Fussball

6:1 gegen Malta: Schweizerinnen mit einer Gala beim ersten Spiel in der neuen Arena in Lugano

Die Schweizer Fussballerinnen gewinnen gegen Malta souverän, sichern sich den Gruppensieg in der WM-Qualifikation und weihen die neue AIL Arena mit einem Fussballfest ein. Für den FC Lugano beginnt damit eine neue Ära.

Noch nicht einmal acht Minuten sind in der neuen AIL Arena gespielt, als Sydney Schertenleib Geschichte schreibt. Die 19-Jährige schlenzt den Ball unhaltbar ins Lattenkreuz. Es ist das erste Tor überhaupt im neuen Stadion von Lugano – und der Auftakt zu einer gelungenen Stadionpremiere.

Die Schweizerinnen jubeln über den Sieg in Lugano.
Bild: Samuel Golay / Keystone

Vor 7526 Zuschauenden lässt das Team von Nationaltrainer Rafel Navarro gegen Malta nie Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Am Ende gewinnt die Schweiz mit 6:1 und sichert sich damit vorzeitig den Gruppensieg in der WM-Qualifikation. Gleichzeitig gelingt der direkte Wiederaufstieg in die Liga A der Nations League, zudem entgeht man in der ersten von zwei Playoff-Runden zur WM einem Top-Gegner. Die Premiere des neuen Stadions in Lugano ist damit geglückt.

Dabei gibt es zunächst eine kleine Überraschung. Nach der frühen Schweizer Führung gelingt Kailey Willis ein noch sehenswerteres Tor als dasjenige von Schertenleib. Die Angreiferin trifft mit einem Distanzschuss zum 1:1, die Antwort der Schweizerinnen folgt allerdings umgehend. Seraina Piubel trifft zum 2:1. Noch vor der Pause stellen die Schweizerinnen die Weichen endgültig auf Sieg. Riola Xhemaili verwertet nach einem Freistoss von Géraldine Reuteler zum 3:1, ehe Aurélie Csillag kurz vor dem Seitenwechsel per Kopf auf 4:1 erhöht.

Kurz nach der Pause scheitert Xhemaili zwar mit einem Penalty, doch die Schweizerinnen skoren weiter. Für die Tore zum 5:1 und 6:1 sorgen Reuteler und Xhemaili. Der Sieg hätte sogar noch weit höher ausfallen können. «Insgesamt war es ein tolles Spiel», bilanziert Aurélie Csillag. «Auch die Stimmung auf den Rängen war super, es war eine grosse Ehre als erstes Team hier zu spielen.»

Géraldine Reuteler schlägt einen Eckball in der neuen Arena.
Bild: Samuel Golay / Keystone (Lugano, 6. 5. 2026)

Ein kleines Schmuckstück im Tessin

Während die Schweizer Fussballerinnen einen deutlichen Sieg feiern, ist es das erste Spiel in der neuen Arena. 75 Jahre lang war das Cornaredo die Heimat des FC Lugano. Noch steht das WM-Stadion von 1954, daneben erhebt sich jetzt die neue Arena. 8793 Personen finden Platz im neuen Schmuckstück, das in Sachen Komfort und Infrastruktur neue Massstäbe setzen soll. Die Sitze erinnern an Kinosessel.

Das erste Spiel im neuen Stadion: Die Schweizerinnen singen die Hymne gegen Malta.
Bild: Martin Meienberger / Freshfocus

Als Schertenleibs Schlenzer im Lattenkreuz einschlägt, richten sich viele Blicke auch auf die riesigen Bildschirme unter dem Dach der Arena. Die Investitionssumme von rund 118 Millionen Franken ist unübersehbar. Doch noch läuft nicht alles perfekt im neuen Stadion. Es gibt einige Kinderkrankheiten wie zu tief gelegte Steckdosen bei den Medienplätzen, die ausgebessert werden dürften. Zudem kam es an Verpflegungsständen zu längeren Wartezeiten und Problemen.

Den positiven Gesamteindruck schmälert dies nicht. Für den FC Lugano beginnt eine neue Zeitrechnung. Das offizielle Eröffnungsspiel des Klubs folgt erst mit dem ersten Heimspiel der neuen Saison, doch die ersten Tore in der neuen Arena werden für immer mit den Schweizer Fussballerinnen verbunden bleiben.

Die Schweizerinnen reisen zufrieden zum letzten Spiel in Nordirland. Dank des Gruppensieges und der Gala gegen Malta bleibt der erste Fussballabend in der neuen Arena in bester Erinnerung.

Schweiz – Malta 6:1 (4:1)
AIL Arena. 7526 Zuschauende. 
Tore: 8. Schertenleib 1:0. 21. Willis 1:1. 23. Piubel 2:1. 38. Xhemaili 3:1. 40. Csillag 4:1. 70. Reuteler 5:1. 81. Xhemaili 6:1.
Schweiz: Peng; Riesen, Calligaris, Maritz, Crnogorcevic (83. Touon); Reuteler, Wälti (67. Sow), Schertenleib (46. Kamber); Piubel (67. Vallotto), Xhemaili; Csillag (76. Wandeler). – Bemerkungen: 54. Xhemaili scheitert per Foulpenalty an Torhüterin Cachia. 74. Pfostenschuss Csillag.

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