Fussball WM 2026

60-Millionen-Trost für Pechvogel Manzambi: Er wird zum teuersten Schweizer Fussballer aller Zeiten

Der Wechsel des Offensivjuwels von Freiburg zu Newcastle United ist ausgehandelt. Die Ablösesumme steht symbolisch für den Wahnsinn auf dem Transfermarkt.

Johan Manzambi auf der Achterbahn der Gefühle. Am Montag verletzt er sich im Abschlusstraining vor dem WM-Achtelfinal gegen Kolumbien am Knie, kommt dank Glück im Unglück um das Horrorszenario «Kreuzbandriss» herum. Doch das Spiel muss er mit geprelltem Knie von der Bank aus verfolgen. Mehr noch: Alles andere als das endgültige WM-Out wäre eine Überraschung.

Aber Manzambi hat zuvor in vier Spielen bewiesen, dass er mit 20 Jahren bereits ein Unterschiedsspieler auf WM-Niveau ist. Mit drei Toren und zwei Assists sowie zwei Mal der Auszeichnung «Man of the Match» ist er statistisch der beste Schweizer des Turniers. Trotz Zwangspause im Achtelfinal führt ihn die Fifa weiterhin in den Top 5 der besten WM-Spieler. Hinter den Weltstars Mbappé, Messi, Haaland und Kane.

Nati-Wunderkind und mit 20 Jahren schon der teuerste Schweizer Fussballer aller Zeiten: Johan Manzambi.
Bild: Toto Marti/Freshfocus

Schon vor der WM, nach einer konstant starken Saison mit dem SC Freiburg inklusive Einzug in den Europa-League-Final, zeichnete sich ab: In diesem Sommer macht Manzambi den nächsten Schritt auf der Karriereleiter. Nach seinen Exploits an der WM war auch klar, zu welchem Preis: Zum höchsten, den je für ein Schweizer Fussballer auf dem Transfermarkt bezahlt worden ist.

Auch Real Madrid und Liverpool unter den Interessenten

Seine neuen Berater von der Grossagentur «The Team» wurden seit Wochen von Interessenten belagert. Gerüchteweise erkundigten sich mit Liverpool und Real Madrid auch zwei Klubs aus dem obersten Regal für Manzambi. Aus dem Spielerumfeld aber war stets zu vernehmen: Lieber eine statt zwei Treppenstufen auf einmal.

Und so kommt es nun auch: Gemäss mehreren deutschen Medien, darunter der in Freiburg-Fragen bestens informierte «Kicker», sowie internationale Transferexperten wie Fabrizio Romano ist der Wechsel zu Newcastle United mittlerweile mündlich ausgehandelt. Zwischen den Engländern und der Manzambi-Seite sowie zwischen den Klubs.

Für die Dienste eines der aktuell begehrtesten Jungprofis sollen die «Magpies» 56 Millionen Franken Basisablöse nach Freiburg überweisen. Im Erfolgsfall wird sich die Summe auf über 60 Millionen erhöhen.

Damit übertrifft Manzambi die bisherige Rekordmarke um mehr als zehn Millionen Franken: Bis dato teuerster Schweizer war Granit Xhaka seit seinem 45-Millionen-Wechsel 2016 von Gladbach zu Arsenal London. Nahe dran war vor einem Jahr Dan Ndoye, für den Nottingham Forest 40 Millionen an Bologna zahlte.

Manzambi (links) löst Granit Xhaka als teuerster Schweizer Spieler ab.
Bild: Toto Marti/Blick/freshfocus

Embolo kostete nicht einmal die Hälfte von Manzambi

Die knapp 60 Millionen für Manzambi stehen symbolisch für den exponentiellen Anstieg der Transfersummen, der trotz anderslautender Prognosen auch von der Coronakrise nicht gebremst wurde. Als Breel Embolo vor gut zehn Jahren den Durchbruch beim FC Basel schaffte und Natispieler wurde, war der Hype um den Stürmer ebenso riesig wie heute um Manzambi.

Doch die 26 Millionen, die 2016 beim Embolo-Transfer von Schalke 04 zum FC Basel flossen, hätten die Freiburg-Verantwortlichen wohl als Beleidigung empfunden, hätte sich diesen Sommer ein Interessent mit dieser Summe in den Manzambi-Poker eingeschaltet.

Obwohl Manzambi erst seit einem Jahr Nationalspieler ist und auch erst eine Saison als Bundesliga-Stammkraft hinter sich hat, wird er mit 60 Millionen nun auch für Freiburg zum absoluten Rekordtransfer. Verrückte neue Fussballwelt.

Nach Marc Hottiger, Kevin Mbabu und Fabian Schär, der seit 2018 in der nördlichsten Grossstadt Englands unter Vertrag steht und dort eine Klublegende ist, wird Manzambi zum vierten Schweizer Newcastle-Profi.

Bei Newcastle United trifft Manzambi auf den Ex-Nationalspieler Fabian Schär (im Bild).
Bild: Peter Powell

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