Nach einer Sitzung ihres Exekutivkomitees bekräftigte die Afrikanische Fussballkonföderation (CAF) einstimmig ihre Unterstützung für Fifa-Präsident Gianni Infantino. Die Entschuldigung Infantinos wurde positiv aufgenommen, nachdem die FIFA-Führung am Mittwoch in Rabat eine Krisensitzung abgehalten und Fehler im Zusammenhang mit den Investorenplänen eingestanden hatte.
Das Pro-Infantino-Lager
Damit präsentieren sich die Kräfteverhältnisse innerhalb des Weltfussballs zugunsten des Schweizers, der im kommenden März die Wiederwahl anstreben dürfte. Die CAF ist mit 54 Mitgliedsländern die zweitgrösste Kraft innerhalb der Fifa.
Die südamerikanische Konföderation (CONMEBOL) mit ihren zehn Mitgliedsverbänden, darunter Argentinien und Brasilien, hatte sich zunächst zurückhaltend gezeigt. Gleichzeitig sprachen sich die Südamerikaner für die Wahrung der Institutionen aus und lehnten jede Initiative zur Absetzung Infantinos ab.
Die Ozeanische Fussballkonföderation (OFC) hatte ihre elf Mitgliedsverbände nach der Vorstellung des Projekts lediglich aufgefordert, dieses zu prüfen und sich am Konsultationsprozess der Fifa zu beteiligen. Seit der Aufgabe des Projekts hat sie sich nicht mehr geäussert.
Die Asiatische Fussballkonföderation (AFC) mit ihren 46 Mitgliedsverbänden stellte sich nicht klar gegen Infantino. Sie erklärte jedoch, das Projekt habe «grundlegende Schwächen in den Konsultations- und Entscheidungsprozessen der Fifa» offengelegt, und forderte eine rasche Überprüfung der Governance-Strukturen.
Gleichzeitig erhielt Infantino Unterstützung von mehreren asiatischen Verbänden. So veröffentlichten Katar und die Mongolei nahezu wortgleiche Erklärungen, in denen sie den «Verdienst» des Projekts und die «Weisheit» lobten, vom Investoren-Projekt Abstand zu nehmen.
UEFA und Concacaf sind nicht einverstanden
Obwohl das umstrittene Projekt inzwischen offiziell aufgegeben wurde, bleibt die UEFA mit ihren 55 Mitgliedsverbänden hart. Das Vertrauen in die Präsidentschaft von Infantino ist verloren.
Mehrere europäische Verbände, darunter Finnland, Serbien, Schweden, Wales, Norwegen und Dänemark, haben bereits öffentlich angekündigt, Infantino bei der Wahl 2027 nicht zu unterstützen. Die Haltung der grossen Fussballnationen steht jedoch noch aus.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kann dabei auf die Unterstützung der Europäischen Klubvereinigung (ECA) zählen, deren Präsident Nasser al-Khelaïfi zugleich Präsident von Paris Saint-Germain ist.
Auch die Concacaf mit ihren 35 Mitgliedsverbänden aus Nordamerika, Mittelamerika und der Karibik schloss sich der Kritik der UEFA am Privatisierungsprojekt an. Die FIFA habe «ausserhalb jedes Rahmens und ohne Transparenz, Konsultation oder ordnungsgemässes Verfahren» gehandelt. Concacaf-Präsident Victor Montagliani, ein Kanadier, gilt laut mehreren internationalen Medien als möglicher Gegenkandidat Infantinos bei der Wahl im März. (riz/afp/dpa)



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.