 60 Millionen Dollar (ca. 49,1 Millionen Franken) ist die Rede. Das wäre ein Zehnfaches seines aktuellen Salärs als FIFA-Präsident.

Und Infantino habe auch schon potenzielle Geschäftspartner im Visier. So seien bereits Personen, die US-Präsident Donald Trump nahestehen, kontaktiert worden. Joshua Kushner, der Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared, soll in Verhandlungen sein, um der Hauptinvestor in dem neuen Unternehmen zu werden. Auch die Bank JP Morgan könnte involviert sein.
In den Berichten wird auch schon über mögliche Auswirkungen auf die Weltmeisterschaften durch den Einfluss von aussen diskutiert. So könnten die Investoren darauf drängen, dass die Turniere häufiger stattfinden als nur alle vier Jahre. Über eine Erweiterung auf 64 Teams wird ohnehin bereits diskutiert. FIFA-Präsident Infantino ist mit der Kommerzialisierung der Fussball-WM also scheinbar noch lange nicht fertig. (watson.ch/nih)


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