Formel 1

Antonelli mit historischer Aufholjagd in Monza – Debakel für Ferrari bei Leclerc-Crash

Kimi Antonelli ist der erste italienische Monza-Sieger seit 60 Jahren. Während der 20-Jährige die Rekorde purzeln lässt, erlebt Ferrari ein Rennen zum Vergessen.

Kimi Antonelli legte beim Grossen Preis von Italien die vielleicht eindrücklichste Aufholjagd der laufenden Formel-1-Saison hin. Von Startplatz 19 aus fuhr der 20-jährige Mercedes-Pilot vor heimischem Publikum bis ganz nach vorne und feierte seinen siebten Saisonsieg – vor Teamkollege George Russel und Max Verstappen im Red Bull.

Die Ausgangslage schien denkbar ungünstig: Wegen eines Antriebsteile-Wechsels über das erlaubte Kontingent hinaus musste Antonelli eine Grid-Strafe hinnehmen und aus den hintersten Startreihen ins Rennen gehen. Bereits in den ersten Runden zeigte sich jedoch, dass der Italiener mit brutaler Pace unterwegs war. Noch vor dem ersten Rennunterbruch hatte er sich bereits bis auf Platz 13 nach vorne gekämpft.

Dieser erste Rennunterbruch fand schon früh statt, nachdem Charles Leclerc bereits in der zweiten Runde die Traktion verlor und in die Reifenstapel krachte. Nach der roten Flagge nahm Antonelli den Angriff wieder auf und schloss innerhalb weniger Umläufe zu Teamkollege Russell auf, der zwischenzeitlich die Führung übernommen hatte. In der Folge lieferten sich die beiden Silberpfeile ein forsches Duell um die Spitzenposition, ehe der taktische Kniff der Box den Ausschlag gab: Als in Runde 30 das virtuelle Safety-Car auf die Strecke kam, reagierte die Mercedes-Crew blitzschnell und holte Antonelli zum Reifenwechsel an die Box – Russell blieb derweil auf der Strecke. Mit frischer Gummimischung und deutlichem Pace-Vorteil nahm Antonelli die Verfolgung auf, überholte Russell und verteidigte die Führung ab Runde 50 souverän bis zur Zielflagge.

Erster italienischer Monza-Sieger seit 60 Jahren

Die Aufholjagd hat historisches Gewicht. Erst einem Fahrer war es zuvor gelungen, von Startplatz 19 oder weiter hinten ein Formel-1-Rennen zu gewinnen: dem Briten John Watson, 1983 beim Grand Prix der USA. Für Antonelli bedeutet der Sieg zudem eine doppelte Genugtuung: Er ist der erste italienische Sieger des Heimrennens in Monza seit 60 Jahren. Zuletzt hatte 1966 Ludovico Scarfiotti im Ferrari triumphiert. Mit sieben Grand-Prix-Siegen in dieser Saison ist der 20-Jährige zudem der erfolgreichste italienische Formel-1-Pilot seit der Legende Alberto Ascari. In der Fahrerwertung baute der WM-Leader seinen Vorsprung an der Spitze mit dem Sieg auf 66 Punkte aus.

Zum Sorgenkind des Rennens wurde derweil Ferrari. Bereits in der ersten Runde hatte sich Charles Leclerc mit Teamkollege Lewis Hamilton einen Positionskampf geliefert und Hamilton dabei nach hinten durchgereicht. Nur wenig später verlor der Monegasse beim Ausgang der Parabolika-Kurve nach einem Kontakt mit Oscar Piastri die Traktion, verlor das Heck und krachte heftig in die Barrieren. Schon nach zwei Runden war das Heimrennen des Ferrari-Piloten beendet, es folgte eine rund 35-minütige Unterbrechung mit roter Flagge. Immerhin gab es medizinisch rasch Entwarnung. Für die «Scuderia», die sich vom Heimrennen mehr erhofft hatte, blieb es bei einem enttäuschenden Auftritt: Auch Hamilton, der sich zwischenzeitlich bis auf den dritten Platz vorgearbeitet hatte, fiel am Ende noch auf Rang 6 zurück.

Zurückhaltend verlief das Rennen für die beiden Audi-Piloten. Nico Hülkenberg kam nach einem zwischenzeitlichen Rückfall wieder auf seine Startposition zwölf zurück, Gabriel Bortoleto verlor von Startplatz zehn aus einen Platz und wurde Elfter. Punkte blieben für den Audi-Rennstall damit an diesem Wochenende aus.

Bereits am kommenden Wochenende geht der Formel-1-Zirkus in die nächste Runde. Beim Grossen Preis von Spanien wird erstmals der brandneue Rundkurs Circuito de Madring in Madrid befahren.

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