Fussball WM 2026

Für die Nati brutal, für Argentinien normal: Wird das Wetter im Viertelfinal zum Zünglein an der Waage?

Wie ist Lionel Messi zu stoppen? Ist das Dschungel-Klima ein Problem? Und warum dürfen die Nati-Fans vom grossen Coup gegen den Weltmeister träumen?

Das fängt ja gut an. Als Murat Yakin und Granit Xhaka ihre Plätze einnehmen für die Pressekonferenz vor dem WM-Viertelfinal, stellt der Fifa-Gesandte sie als «Österreich» vor. Das verrückte 3:3 unserer Nachbarn gegen Algerien Eindruck scheint Eindruck hinterlassen zu haben in Kansas City.

Mit einem Sieg gegen Argentinien würden die Schweizer definitiv einen draufsetzen. Gegen Messi. Gegen den Weltmeister. Qualifiziert sich die Nati erstmals in ihrer Geschichte für einen WM-Halbfinal und beendet Messis WM-Karriere, wird man sie tief im Mittleren Westen der USA auf Ewigkeiten garantiert nicht mehr mit Österreich verwechseln. Eher umgekehrt.

Murat Yakin und Granit Xhaka gehen in der Nati voran: Auch im WM-Viertelfinal gegen Argentinien.
Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus

Die grösste Hürde auf dem Weg in den Schweizer Sportolymp ist zweifellos der Gegner. Angeführt vom Überspieler Lionel Messi, der in jedem seiner letzten neun WM-Spiele getroffen hat und am laufenden Turnier bei acht Toren steht. Eines weniger als die Nati insgesamt. Von den 26 Schweizer Spielern an der WM hat nur Ersatzgoalie Yvon Mvogo schon einmal gegen Messi gewonnen. «Ich habe mehrere Ideen, um Messi zu stoppen. Hoffentlich ist eine davon die richtige. Wichtig wird sein, dass der Ball gar nicht erst zu ihm kommt», sagt Yakin.

Messi über allem. Doch die Schattenmänner des 39-Jährigen verkörpern ebenfalls Weltklasse: Alvarez, Martinez, Fernandez, Romero. Auf die Schweizer wartet ein ähnliches Spiel wie im Achtelfinal gegen aggressive Kolumbianer. Nur wird der Gegner mehr spielerische Klasse auf den Platz bringen. Und die Nati erneut auf den verletzten Johan Manzambi verzichten müssen.

Johan Manzambi muss auch den Viertelfinal gegen Argentinien von der Bank aus verfolgen.
Bild: Peter Klaunzer

Natürlich macht sie das gegen die Nummer 1 der Weltrangliste zum Aussenseiter, doch Captain Granit Xhaka sagt: «Es wird viel über Messi geredet und über die Favoritenrolle. Wir müssen uns hier überhaupt nicht verstecken: Unsere Spieler stehen in Topligen unter Vertrag, wir sind erfahren und stabil. Wir wollen nicht zuviel reden, sondern die Antwort auf dem Platz geben.»

Xhaka: «Träumen ist erlaubt, manchmal werden Träume wahr»

Auf diesem stellt sich den Schweizern neben Argentinien auch ein Klima in den Weg, das sie von ihren bisherigen Spielen an der Pazifikküste nicht kennen. Statt trocken und mild fühlt man sich in Kansas Citys permanent wie im Dampfbad. Bei Spielbeginn werden gegen 70 Prozent Luftfeuchtigkeit erwartet. Für die Nati brutal, für Argentinien normal: Messi und Co. haben in Kansas City ihr WM-Basislager aufgeschlagen.

«In einem WM-Viertelfinal darf das Klima keine Ausrede sein. Die Schweiz gehört zu den besten acht Teams der Welt. Das macht Stolz, aber genauso Hunger auf mehr», so Xhaka. Der Captain stimmt zu, dass die Schweiz ihr bestes Gesicht an der WM noch nicht gezeigt hat, dieses nun aber im ersten Spiel gegen einen Giganten gefordert ist: «Wir müssen Grenzen verschieben. Träumen ist erlaubt, manche Träume werden wahr.»

Hier duelliert sich die Nati mit Weltmeister Argentinien: 70'000 Fans passen ins Arrowhead-Stadion (im Bild das Gruppenspiel Holland - Tunesien).
Bild: Reed Hoffmann

Das gigantische Arrowhead-Stadion in Kansas City jedenfalls ist ein Nährboden für Erfolgsstorys. Die «Chiefs», das lokale Football-Team, haben drei der letzten sechs Super Bowls für sich entschieden. Nach fünfzigjähriger Durststrecke. Klublegende Christian Okoye besuchte die Nati im Training, überreichte Trikots und hinterliess Eindruck beim Trainer: «Ich verfolge den US-Football intensiv. Nun selber in diesem legendären Stadion spielen zu dürfen, ist ein Highlight.»

Geht es nach Yakin und Xhaka, ist es nicht das letzte auf der Schweizer WM-Reise.

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