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Abstiegskrimi in der Bundesliga: Schwegler und Benaglio zittern vor Absturz, Stergiou hofft auf Wunder

Mit Leonidas Stergiou (Heidenheim), Pirmin Schwegler und Diego Benaglio (beide Wolfsburg) stecken drei Schweizer in Deutschland im Abstiegskampf.
Seit Ende des vergangenen Jahres ist Pirmin Schwegler Sportdirektor in Wolfsburg.
Bild: Keystone / Uwe Anspach

Die millionenschweren Wolfsburger, der taumelnde FC St. Pauli oder doch die totgesagten Comeback-Helden aus Heidenheim: Wer darf sich an den Rettungsanker Relegationsplatz klammern – und wer muss definitiv runter in die zweite Bundesliga? Nach wochenlangem Existenzkampf fällt im Rennen um den Klassenerhalt die Entscheidung, es kommt zum Showdown der drei punktgleichen Kellerteams am letzten Bundesligaspieltag.

Für Dieter Hecking ist das trotz aller Sorgen eine gute Nachricht. «Wir wussten, dass es so ein Spiel geben kann. Und jetzt freuen wir uns drauf», sagte der Trainer des VfL Wolfsburg vor dem direkten Duell gegen St. Pauli am Samstag. Heckings wankende Wölfe, die weite Teile der Saison bedenklich zahnlos daherkamen, sind so etwas wie der Favorit auf den möglicherweise rettenden Rang 16.

Urs Fischer als Zünglein an der Waage?

Mittendrin im Wolfsburger Existenzkampf: Die beiden Schweizer Diego Benaglio (einst Meistergoalie unter Felix Magath) als Aufsichtsrat und Pirmin Schwegler, seit Ende des vergangenen Jahres Sportdirektor.

Für Wolfsburg würde ein Sieg fast sicher zum Klassenerhalt reichen – ausser wenn Heidenheim im Duell mit Mainz 05 (mit Trainer Urs Fischer) ein Schützenfest feiern sollte. Gegenüber Wolfsburg weist der Klub aus der Kleinstadt mit 50'000 Einwohnern eine um drei Treffer schlechtere Tordifferenz aus. Gleichzeitig würde dem ambitionierten Wolfsburg bei einem Heidenheimer Patzer auch ein Unentschieden genügen, um sich zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte nach 2017 und 2018 in die Relegation (jeweils siegreich) zu retten.

Urs Fischer hat mit Mainz den Klassenerhalt souverän gesichert.
Bild: AP / Antonin Utz

St. Pauli seit 9 Spielen ohne Sieg

Auf Rechenspiele hat Hecking nach einer Horrorsaison aber keine Lust. «Das ist ein K.o.-Spiel und da kann so viel passieren, was wir jetzt nicht vorhersehen können», betonte der 61-Jährige. Das Millerntor stehe «für Begeisterung und Atmosphäre. St. Pauli hat Tugenden, die einem wehtun können.»

Davon ist auch der Coach der Hamburger überzeugt. Vor dem «wichtigsten Spiel» der Saison glaubt Alexander Blessin noch an die Rettung. Obwohl das seit neun Spielen sieglose St. Pauli zuletzt den schwächsten Eindruck hinterliess – und die Entscheidung auch nicht mehr in eigener Hand hat. Selbst bei einem Sieg müssen die Hamburger hoffen, dass Heidenheim nicht oder weniger hoch gegen Mainz gewinnt.

Obwohl seit längerer Zeit sieglos, kann sich St. Pauli noch retten.
Bild: EPA / Martin Divisek

«Klassenerhalt wäre ein Wunder»

Trotzdem ist der Fokus beim Aufsteiger von 2024 klar. «Wir wären falsch beraten, wenn wir die ganze Zeit am Hörer hängen oder die ganze Zeit gucken, was in Heidenheim passiert», sagte Blessin. Immerhin: Nach einer  überstandenen Magen-Darm-Welle kann er wieder auf einen Grossteil seines Kaders zurückgreifen. Es gehe darum, die Angst in Energie umzuwandeln, betonte der Coach. Man wolle allein «das Spiel gewinnen – und wir müssen das Spiel gewinnen».

Gewinnen muss auch Heidenheim – soll es doch noch klappen mit dem Sensations-Comeback. «Der Klassenerhalt», sagte Trainer Frank Schmidt, «wäre ein Wunder. Aber was wäre der Mensch, würde er nicht daran glauben?» Vor wenigen Wochen noch schien der Abstieg der tapferen Heidenheimer nach drei Bundesligajahren inklusive Ausflug nach Europa besiegelt. Zwischenzeitlich lag die Mannschaft zehn Punkte hinter Rang 16 – ehe sie ihre spektakuläre Aufholjagd startete.

Seit zwei Jahrzehnten Trainer in Heidenheim: Frank Schmidt.
Bild: EPA / Ronald Wittek

Stergiou spielt höchstens Nebenrolle

Mit Leonidas Stergiou geht es auch in Heidenheim für einen Schweizer um die Existenz. Der 24-jährige Verteidiger kam im Winter auf Leihbasis aus Stuttgart, spielt aber kaum eine Rolle. In fünf Einsätzen kommt er auf 200 Spielminuten. Stergiou dürfte auch in Suttgart keine Zukunft haben.

Sein Trainer Frank Schmidt sagt: «Das ist ein Herzschlagfinale, da kann es bis zur letzten Sekunde gehen, keiner weiss es besser als wir.» Im Sommer nimmt er seine 20. und wohl letzte Saison in Angriff, unabhängig von der Liga. Möglich, dass es zu zwei Relegationsduellen kommt. Als Gegner in Frage kommen dort der Dorklub Elversberg (wie im Vorjahr), Hannover 96 und der SC Paderborn.

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