Zuerst der Vater, jetzt der Sohn. Bereits seit Anfang Jahr ist bekannt, dass Petr Hrachovec den HSC Suhr Aarau als Trainer in die neue Saison führen wird. Nun vermeldet der Verein den Zuzug von David Hrachovec. Der 22-jährige Linkshänder kommt leihweise von den Kadetten Schaffhausen.

Die Verpflichtung macht Sinn. Die vergangene Saison, als der HSC den Abstieg nur äusserst knapp verhindern konnte, hat gezeigt, dass Martin Popovski im rechten Rückraum nicht die Ideallösung ist. Jetzt verfügt Trainer Petr Hrachovec mit seinem Sohn über eine valable Alternative.
Gut möglich ist, dass Popovski künftig regelmässiger auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen wird. Auf dieser Position gehört der 31-Jährige zu den besten Spielern der Schweiz. Wobei auch David Hrachovec Flügel spielen kann. Das Spiel des HSC dürfte ohnehin an Qualität gewinnen.
Der HSC sieht keine Probleme
Soweit alles gut. Wäre da nicht die spezielle Vater-Sohn-Konstellation. Dass sich der HSC des Konfliktpotenzials bewusst ist, zeigt allein die Tatsache, dass der Verein die familiäre Beziehung in der Medienmitteilung zur Verpflichtung von David Hrachovec selbst zu einem Thema macht.
Der HSC Suhr Aarau verweist darauf, dass es das Vater-Sohn-Duo Hrachovec schon einmal gegeben habe. Zwei Saisons lang spielte David Hrachovec für GC Amicitia, als sein Vater dort Trainer war. Daraus zieht der HSC in der Medienmitteilung den Schluss: «Dass die Konstellation aus Vater und Sohn funktioniert, hat dieses Engagement in Zürich gezeigt.»
Christoph Wyder, der sich im HSC-Vorstand neu um das QHL-Team kümmert, sagt: «Natürlich haben wir uns, als es darum ging, ob wir David verpflichten sollen, auch kritische Fragen zur Vater-Sohn-Konstellation gestellt. Wir sind allerdings zum Schluss gekommen, dass wir überhaupt keine Probleme sehen.» Der ehemalige Spieler des TV Suhr verweist dabei ebenfalls auf die Zeit bei GC Amicitia und sagt: «Oft ist es doch so, dass Väter an ihre Söhne sogar noch deutlich höhere Anforderungen stellen.»
Wyder sieht in der Verpflichtung von David Hrachovec vielmehr einen Glücksfall. «Er wird unsere Talente besser machen», sagt er. Aktuell befinden sich mit Robin Völkle, Cédric Läber, Thierry Dumont, Noam Hunziker und Lenny Mürset fünf Eigengewächse im Kader des NLA-Teams, die auf jenen Positionen spielen können, die David Hrachovec beherrscht.

Beim HSC ist man überzeugt, dass diese fünf Spieler bis zum Ende der einjährigen Leihe von David Hrachovec so weit sind, dass sie selbst eine Schlüsselrolle in der ersten Mannschaft übernehmen können. «Wir wollen unsere jungen Linkshänder nicht überfordern und ihnen die Möglichkeit geben, sich im Windschatten weiterzuentwickeln», sagt Christoph Wyder.
Kein neuer Vertrag für Raphael Rohr
Mit der sich abzeichnenden Verpflichtung von David Hrachovec wurde auch klar, dass es für Raphael Rohr beim HSC keinen Platz mehr hat. Der 28-Jährige kehrte vor einem Jahr zu seinem Jugendverein zurück, als sich das Team in einer personellen Notlage befand. Nun wurde der Vertrag mit dem Linkshänder, der meist im Rückraum rechts spielte, nicht verlängert.
Gleichzeitig nimmt das NLA-Team mit dem Zuzug von David Hrachovec, der zum erweiterten Kader der Schweizer Nationalmannschaft gehört, weiter Konturen an. Bereits mit der Verpflichtung von Alessio Lioi, der die Probleme auf der Spielmacherposition lösen soll, setzte der HSC ein Zeichen, dass er sich in der neuen Saison nach vorne orientieren will.
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