Es passiert 24 Stunden vor dem Achtelfinal gegen Kolumbien: Johan Manzambi, Ruben Vargas und Djibril Sow müssen das Abschlusstraining vorzeitig abbrechen und in die Kabine. Was genau passiert ist und was das Trio plagt, verrät der Verband nicht. Nur dass die Spieler nun genauer untersucht werden und danach der Entscheid fällt, ob sie am Dienstag um 22 Uhr (Schweizer Zeit) einsatzfähig sind.
Bislang haben alle Schweizer, die vor einer Partie als angeschlagen gemeldet wurden, dann auch nicht auflaufen können. Das lässt Böses erahnen im Fall von Manzambi und Vargas. Ihr Ausfall wäre eine massive Schwächung für die Nati, mit fünf (Manzambi) bzw. drei Skorerpunkten (Vargas) haben sie zusammen mit Breel Embolo statistisch den grössten Anteil am Vorstoss in die Achtelfinals. Sieht auch Natitrainer Murat Yakin so: «Der Frust ist gross, dass sie das Training abbrechen mussten. Ihr Fehlen gegen Kolumbien wäre ein grosser Verlust.»
Murat Yakin schweigt Trump-Eingriff im Fall «Balogun»
An der Pressekonferenz vor dem Kolumbien-Spiel wurde Murat Yakin gebeten, seine Meinung zur aufgehobenen Sperre für US-Stürmer Falorin Balogun auf Anregung von Donald Trump zu äussern. Verbandssprecher Adrian Arnold grätschte jedoch dazwischen und verwies auf das offizielle SFV-Statement.
Dieses lautet wie folgt: «Der Entscheid im Fall Balogun ist für den SFV unverständlich - unabhängig davon, wie es dazu gekommen ist. Bislang war klar: Wer vom Platz gestellt wird, ist automatisch für das nächste Spiel gesperrt. Dieser Grundsatz war für alle gleich und hat für Klarheit gesorgt. Dieser Entscheid wirft Fragen auf und schafft Unsicherheit – auch mit Blick auf die Bedeutung von Schiedsrichterentscheiden, insbesondere wenn der VAR im Einsatz ist. Für die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs braucht es klare und konsequent angewandte Regeln.»
Die medizinische Abteilung im 65-Mann-grossen Natitross wird alles daran setzen, Manzambi und Vargas fitzubekommen. Doch klar ist auch: Ohne die totale körperliche Bereitschaft wird es gegen Kolumbien nicht gehen. «Sie treten typisch südamerikanisch auf: Sehr hart in den Zweikämpfen, aber fair. Wir werden nur Spieler einsetzen, die 100 Prozent fit sind», so Yakin.
Der Naticoach ist überzeugt: «Gegen Algerien entschied die Taktik über den Ausgang des Spiels. Gegen Kolumbien ist es eine Frage der Mentalität. Sie spielen einen relativ einfachen, sehr vorwärtsgerichteten Fussball. Wir müssen körperlich dagegenhalten und ihnen unser Spiel aufzwingen. Dann kommt es gut.»
Zurück an die Verletztenfront: Nicht nur Manzambi, Vargas und Sow stehen auf der Kippe. Mit Luca Jaquez (fiel schon gegen Algerien aus) und Michel Aebischer konnten zudem zwei weitere Akteure in den Tagen zwischen Sechzehntel- und Achtelfinal nicht mittrainieren. Im Gegensatz zu Manzambi und Co., bei denen eine Resthoffnung besteht, gilt ihr Einsatz als ausgeschlossen.
Im Worst-Case muss Yakin gegen Kolumbien also auf fünf (!) Spieler verzichten. So schlimm war es nicht einmal 2022, als vor dem WM-Achtelfinal gegen Portugal einige Spieler krankheitshalber ausfielen oder nicht auf der Höhe waren. Mit Zeki Amdouni, Noah Okafor, Christian Fassnacht, Ardon Jashari stehen Alternativen bereit, die an der WM jedoch noch keine Rolle gespielt haben oder in ihren Kurzeinsätzen enttäuschten.
Yakin, der sich mit der Viertelfinal-Qualifikation als Natitrainer unsterblich machen könnte, ist dennoch optimistisch: «Im Lösungen finden bin ich gut.» Wir sind gespannt!





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