«Das ist nicht die Art und Weise, wie ich gewinnen wollte», gestand Kimi Antonelli im Siegerinterview, nachdem er sich im Grand Prix von Kanada vor Lewis Hamilton im Ferrari und Max Verstappen im Red Bull durchgesetzt hatte.
Der Teenager meinte damit den Umstand, dass sein Teamkollege George Russell aufgrund eines technischen Defekts das Rennen nach 30 von 68 Runden aufgeben musste. Der Brite lag zu diesem Zeitpunkt knapp vor Antonelli in Führung, ehe plötzlich der Motor am Auto mit der Nummer 63 ausfiel, worauf Russell sichtlich verärgert aus seinem Mercedes ausstieg.
Grosse Mercedes-Show
Es war das abrupte Ende einer grossen Show, die Russell und Antonelli auf dem Circuit Gilles Villeneuve geboten hatten. Die beiden lieferten sich in den derzeit besten Autos im Feld packende Rad-an-Rad-Duelle mit spektakulären Überholmanövern, die das Herz der Motorsport-Fans höher schlagen liessen und gleichzeitig bei den Verantwortlichen von Mercedes den Puls in die Höhe trieben. Hitzige Wortgefechte am Funk wie tags zuvor im Sprintrennen blieben jedoch aus.
Antonelli war nach der Fortsetzung seiner Siegesserie überglücklich, auch wenn er Russell lieber auf der Strecke besiegt hätte. «Das Duell mit George hat wirklich Spass gemacht. Es ist echt schade, dass er so ausgeschieden ist. Aber ich nehme es, ich bin natürlich absolut happy», sagte der Shootingstar aus Bologna, der vor einem Jahr in Montreal als Dritter seinen ersten Podestplatz in der Formel 1 gefeiert hatte.
Keine Gefahr von McLaren
Russell hätte natürlich nur zu gern seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholt, nachdem er mit dem Triumph im Sprint und der Pole-Position das ganze Wochenende über einen starken Eindruck hinterlassen hatte. Stattdessen musste er im WM-Kampf einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Sein Rückstand auf Antonelli wuchs von 25 auf 43 Punkte an.
Von McLaren drohte diesmal keine Gefahr, obwohl Titelverteidiger Lando Norris beim Start am Mercedes-Duo vorbeigezogen war und die Führung übernommen hatte. Das Weltmeister-Team verpokerte sich jedoch bei der Reifenwahl und setzte auf Pneus für leicht nasse Verhältnisse. Doch der Regen blieb aus, was für Norris und dessen Teamkollegen Oscar Piastri einen frühen Boxenstopp und viele Positionsverluste zur Folge hatte. Norris fiel später wegen eines technischen Problems aus, Piastri verpasste als Elfter die Punkteränge.
Verstappen zurück auf dem Podest
Für Mercedes war es am fünften Grand-Prix-Wochenende der fünfte Sieg. Das Podest komplettierten mit Lewis Hamilton und Max Verstappen zwei mehrfache Weltmeister. Für Hamilton, der 2007 in Montreal den ersten seiner 105 GP-Siege gefeiert hatte, bedeutet der 2. Platz sein bestes Ergebnis in einem Grand Prix mit Ferrari. Verstappen feierte im Red Bull als Dritter seinen ersten Podestplatz in diesem Jahr. (sda)

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