Dopingverdacht, Hausdurchsuchung, Sperre, vorläufige Spielberechtigung, Freispruch und doch Ungewissheit, neuerliche Sperre. Der «Fall Portner» war einer, der die Sportwelt bewegt hat. Seit dem 10. Dezember 2025 gehört er der Vergangenheit an.
Was ist passiert? Im März 2024 bleibt unser Nati-Goalie nach einem Spiel mit seinem Klub, dem SC Magdeburg, in einer Dopingprobe hängen. Rund einen Monat später wird bekannt, dass in seinem Urin Spuren von Metamphetaminen (umgangssprachlich Crystal Meth) nachgewiesen wurden. Und das in einer Kleinstmenge. Ein Drogentest bei der Polizei hätte bei dieser Konzentration nicht angeschlagen.

Gleichwohl wird Portner provisorisch gesperrt. Die Staatsanwaltschaft eröffnet derweil ebenfalls ein Verfahren und durchsucht sogar Portners Zuhause – wegen Verdacht auf Drogenbesitz. Gefunden haben die Ermittler jedoch nichts.
Portner muss seine Unschuld beweisen, der Nationaltrainer ist aufgewühlt
Keine Person, die Portner nahe steht, konnte sich vorstellen, dass der Torhüter eine solche Substanz eingenommen hatte. Denn er gilt als Musterprofi, trinkt keinen Alkohol und konsumiert auch keine Nahrungsergänzungsmittel.
Nationaltrainer Andy Schmid ist aufgewühlt, als er sich erstmals öffentlich zum Fall äussert. In einem Interview mit CH Media sagt er: «Es tut mir weh, dass Nikola in den Medien beinahe als Drogensüchtiger dargestellt worden ist. Er ist der Erste, der am Mannschaftsabend nach Hause geht. Er ist ein Vorzeigeprofi.»

Natürlich musste Portner dennoch seine Unschuld beweisen. Das gelingt ihm. Ende Juni wird er von der Liga freigesprochen.
Damit ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen, Portner geht nochmals durch die Hölle. Die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschlands (Nada) ist mit dem Verdikt der Bundesliga nämlich gar nicht einverstanden und zieht den Fall weiter vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS). Unterdessen darf Portner zwar wieder trainieren und spielen. Mit der Nati brilliert er an der WM in Dänemark, mit Magdeburg gewinnt er die Champions League zum zweiten Mal nach 2023. Gegessen ist das Thema aber noch nicht.
Mitte August kommt wieder Bewegung in die Sache: Die vier involvierten Parteien (Portner, die Liga, die nationale und die internationale Dopingagentur) einigen sich auf einen Deal: Offiziell nennen sie diesen «Streitbeilegungsvereinbarung». Diese besagt, dass der 32-jährige Schlussmann bis am 10. Oktober vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen ist und danach noch zwei weitere Monate nur trainieren, aber nicht spielen darf.
Klub wollte ihn behalten
Die Sperre ist seit Mitte Dezember aufgehoben. Gespielt hat Portner seither noch nicht für seinen Verein. Sein Comeback feierte er als Captain im Rahmen des EM-Vorbereitungsturniers mit der Nati am vergangenen Wochenende. Am Freitag startet die Schweiz mit dem Spiel gegen die Färöer in die Europameisterschaft.
Der Spielplan der Schweiz (alle Spiele live auf SRF zwei):- Freitag, 16. Januar, 20.30 Uhr: Schweiz – Färöer Inseln
- Sonntag, 18. Januar, 20.30 Uhr: Schweiz – Slowenien
- Dienstag, 20. Januar, 18.00 Uhr: Schweiz – Montenegro
Zwei Tage vor dem Auftaktspiel gibt der SC Magdeburg nun bekannt, dass Nikola Portner den Verein Ende Saison «auf eigenen Wunsch» verlassen wird. Der Klub beteuert, dass er den 32-Jährigen gerne behalten hätte.
Der Verein stand während des Verfahrens immer hinter Portner und stärkte ihm in der Öffentlichkeit den Rücken. Nicht zuletzt deshalb lässt sich der Torhüter auf der Website des Vereins so zitieren: «Die Jahre in Magdeburg waren für meine Familie und mich sehr prägend. Dennoch ist jetzt leider der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen – eine Entscheidung, die mir alles andere als leichtgefallen ist. Für die Zeit in Magdeburg verspüre ich dem Verein, den Vereinsverantwortlichen und den Fans gegenüber unendliche Dankbarkeit.»
Wohin es Portner zieht, ist noch nicht offiziell bekannt. Allerdings steht ein Wechsel nach Ungarn, zum Topklub und Champions-League-Teilnehmer Pick Szeged, im Raum.


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