Die Schweiz ächzt unter der Hitzewelle. Menschen und Tiere suchen natürlichen Schatten. Oder das kühlende Nass. Und dann soll man noch Sport machen, um den Kreislauf trotzdem in Bewegung zu halten? Unsereins hat ja gar das Gefühl, jetzt über Mittag eine Runde zu joggen. Unentwegt sind die Gedanken an eine Trinkpause da.
Halt, da ist doch was? Die Fifa, der Vorreiter und Ratgeber der Welt, hat in weiser Voraussicht bereits vorgespurt. Und für die WM bei Halbzeit einer Halbzeit die Trinkpausen «erfunden». Respektive institutionalisiert. Egal, ob es in den Stadien je nach geografischer Lage heiss oder kühl ist oder gar regnet wie ein Schwein.
Eine reine Werbeunterbrechung für die TV-Sender sei das, monieren die einen, also eine Geldmaschine. Als Timeout, um die Gedanken zu sortieren, sehen es die anderen. Und Nati-Trainer Murat Yakin nutzt die Trinkpause für alles: Taktikanpassung, Marktwertsteigerung seiner Spieler (Manzambi, Vargas), Übertölpelung des Gegners, und ja, für Flüssigkeitszufuhr und etwas Abkühlung sorgt sie bei den «überhitzten» Schweizern ebenfalls.
Es gibt weitere neue Regeln der Fifa für die Fussballwelt, und wie das so ist, wird auch die Swiss Football League angehalten sein, einige davon für die neue Saison zu übernehmen. Andere werden optional geprüft. Nur, es wird hier im Land auch Winter und damit bei bitterkalten Temperaturen Fussball gespielt. Eine Trinkpause also im Kühlschrank Kybunpark respektive Sitterstadion? Wie soll man das bewerten, wenn die Spieler in den drei Minuten fast erfrieren? Oder wenn es während einer Partie im Tessin wieder mal durchgehend aus allen Kübeln regnet?
Doch verkauft werden könnten die Trinkpausen immer, halt nicht ausschliesslich über Live-TV, sondern im Fussballstadion. Da würde in Luzern auf dem Swissporarena-Screen die Eichhof-Werbung samt «Lozärner Chügelipastete» aufploppen. In Basel der Feldschlösschen-Spot, der dazu auf Basler Läckerli verweist. Im Tourbillon Fendant-Verzehr bei Käsefondue, im Hintergrund reitet in der Werbung hoch zu Ross Boss Christian Constantin dem Sonnenuntergang entgegen.
Auf dem Platz gibt's im Winter für die Spieler halt heissen Tee. Oder eine warme Ovo. Damit geht's zwar nicht besser, aber länger. Und wenn's nicht so läuft: Nehmen die Fussballer einen Glühwein mit Schuss. Und die vielen Akteure aus Deutschland einen Korn, der von innen wärmt. Soll ja auch als Zielwasser helfen.
Übrigens, liebe Fans. Trinkpausen sind perfekt, um Nachschub an den Verpflegungsständen zu holen. Und plötzlich ist das Stadion während drei Minuten halb leer. Wobei, Trinkpause hiesse genau genommen ebenfalls: Pause vom Trinken.



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